Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 148)
- Language
- German
- Belongs to
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147 sein. „Petit ä petit l’oiseau fait son nid.“ Und vergiss auch nicht zu beherzigen, dass es nicht genügt, das Gute nur zu wissen: du musst auch darnach handeln! Wisse wohl zu unterscheiden zwischen niedrigem Parteigezänk, eitlen Tagesneuigkeiten der Zeitungen, die selbstverständlich ebenfalls zu geeigneter Stunde gelesen werden müssen, und der heilsamen Belehrung und edlen Unterhaltung, welche die Weisheit der wahrhaft guten Bücher bietet! Wisse auch recht zu schätzen das Buch der Bücher, die Bibel und die Bücher unserer jüdischen Weisen! Ein Lichtstrom geht von ihnen aus und erleuchtet Herz und Sinn, Geist und Gemüt und erhellt das Leben nach innen und aussen, die sichtbare und die unsichtbare Welt, Zeit und Ewigkeit. Neuchâtel Dr. M. Ascher. Der Kabbalist. (Eine Sage.) 1. In einem düstern Hause der uralten Stadt Worms sassen im einsamen Erkerzimmer zwei junge Leute. Vor ihnen lagen aufgeschlagen zwei geschriebene Folianten, Traktate des Talmuds; aber die Gedanken der beiden jungen Männer waren nicht bei dem Studium. „Jakob,“ sagte der jüngere von beiden, ein blasser Jüngling von achtzehn Jahren, „Jakob, mein Bruder, ich warne dich ernstlich. Eine böse Macht wohnt in deiner Brust, die dich verderben kann. Unterdrücke den Dämon des Ehrgeizes. Du weisst, was die Weisen sagen: Wer der Ehre nachjagt, vor dem fliehet sie!“ „Heisst das aber leben,“ entgegnete der andere, ein hochaufgeschossener junger Mann mit kühnen blitzenden Augen, der etwa zwei Jahre älter sein mochte