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Israelitische Annalen · 1841-12-10 · Heft 50 (10.12.1841) · p. Seite 400

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 50 (10.12.1841)
Date
1841-12-10
Page
Seite 400 (sequence 8)
Language
German
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400 vieles mit der Zeit äusgleichen und manchen Mlßständen endlich abzuhelfen beitragen werde. Sollten sich positive Resultate Herausstellen, welche für die Oeffentlichkeit einiges Interesse haben, so werden wir dieselben durch die Annalen bekannt machen. Für jetzt bemerken wir, baß mehrere Lileraturfreunde den Wunsch hegen, Hieselbst eine vollständige hebräische Bibliothek zu errichten, und solche späterhin zu einem öffentlichen Zweck nutzbar zu machen. Da so viele Werke der jüdischen Literatur vereinzelt zu Grunde gehen, bloß weil die gegenwärtigen Besitzer gar keinen Gebrauch davon machen, der Wissenschaft es aber gewiß frommt, alle literarischen Schätze dieser Art wenigstens an einem Orte in einer reichhaltigen Sammlung für die Zukunft zu erhalten, so dürfte dieser Plan vielen Besitzern hebräischer Bücher willkommen sein, um dieselben einem schönen Zwecke zuzuwenden. Mehrere haben bereits eine Anzahl wichtiger Werke zugesagt. *) Site* o t u *♦ **) BHpn ">>2' Grammatisches Lehrbuch für den ersten Unterricht in der hebräischen Sprache auf Gymnasien und Universitären, von H. W. I. Thiersch, vr. phil. Repet. & Priv. doc. der Theol. in Erlangen. Erlangen 1842 bei Enke. X. 238. S. gr. 8. splendid gedruckt. Oer Herr Verfasser findet, daß die bisherigen praktischen Lehrbücher nur den niedern Standpunkt der untern Klassen der Gelehrtenschulen im Auge hätten, und findet deßhalb ein neues Handbuch für Gymnasiasten (soll wohl heißen: Schüler der höhcrn Klassen) und Sludircnve, bei denen man Kenntniß der lateinischen und griechischen Grammatik voraussetzen dürfe, für nölhig; letzteres um so mehr als diese Sprachen zu Anknüpfungspunkten und Erläuterungen benutzt werden sollen. Gesenius ist ihm zu weitschichtig, Ewald zu tief, Freytag zu gelehrt, Wekherlin zu elementarisch für die Anfänger, die er im Auge hat. Wissenschaftlichkeit mit Kürze und Ueberschaulichkcit verbunden sollen die Vorzüge der vorliegenden Grammatik sein. Wir haben dies Werk sorgfältig durchgssehcn und müssen bekennen, daß der Verf. möglichst danach gestrebt hat, dem Ganzen eine wissenschaftliche Einheit zu geben, indem er von den Elementen, welche mit Schärfe eingethellt und im Einzelnen wohlgeordnet erscheinen, bis zur Periode aufsteigt, und überall mit Gründlichkeit einzudringen sucht, jedem Elemente seinen Werth im Ganzen schon im Voraus sichernd. Ob darum das Substantiv vor dem Verbum behandelt werden mußte, laßen mir dahin gestellt sein. Uns will immer das Verbum wichtiger erscheinen, auch zum bessern Derständniß der Substantive; wenn man in andern Sprachen das Substantiv früher behandelt, so liegt dies in praktischen Zwecken. Indeß sind das Ansichten. — Neue Resultate verspricht Herr Th. nicht, auch haben wir keine vorgefunden, wenn man nicht etwa einige Ver- *) Alle diejenigen, welche geneigt sind, hebräische Werke (gewöhnliche Bibelausgaben und Gebetbücher ausgenommen) einer solchen Sammlung zu überweisen, wollen sich dieserhalb an Herrn S. D. Oppenheim in Frankfurt a. M. wenden. Sendungen durch Buchhändler ober FuhrLe^egenheit. Briefe portofrei. **) Hebräische Grammatiken, als solche, gehören eigentlich nicht in den Bereich dieser Annalen. Wir geben von gegenwärtiger nur auf ausdrückliches Verlangen der Verlagshandlung eine Anzeige, so weit es der Raum dieser Blätter gestattet. 8U8 memoriales dahin rechnen will, und in Betreff der Methode die Eintheilung des Ganzen in 2 Eurse, indem viele Anmerkungen erst demjenigen verständlich und wichtig sind, welcher die Hauptregeln bereits inne hat. Die Paradigmen sind fast ganz aus Gesenius, die Satzlehre fast ganz aus Ewald geschöpft. Es kann demnach das Verdienst dieses Werkes lediglich in der Anordnung gesucht werden, und wir glauben, daß es dem Verfasser gelungen ist, in den Gesetzen der Vokalisation, und in der Erklärung der Substantivformen dem Anfänger das Verständnis' und die Uebersicht etwas zu erleichtern, und einzelne Parthien etwas vollständiger als gewöhnlich an's Bewußtsein zu bringen. Dabei können wir doch nicht umhin zu bemerken, daß hie und da die Gesetzmäßigkeit gesucht und gezwungen und unvollständig, ja wohl gar sich widersprechend erscheint. Z. B. § 17 werden Grundsätze für Sylbenquantität gegeben; bas erste lautet: Jede offneSylbe muß einen langen Vokal haben; nun ist aber § 3, auf welchen dieser verweiset, Segol zu den langen und kurzen, Pathach nur zu den kurzen gerechnet, was weiß nun der Schüler, wenn offene Sylben diese Vokale haben? — § 8 kommen erst die Gatturalen vor, als keiner Verdoppelung fähig, dann heißt es: Alle übrigen Eons, können verdoppelt, geschärft werden; dann wieder hinterher: Eben so wenig (?) ist das Resch der Verdoppelung fähig. — Dazu wird weiterhin gar gesagt: „harregel kann man nicht sprechen." (Auf diese Weise könnte man auch nickt irren oder verwirren). — So findet sich S. 41 die Zusammcnziehung oder vielmehr Verschleifung des Vokals □,'r6X/ begründet mit den Worten: „weil das Aleph nicht im Stande ist als Eonsonant die Scheidewand zwischen e und e zu bilden." Wenn dies ein Grund ist, warum käme die Verschleifung denn nur bei diesem Worte vor, wie der Vf. behauptet? Ader auch diese Behauptung ist unrichtig, wie beweist; auch ist unrichtig, daß die Verschleifung bei mir an -t, zu finden, sie ist auch an 1 sichtbar; was der Dorf? auch S. 42 zu bemerken verfehlt hat, wo auch die Form erwähnt werden mußte. — Die Accentlehre ist durchaus unvollständig, und so wie sie basteht, völlig unbrauchbar. Sv sind auch andere kleine Regeln nicht erschöpfend; S. 17 wird behauptet, daß in Jod und Kuph bei Schwa kein Dagesch steht, ohne daß bemerkt wird, daß bei vielen andern Buchstaben mit Schema das Dagesch ebenfalls nicht steht. Am meisten bedauern wir dle große Ineorrcctheit der hebräischen Beispiele, zum Theil auch mancher Regeln. P B. S. 104 heißt cs: „Daher sehr oft: Mir ist nicht Kraft nZ 'b Nun aber findet sich dieser Ausdruck auch nicht ein einziges Mal; p er ist durchaus unhebräisch; wie läßt sich solch eine Nachlässigkeit entschuldigen? —Fehlerhaft aber find (Druckfehler, welche auch in Menge da sind, zählen wir nicht auf) S. 16 rWn S. 22 pnT statt; S. 45 (49) öfters mit Zere, eben so S. 104 u. 105; S. 43. 55. 60. 61. 93 stets mit Dagesch; S. 65 rii^X mit Zcre; S. 66 mit Zere, so auch bei den Zahlen; S. 68 als Beleg zum Kamez 3es. 1,21; S. 85 zwei mal (Wachtel) mit Schin; S. 81 mit Dagesch; S. 95 mp ft. mit dem Artikel, wie es S. 195 richtig steht. — In den Paradigmen steht bald ein dagesch lene, bald nicht, ohne sichern Grund zu einem oder dem andern. — In Verbis Lamed he S. 176 werden nnD? und angeführt, wo finden sich diese Formen? — Aus diesen Beispielen ist genugsam ersichtlich, daß die Sprachlehre durchaus nicht mit gehöriger Sorgfalt durchgesehen worden, und vor dem Gebrauche erst einer strengen Correctur bedarf. Druck und Verlag von Johann David Sauerla'nder in Frankfurt am Main.

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