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Israelitische Annalen · 1841-12-24 · Heft 52 (24.12.1841) · p. Seite 410

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 52 (24.12.1841)
Date
1841-12-24
Page
Seite 410 (sequence 2)
Language
German
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410 18. Sept. in Gegenwart einer gebildeten Versammlung, und mit ungewöhnlicher Feierlichkeit gehalten worden, hat dargethan, daß die Kinder den erhaltenen Unterricht gut benutzt haben. Einstimmiger Beifall ward ihnen reichlich zu Theil. j „Die Herren Consuln von Oesterreich, England, > den Vereinigten Staaten und von Toscana waren! zugegen. Man bemerkte gern den armenischen Bi-! schof, wie auch eine Deputation der Geistlichkeit des! schismatischen griechischen Ritus, zur Seite des - Oberrabbinen. Jeder erblickte hierin mit Vergnü- 1; gen das Unterpfand einer frommen Duldsamkeit. | Elegant gekleidete Damen gaben der Feier einen erjj höheten Glanz, welche die vom Herrn Gouverneur jj der Stadt zur Verfügung gestellte Militärmufik durch!? ihr Spiel und ihre Fanfaren verherrlichte. Der!; Oesterreichische Consul, einer der Jnspectoren der israelitischen Schulen, war im Lehnsessel (führte ben Vorsitz.) Vor dem Anfang der Prüfung las! er eine arabische Rede, die Veranlassung betreffend. 1 Auch Herr Luzzatto, erster Lehrer der Schule, j hielt einen Vortrag, in welchem er die Arbeit dieses Schuljahres darftcllte. „Die Kinder zeigten Bestimmtheit und Verstand j in den verschiedenen Bewegungen, welche der gegenji fettige Unterricht fordert; die Ordnung ist in den jl kleinen Evolutionen niemals verfehlt worden. Die jj meisten lasen Französisch mit ziemlicher Leichtigkeit. jj Alle zeigten an der Wandtafel, daß sie die vier Species jj verstanden. Im Allgemeinen findet man bei diesen jj Kindern gute Anlagen. ij „Die Verthcilung der Preise, welche in Sil-! bermedaiilen und Büchern bestanden, folgte auf die jj Prüfung der Knaben und Mädchen; die letzteren, j welche weniger gelernt haben, als die Knaben, bej eiferten sich, ihre kleinen Stickereien vorzuzeigen,! welche von Kennern bewundert wurden. i „Die Mitglieder des Comite's waren mit der Prüfung durchweg zufrieden, mehr aber noch mit der außerordentlichen Sauberkeit der Kinder, und mit der Sorgfalt, die man ihnen und der guten Haltung des Schullokalcs widmet. Sie sahen mit Vergnügen, daß unter denen, welche diese Feier mit ihrer Gegenwart beehrten, mehrere Familienväter, welche nicht dem israelitischen Cultus angehören, den Wunsch äußerten, ihre Kinder an dem täglichen Unterricht in diesen Schulen Theil nehmen zu lassen. Diese Stimmung der Gemüther erschien uns als eine erfreuliche Vorbedeutung. (Hier spenden die Jnspectoren dem Herrn Jacob Adda, Präsidenten des israelitischen Comite's, und dem ersten Lehrer, Herrn Luzzatto, großes Lob, so auch werden die übrigen Lehrer sehr gerühmt.) „Es wäre sehr nützlich, fügt der Bericht hinzu, daß man sich mit der physischen Erziehung der Kinder besonders beschäftigte. Zu diesem Zwecke müßte man täglich eine Stunde körperlichen Uebungen widmen, das wäre ein treffliches Mittel, sie geschmeidiger und flinker zu machen, die trägen Geister zu beleben und die schwachen Nerven zu stärken. „Kurz die israelitische Nation der Hauptstadt Aegyptens schreitet vorwärts, sie zeigt so schöne Anlagen, daß das edele Unternehmen nur der Ausdauer bedarf." Der 13. Sept. ward der Prüfung der Schüler im Hebräischen gewidmet. Diese Prüfüng, welcher alle Mitglieder des israelitischen Comire's und die Inspektoren und die angesehensten Juden beiwohnten, hat die merkwürdigsten Resultate gezeigt. Die Kinder schlossen die Sitzung durch Absingung eines hebräischen Psalms, wozu der Gesanglehrer die Musik componirt hatte. Alle Zuhörer bezeigten ihren Beifall durch lauten Applaus. „So ist nun in ihrer Entwickelung fortschreitend eine Anstalt, welche die abendländischen Israeliten liebevoll erhalten, und welche auf die Zukunft einer zahlreichen Bevölkerung den größten Einfluß üben soll. Herr Cremieux hatte auf die Freigebigkeit seiner Glaubensbrüder gerechnet und sie entsprachen auf edele Weise seiner Aufforderung. Der Schutz einer durch Vermögen hochangesehenen Familie, welche stets gute Werke gern unterstützt, ist dieser jüdischen Schöpfung zu Theil geworden, welche von Christen, Franzosen, auf fernem Boden mit väterlicher Sorgfalt überwacht wird." So weit der im Ganzen sehr magere Bericht, welcher sich allzusehr mit Aeußerlichkeiten beschäftigt, statt uns die Zeiteintheilung des Unterrichts, die Gegenstände, und die statistisch-wichtigen Notizen zu übergeben; ja überhaupt nach 4 Monaten bei steten Unterbrechungen noch keinen bedeutenden Fortschritt darbieten kann. Wir wünschen, daß die Schu-

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