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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 144

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 144 (sequence 145)
Language
German
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Löffel, Messer und Gabeln. Ausserdem betrieb Davidsohn einen schwungvollen Zornhandel; er kaufte den Bauern den Ertrag ihrer Felder ab und verkaufte wieder an Müller und Bäcker. Auch Wolle, Häute, Pferdehaare, Schweinsborsten, Wachs kaufte er in grossen Partien ein, um alle diese Landesprodukte in einer nicht allzu fernen Handelsstadt wieder an den Markt zu bringen. Joseph Davidsohn war ein Kaufmann von altem Schrot, der weder das Kleine gering achtete, noch sich vor grossen Unternehmungen scheute. Dabei hatte er die strengste Rechtlichkeit zum Grundprinzip seiner geschäftlichen Tätigkeit gemacht und so konnte es nicht fehlen, dass er bei Allen, die ihn kannten, im grössten Ansehen stand. Auch die Pflicht der Wohltätigkeit übten er und seine brave, fromme Gattin, Frau Pesschen, in reichem Masse. Das Haus Davidsohn’s stand allen Armen offen und Jeder der hungrig und bekümmert in dasselbe eintrat, verliess es gesättigt und reich beschenkt. Es sind wohl achtzig Jahre verflossen, seit der Zeit, da Davidsohn auf der Höhe seines Ansehens und seines Reichtums stand. Damals war die Physionomie der kleinen Städte eine ganz andere als heutzutage. Damals durchbrauste noch nicht das Dampfross das Land, die entferntesten Punkte mit einander verbindend. Damals war eine kleine Stadt eine in sich abgeschlossene Welt. Zeitungen wurden nur von sehr Wenigen gelesen und das Wochenblättchen war fast die einzige periodische Lektüre der Kleinstädter, das Wochenblättchen, das nur Annoncen enthielt und der Kalender, welcher einige Anekdoten, Räubergeschichten und Hausarzneimittel seinen wissbegierigen Lesern brachte. Das Gerichtsverfahren war ein heimliches und schrift-

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