Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 124 (sequence 125)
- Language
- German
- Belongs to
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124 Frauenverein in Zürich begründete und geleitete jüdische Suppenküche in Zürich. Dort finden nicht nur die einheimischen Unbemittelten, sondern auch zahlreiche jüdische Kriegsflüchtlinge einen billigen und gesunden Mittagstisch. Dank der tatkräftigen Hilfe einiger jüdischer Philantropen in Amerika konnte bereits im Herbst 1915 ein Zentralfonds zur Subventionierung der Unterstützungskassen für die jüdischen Studenten an den Universitätsstädten der Schweiz begründet werden. Dieser Fonds kommt in erster Linie den zahlreichen jüdischen Studierenden aus Russland zugute, die bei uns in der Schweiz, mit einem Idealismus, der die höchste Bewunderung verdient, ihrem Studium obliegen. Seit Kriegsausbruch sind viele von ihren heimatlichen Hilfsquellen fast völlig abgeschnitten; manchen reicht der knappe Monatswechsel kaum zur Bestreitung des anspruchslosen Lebensunterhaltes. Durch die vom Zentralfonds gewährten Stipendien wird es ihnen nun ermöglicht. auch in dieser schweren Zeit ihre, Studien fortzusetzen und zu beenden. Dem Zentralfonds gehören als Mitglieder die Unter stützwigskassen der jüdischen Studenten an, die, auch erst seit Beginn des Krieges, an den einzelnen Universitäten der Schweiz auf nationaler Basis begründet wurden. Ein edler Wettstreit herrschte in allen Kreisen der üdischen Bevölkerung der Schweiz, die durch den Krieg entstandene Not zu lindern. Doch über unsere Landesgrenzen hinaus galt es, Wunden, die der Krieg geschlagen, zu heilen. Zwar haben stets die Armen der Stadt und des Landes, in dem wir wohnen, das Vorrecht. Aber ihnen gleichgestellt sind die Armen des Heiligen Landes, des Landes unserer Vergangenheit und unserer Zukunft, denn dort ruhen die starken Wurzeln unserer Kraft. Als im Herbst