Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 218)
- Language
- German
- Belongs to
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217 „Gnädigster Herr,“ sagte Moses, „der Edelmann, der Prinz ist generös; der Bauer, auch der reichste, ist knikkerig. Der Bauer, auch der reichste, dreht den Kreuzer dreimal herum, ehe er ihn ausgibt. So etwas steckt im Blute und vererbt sich auf die Nachkommen. Ich habe Eurer Durchlaucht das Leben gerettet. Ein Prinz hätte den ganzen Inhalt seiner Börse, ohne zu zählen, in meinen Hut geschüttet. Sie suchten lange und reichten mir endlich einen Taler; ebenso schenkten Sie mir, als ich Sie vor dem Verluste eines grossen Vermögens bewahrt hatte, einen Dukaten. Daher schloss ich, dass Sie kein geborener Prinz, sondern ein geborener Bauer sind.“ Fürst Woldemar lachte. „Du bist ein feiner Menschenkenner,“ sagte er, „trotzdem Du Dich diesmal geirrt hast; ich muss Dich aber wohl nachträglich generös belohnen, damit Du nicht länger an meiner fürstlichen Geburt zweifelst. Ich schenke Dir zehntausend Taler und ernenne Dich zu meinem Hofagenten. Du kannst Dich in Waldburg niederlassen. Jetzt reise nach Hause und hole Deine Frau und Kinder hierher.“ Wer schildert die Freude, als Moses nach Hause kam und seiner Edel von seinen Erfolgen erzählte! Er wurde ein reicher und angesehener Mann und seine Nachkommen gehören zu den angesehensten jüdischen Familien in Deutschland. Rabbiner Dr. M. Lehmann, s. A.