Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5678 = 1917/18 (1917-1917)
- Issue
- 5678 = 1917/18 (1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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32 das neue Jahr ein solcher Brief? Zagend stehen wir am Anfang der neuen Zeit. Was birgt sie in ihrem Schosse? Gutes oder Böses, Heil oder Unheil? Wir können die geheimnisvolle Schrift nicht lesen, nur das eine wissen wir, xin 'X nrQö nrDön „die Schrift ist die Schrift Gottes“, der über unser Schicksal entscheidet. Dunkel liegt die Zukunft vor uns. Was aber können wir tun, damit wir ihr vertrauensvoll entgegenblicken dürfen? xb’SPD XTrxb Wehe dem, der dahingeht mit seiner Last, so sagt einer der Weisen des Talmuds. Was meint er damit? Da ist ein Steg, der über ein tiefes, reissendes Gewässer führt. Diesen Steg müssen wir alle beschreiten. Werden wir glücklich hinüber kommen? Werden wir das jenseitige Ufer erreichen? Werden wir weiterleben oder abgerufen werden und unsern Zoll der Zeit entrichten? Schmal ist der Steg und ohne Geländer, gefährlich ist der Weg. Heil dem, der festen, aufrechten Ganges, ruhigen Herzens, im Bewusstsein der erfüllten Pflicht ihn beschreitet. Doch angstvoll geht derjenige, der eine drückende Last auf seinen Schultern trägt. Je schwerer die Last, um so gefahrvoller der Weg, um so grösser die Furcht, dass das Gewicht ihn herabzieht, dass er ausgleitet und stürzt. Die Last auf unsern Schultern, das sind unsere Sünden und Vergehungen. Werfen wir sie ab, die Last unserer Verschuldung, und ruhiger und zuversichtlicher können wir der Zukunft entgegen gehen. So mahnen uns die heiligen Tage, ernst und streng mit uns ins Gericht zu gehen und reuig zu Gott zurückzukehren, ein Ende zu machen mit unserm sündhaften Lebenswandel und durch rQltSTl, durch Umkehr zu Gott die Verzeihung des Allmächtigen zu erlangen. Angst-