Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Journal
- Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz
- Volume
- 5677 = 1916/17 (1916-1916)
- Issue
- 5677 = 1916/17 (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 66 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3135693-3135694--0068-3135790- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
66 ״Hättet Ihr nicht mit meinem Kalbe gepflügt, würdet Ihr mein Rätsel nicht erraten haben*. לולי חרשתם בעגלתי לא מצאתם הידית (שופטים י״ר) * * כ*: Der jetzige ״Moses-Brunnen“ auf dem Münsterplatze datiert vom Jahre 1791 und steht an Stelle des Mitte des 18. Jahrhunderts abgebrochenen Brunnens gleichen Namens aus dem 16. Jahrhundert. Das Standbild hat die alte Form behalten; nur die ursprünglich hebräisehen Buchstaben auf den steinernen Tafeln sind durch römische Zahlen ersetzt worden. Der Standort — gegenüber dem Haupteingang zum Münster und der besondere Hinweis auf das zweite Gebot (Du sollst keine andern Götter haben vor meinem Angesichte usw.) könnten bei Unkundigen den Anschein erwecken, als hätten eifervolle Juden dieses Standbild in einer dunklen Nacht auf den Brunnen gesetzt. In Wirklichkeit aber sollte der besondere Hinweis auf das zweite Gebot sich mit Nachdruck gegen die Reformation wenden. Im übrigen lasse ich hier die schönen Verse, die W. Spiess diesem Brunnen widmete, wortgetreu folgen, da sie den Brunnen mit Mose in Zusammenhang bringen. ״Dich fand Aegyptens Königstochter Am Nil, versteckt im Binsenbett. Drum hattest du zu allen Zeiten Beim Wasser einen Stein im Brett. Da niemand wusste, wem du wärest, Hat ״Mose“ dich die Maid genannt. Als Wassermann — vor allen andern Bist du in aller Welt bekannt. W '//וו,