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Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz · 1916-01-01 · 5677 = 1916/17 (1916) · p. Seite 127

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Journal
Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
Volume
5677 = 1916/17 (1916-1916)
Issue
5677 = 1916/17 (1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 127 (sequence 128)
Language
German
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127 Ganz besonders sind es stets die Kriegsgefangenen in den verschiedenen Nachbarstaaten gewesen, die sich der Liebe und Fürsorge weiter Kreise erfreuten. Unter den Gefangenen in den verschiedenen Lagern sind es wieder in erster Linie die jüdischen Gefangenen aus Russland, die in Deutschland und Oesterreich-Ungarn besonderer Hilfe benötigten. Ihre Familien und Freunde befinden sich zumeist selbst in Not und Elend, so dass sie ihren gefangenen Angehörigen keine Hilfe an Geldern oder Lebensmitteln angedeihen lassen können; viele von ihnen sind von Haus und Hof verjagt, befinden sich auf der Wanderschaft oder in den okkupierten Gebieten und können mit den in der Ferne weilenden Gefangenen nicht einmal auf schriftlichem Wege in Verbindung treten. Um diesen bedauernswerten jüdischen Gefangenen aus Russland vor allem nach Kräften zu helfen, wurde im Herbst 1915 unter dem Protektorat der jüdischen Gemeinde das „Comité de secours aux prisonniers de guerre juifs* in Genf gegründet Dieses Komitee bezweckt im einzelnen: die jüdischen Gefangenen regelmässig mit Lebensmitteln, Kleidern und Wäsche zu versorgen, die Korrespondenzen der Gefangenen mit ihren Familien zu vermitteln, Erkundigungen nach vermissten Gefangenen oder nach deren flüchtigen Verwandten einzuholen, den Gefangenen geeignete Lektüre zu verschaffen. Im ersten halben Jahre seiner Tätigkeit gelang es dem Komitee dank der rührigen Tätigkeit der ihm vorstehenden Damen, an etwa 900 Gefangene 4145 Pakete zu senden. Jeder Gefangene erhält zweimal monatlich ein Paket. Das Komitee könnte noch eine weitaus grössere Zahl von Gefangenen mit Gaben bedenken, wenn ihm die hiefür nötigen Geldmittel überwiesen würden. Gilt auch stets unser erster Gedanke dem leiblichen Wohl der Gefangenen, so müssen wir uns doch sagen,.

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