Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 105)
- Language
- German
- Belongs to
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104 „Denn so spricht der Herr, der Ewige, der Heilige Israels: Durch Rückkehr und Ruhe wäre Euch geholfen, in Stille und Vertrauen bestände Eure Stärke, aber Ihr wollt nicht.“ {Jesaia SO, 15.) Ging Israel jedoch anderen Göttern nach, so würde keine Menschenmacht im stände sein, das Verhängnis abzuwenden. Das Suchen nach Bundesgenossen gilt schon an sich als ein Mangel an Gottvertrauen: „Weh denen, die nach Egypten hinabziehen um Hilfe, auf Rosse sich stützen, auf Wagen vertrauen, weil diese zahlreich, auf Reiter, weil sie stark sind: aber nicht schauen auf den Heiligen Israels, und den Ewigen suchen sie nicht. Doch auch Er ist weise, bringt Unheil und nimmt sein Wort nicht zurück: Er erhebt sich wider das Haus der Frevler und wider die Hilfe der Uebeltäter. Ist doch Egypten nur Mensch und nicht Gott und ihre Rosse Fleisch und nicht Geist, aber der Ewige streckt seine Hand aus, da strauchelt der Helfer und stürzt der Geholfene, und alle zusammen gehen unter. “ (Jesaia 31, 1—3.) „Also spricht der Ewige: Verflucht der Mann, der auf den Menschen vertraut, der Fleisch zu seiner Stütze macht und dessen Herz vom Ewigen weicht.“ (Jeremia 17, 5.) „Gesegnet der Mann, der auf den Ewigen vertraut und dessen Vertrauen der Ewige ist.“ (Jeremia 47, 7.) Israel ist sich jedoch konsequent geblieben. Es hat auf die Propheten nicht gehört, weder wenn diese den Götzendienst geisselten, noch wenn sie den ihnen von Gott eingegebenen Rat über auswärtige Politik verkündeten. Wir wollen hier nicht alle Bibelstellen anführen, wo die Propheten sich zu Gunsten der Neutralität aussprechen; einige dürften genügen.