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Israelitische Annalen · 1841-12-24 · Heft 52 (24.12.1841) · p. Seite 416

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 52 (24.12.1841)
Date
1841-12-24
Page
Seite 416 (sequence 8)
Language
German
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416 Wärme, welche allen Anwesenden die tiefste Rührung einflößtc, und genugsam zeigte, daß es keine leere Form war, die auch hier gar keinen Grund hätte. — Das jüngst erschienene Werk, die Religion des Geistes, von vr. Fvrmstecher in Offenbach, welches schon seit einem Fahre angekünbigt war, und nach dem Prospectus im Voraus mancherlei Kritiken erfahren halte, erregt allgemeines Aufsehen, und wird von allen Sachkennern mit ernstem Interesse gelesen. Wie auch die einzelnen Urtheile ausfallen mögen, damit stimmen alle überein, daß das Werk eine innere Tüchtigkeit und Gediegenheit darlege, wie sie in neuern Schriften selten ist. Besonders erfreuen müßte es daher alle Freunde des Verfassers nicht nur, sondern überhaupt des Fortschrittes, daß auch der Löbl. Berliner Cultur-Verein diese Ansicht theilt, und zum Beweise seiner Anerkennung, wie zur Aufmunterung tüchtiger Leistungen eine ansehnliche Partie dieser Werkes aus den Vereinsmitteln an sich zu kaufen beschlossen hat. — Ein Verein, der in diesem Sinne wirkt, verdient in ganz Deutschland seine Mitglieder zu haben, und in jeder größeren Gemeinde sollten deren so viele sein, daß sie je ein Filial-Comite bilden könnten. (In Frankfurt am Main zählt er, so viel wir wissen, ein beitragendes Mitglied!) Ungarn. — Mit freudiger Anerkennung der zunehmenden Toleranz kann wiederum berichtet werden, daß auch im Trentschiner Comitat ein Israelit zum Distrikts-Physikus ernannt worden ist. Im Eisenberger Comitat kam (der Preßburger Zeitung zufolge) ein Gesuch vor, worin das Comitat gebeten wird: zur Erhebung der Toleranzsteuer von den Juden eine Assistenz zu bewilligen. Die Stände erklärten dies für unverträglich mit den neuern, den Huden allgemeines Wohnrecht zugestehenden Gesetzen, und wiesen bas Gesuch ab. Literatur. Jüdische Briefe. Zur Abwehr und zur Verständigung. Von Gabriel R iesser. Berlin 1842. Bei Veit urd Comp. 2tes Heft. 153 S. in 8. Edele Freimüthigkeit, hohe Sittlichkeit und tüchtige überall den kernigen Ausdruck treffende Beredsamkeit zeichnen diese Briefe aus, deren erstes Heft dahin strebte, der Polemik eine Haltung zu geben, wie man sie in der Tagesliteratur selten wakrnimmt. Soll einmal über ernste Themata der Art, die sich in einzelnen Zeitschriften kundgebende, oft sogleich verhallende Stimme noch einer Befehdung gewürdigt werden, so ist diese Weise zu kämpfen gewiß dem Zeitschriften - Geplänkle vorzuziehen. Riesser zeigt seine Indignation, nicht aber gerade über die Verkehrtheit mancher obwohl in das innerste Leben einwirkenden Ansichten, als vielmehr über die Frivolität, mit welcher dieselben ohne alle Prüfung dahingestellt, am meisten über die offenbar unsittliche Richtung, bei besserm Wissen und im Widerspruche mit sich selbst gewissen Vorurtheilen im Volke das Wort zu reden. — R. fühlt fast selbst, baß die, welche er bekämpft, die Mühe nicht verdienen, aber die Achtung vor der öffentlichen Meinung, die oft im verhärteten Herkommen wurzelt, scheint ihm doch wichtig genug, um auf diesem Forum die Wahrheit mit Ernst und Bestimmtheit zu vertheidiqen. Was wir in diesem Hefte interessanter noch als die Nachweisung der innern Widersprüche, deren sich die Mehrzahl schuldig macht, und mancher Ungereimtheiten, welche der Satyre eher verfallen müßten, das sind mehrere schöne Stellen dieses Heftes, in denen sich der Verfasser als tief eingehenden Kritiker der poetischen Prinzipien beurkundet (z. B. S. 20 ff.) und in denen er über Zeiterscheinungen seine eigenen Ansichten darlegt (z. B. S. 104 über Rahel) 'so wie außerdem die ganze Dialektik sich durch Klarheit und Gediegenheit überall auszeichnet. Wir halten es nicht für nöthig, die Themata dieses Heftes näher anzugeben: sie sind bekannt. Einer der Hauptgegner ist diesmal Karl Gutzkow, dem freilich nicht die obenerwähnten Vorwürfe gemacht worden, aber dessen Bemerkungen im Telegraphen hier gründlich beleuchtet werden. Beantwortung. Im Laufe des Monats Januar hoffen wir alles, was noch unbeantwortet geblieben, zu erledigen. Ueber die nicht abgedruckten Manuskripte wollen die Herren Verfasser durch portofreie Briefe oder Beauftragung hiesiger Freunde verfügen. NB. Unfrankirl es wird nicht mehr angenommen. Die Redaktion des Zion hat ihren Fortgang. Anzeige«. Lei J. I). Sauer lautier in Frankfurt am Main ist erschienen und in allen .Buchhandlungen zu haben: .Kiipn py (Xeseauge.) Gründliche Lehre und Anwendung der hebräischen Accentuation. Für Theologen, Philologen, Rabbiner, israelitische Lehrer, Vorsänger, jeden Studirenden der hebräischen Sprache und Literatur. Von Hermann Stern. 12 gr. —> 54 kr. Die hebräische Accentuationslehre ist hier mit einer Gründlichkeit erörtert und ihre Anwendung mit einer Belesenheit nachgewiesen, wie dies in keiner Sprachlehre sich vorfindet, daher das Buch als ein nothwendiges Supplement zur hebräischen Grammatik betrachtet werden kann. Dritte unrgearbeitete und vermehrte Auflage der hebräischen Fibel ■nay mnp Tribun d. i. erster Unterricht im Hebraisch-Lesen und Uebersetzen, nach grammatischen Grundsätzen bearbeitet von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürgeru. Realschule zu Frankfurt a.M. 6gr. 24kr. .rmy nmon idd Elernentarbuch, oder gründlicher grammatikalischer Unterricht im Lesen und in der Flexion der hebräischen Sprache. Von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt a. M. Mir einem Vorworte v.vr.J.M.Jvst. 14gr.—fi.1. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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