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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1917-01-01 · 5678 = 1917/18 (1917) · p. Seite 37

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5678 = 1917/18 (1917-1917)
Issue
5678 = 1917/18 (1917)
Date
1917-01-01
Page
Seite 37 (sequence 38)
Language
German
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37 verkünde. Aber die innere Bedeutung des hohen Festes geht den wenigsten auf, und ungeläutert und ungebessert lässt man die heiligen Stunden scheiden, die Gott zu unserer Veredelung und Erhebung eingesetzt hat und am Tage nach Jom Kippur sind wir die gleichen Sünder wie zuvor. Es fehlt eben die תשובה, die reuige Rückkehr zu Gott. Wenn aber die תשובה fehlt, so fehlt alles, so haben die von Gott eingesetzten Zeiten ihre Be- Stimmung verfehlt. ״Wir wollen unser Herz in unsere Hände nehmen zu Gott im Himmel!“ Einer der alten Erklärer sagt uns hierauf ein Gleichnis. Ein Landmann hörte einst, wie im Garten seines Nachbars eine Nachtigall mit süssen, schmelzenden Tönen ihr Lied sang. Er bat den Nachbar, ihm die Nachtigall zu verkaufen. Aber als sie endlich handelseinig geworden waren, war die Nachtigall längst davongeflogen und liess ihr Lied in andern Gärten ertönen. Wir möchten gerne unser Herz zu Gott erheben, aber sind wir denn noch Herren und Meister unseres Herzens? Ach, das Herz von gar vielen ist in ihrem Geldschrank, ist verankei’t in ihren Geschäften, ist unlösbar verknüpft und verwoben mit allen Eitelkeiten und Torheiten der Welt. Erst müssen wir wieder Herren unseres Herzens werden, erst wieder Macht gewinnen über unser Inneres. Erst müssen wir erkennen, dass es unser nicht würdig ist, unser Herz zu hängen an Geld und Gut, das wir einst zurücklassen werden in unserer Todesstunde, an sinnliche Vergnügungen und Zerstreuungen, die uns wertlos erscheinen werden, wenn wir von hinnen gehen. Erst müssen wir einsehen, dass wir auf Erden sind, um gut und fromm zu sein und unserm himmlischen Vater zu gefallen, dann erst, wenn wir unser Herz

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