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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 169

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 169 (sequence 170)
Language
German
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169 Wilhelmshöhe! Luzern, die schweizerisch-gastfreundliche Stadt birgt ihn. Er beherbergt eine Schar von 35 jugendlichen Geistern, die uns beim Eintreten johlend* und lärmend, grüssend und singend die Händchen entgegenstrecken, als ob Mütterchen angekommen wäre. Wilhelmshöhe ist zum jüdischen Heim geweiht durch die Mesusoh, und man merkt auch sonst überall, dass jüdischer Geist darin waltet. Wir kommen gerade recht zum Abendessen. Ein jedes der Schutzbefohlenen übergiesst die Händchen mit Wasser und spricht den Segensspruch. Sie dürfen aber auch dem himmlischen Wohltäter dankbar sein, dafür, dass er ihnen irdische Wohltäter von dieser überquellenden Güte beschert hat. Das Essen — der ganze mörderische Krieg dreht sich ja darum! — ist sehr reichlich und von kraftspendender Qualität. Heute Mittag gabs Erbsensuppe, Hackbraten, Bohnen und Pfirsichkompott. Mein Herz, was willst du noch mehr? Nachmittags liegt Brot bereit, ohne Karten und ohne Krieg, mit süsschmeckenden Aepfeln. Und auch die Abendkarte kann das lüsternste Mäulchen befriedigen! Reisbrei, Kakao und Butterbrot. Die Esslust soll auch seit dem ersten Tag eine ungemindert erfreuliche sein; hat sich doch einer von den Buben — lass dich nicht aus dem Gleichgewicht bringen, lieber Leser — einmal täglich nicht weniger als 35 (sage fünfunddreissig) Butterbrote geleistet. Das flösst Respekt ein. Es wird aber nicht nur gegessen, die jungen Insassen verstehen auch zu benschen, ja sie tun es mit ergreifender Innigkeit. Einer von ihnen, der schon bar Mizwoh ist — er ist Senior der Anwesenden — intoniert das Rabausei und der ganze Chor — Knaben und Mädchen — benscht mit süsser Melodie, wie am ersten Tag Tom Tof. Die Tefilloh, das Gebetbuch ist der Begleiter bei der Abwicklung des Tagesprogramms; kein Schacharis, kein Minchoh und kein Marif-Gebet wird versäumt; Wik

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