Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 151)
- Language
- German
- Belongs to
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150 würde sprechen: „Das kommt davon, dass Du Dich mit dem Juden so gemein machst!“ — Und sie würden mich vielleicht ausstossen aus dem Honoratioren-Club.“ „Lieber Vetter,“ sagte Moses betrübt, „es kränkt mich sehr, dass Du Dir meiner schämst. Sind wir doch leibliche Geschwisterkinder. Nimm Dir in Acht, dass Du Dir nicht versündigst.“ Der Kozin wurde schneeweiss. „Ist das mein Lohn dafür,“ sagte er, „dass ich Dich und Deinen Packen mitgenommen habe? Statt des Dankes gibst Du mich böse Worte!“ Moses sprang vom Wagen und schnallte seinen Packen ab. „Ich bin ein ehrlicher Mann,“ sagte er, „und kein Mensch braucht sich meiner Gesellschaft zu schämen, um wie viel weniger mein eigener Vetter. Ich weiss es Dir ja herzlich Dank, dass Du mir den weiten Weg zu Jluss zu gehen erspart hast; allein den Biusch hättest Du mir doch nicht anzutun brauchen!“ Der Kozin antwortete nicht; er trieb sein Pferd an und fuhr rasch von dannen. Im Amtshause standen der Herr Oberamtmann und die Frau Oberamtmännin am Fenster und erwiderten Josephs höflichen Gruss auf das Freundlichste. „Wie gut,“ sagte er zu sich selber, „dass ich mich nicht habe bestimmen lassen, den Moses bis an sein Haus zu fahren. Ein braver Mann sonst, aber gar zu stolz für einen Dalfen!“ Es war an einem Sonntag-Nachmittage; Joseph Davidsohn und Frau Gemahlin waren bei „Ober-