Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 207 (sequence 208)
- Language
- German
- Belongs to
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207 Barmizwohjungen bleiches Gesicht. „Adieu, mein Kind, ich komme bald wieder!“ Ich drückte ihm einen Kuss auf. Da erwachten auch die andern : „Adieu, glückliche Reise!“ „Denken Sie an uns!“ „Kommen Sie bald wieder!“ „Und vergessen Sie nicht, uns in die Zeitung zu bringen!“ Ich habe es nicht vergessen . . . Frankfurt a. M. S. Sehachnoivitz. Der Kenner. Es mögen wohl hundert Jahre her sein, als Fürst Woldemar von Waldburg eines Tages spazieren ritt. Es war ein schöner, heiterer Sommertag und Fürst Woldemar genoss in vollen Zügen die reine Luft, die ihm entgegenströmte. Er fühlte sich sehr glücklich; er war jung, schön, gesund, der regierende Herr eines kleinen, aber reichen Fürstentums. Seit einigen Wochen war Fürst Woldemar verlobt mit der schönen, reichen, anmutigen Erbprinzessin Wilhelmine von Sonderheim; die beiden Fürstentümer lagen nebeneinander und sollten durch diese Heirat vereinigt werden. Fürst Woldemar war in so heiterer Stimmung, dass er die ganze Welt an sein frohes Herz hätte drücken mögen. Da kam ihm ein Mann entgegen, dem man schon von weitem die polnische Nationalität und den jüdischen Glauben ansah. Er trug einen schweren Knotenstock in seiner Hand; auf seinem breiten Rücken lagerte ein Pack, der wahrscheinlich seine