Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 153)
- Language
- German
- Belongs to
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152 die Reihen der G-ensdarmen durchbrechen sollen. Zu diesem Zwecke wollte er einen erhöhten Standpunkt wählen; er schaute sich nach einer Tribüne um, und seine Blicke fielen auf den Himpten, welcher am Eingänge des Kornmagazins stand. Rasch wurde derselbe herbeigeholt, umgestülpt und der kleine Held bestieg die improvisierte Rednerbühne. „Räuber, Mordgenossen,“ rief er, wir befinden uns in einer kritischen Lage! Die feilen Schergen der Gewalt haben uns umzingelt. Wen sie ergreifen, dessen Los ist Galgen oder Rad. Darum Mut, Ihr tapfern Söhne der Wälder. Folget meinem Beispiele und lasset uns mit gezücktem Schwerte die Reihen unserer Unterdrücker durchbrechen! Auf, Ihr tapferen Mannen! Jeder Räuber nimmt es mit zehn Gensdarmen auf; ich allein schlage deren zwanzig in die Flucht: Also vorwärts!“ Da gab es einen Krach; der Boden des Himpten brach ein und der junge Held, der eben an der Spitze seiner Getreuen so grosse Heldentaten verrichten wollte, fiel auf die Nase. Es gab ein furchtbares Hailoh.' Räuber und Gensdarmen lachten und jubelten gemeinschaftlich. Christoph, der alte Hausknecht, sprang herbei und hob den jungen Helden auf, der stark aus der Nase blutete, trug ihn an den Brunnen und wusch ihm das Blut ab. „Christoph,“ sagte Salomon, „es ist gut gegangen, ich habe mir nicht viel weh getan und ein echter Räuberhauptmann darf nicht jammern, wenn er ein wenig Blut sieht. Aber der Himpten ist zerbrochen; was wird der Vater sagen, wenn er erfährt, dass der Himpten zerbrochen ist?“ „Sei still, mein Liebling,“ sagte der alte Christoph. „Vater braucht nichts davon zu erfahren;