Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 185)
- Language
- German
- Belongs to
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184 durfte. Er war ein dienstbeflissenes Werkzeug der alten Regierung gewesen und hatte deshalb für seine zahlreichen Gaunerstreiche die sträflichste Nachsicht genossen. Mit fünf Niederwenigern, die man zusammen des Schinderhannesen Bande nannte, übte er die frechsten Lumpenstücke ungestraft aus und prellte einmal den Pfarrer Weissenbach in Schneisigen um 6000 Franken. Um Anhang für die Judenhetze zu erlangen, spiegelte er den Leuten vor, dass sie den Juden die Schuldtitel abfordern und dieselben vernichten wollten. — In soldatischer, strammer Haltung sitzt ihm gegenüber Exerziermeister Widmer ab Hertenstein. Früher Lieutenant in der französischen Armee, war er in der ersten Schlacht bei Zürich dienstuntauglich geworden, irfdem ihm der rechte Arm abgeschossen wurde. Seiner militärischen Haltung, seines unerschrockenen und eigentümlichen Wesens halber nannte ihn das Volk „General“. Später trieb er Soldatenwerberei und erwarb sich ein kleines Vermögen, kam aber bald wieder darum. Beutelust und Freude an Abenteuern waren es, die ihn zur Teilnahme am Zuge bewogen, ebenso wie Martin Frei, Doktors, von Ober-Ehrendingen, früher ebenfalls Offizier der französischen Armee. Dieser kehrte später wieder unter die französischen Fahnen zurück und sah die Heimat nie wieder. Aus dem Surbtal war einzig anwesend Müller vom „Himmelreich“ bei Lengnau, ein heruntergekommenes Subjekt, das später wegen Brandstiftung nach Amerika fliehen musste. Nicht vergessen dürfen wir des Hanswurstes der Gesellschaft, eines harmlosen Menschen, Osell von Baden. Von kindischer Natur, prahlte er immer mit seiner Unerschrockenheit, wie’ er alles fressen