Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 49 (3.12.1841)
- Date
- 1841-12-03
- Page
- Seite 392 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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392 S tuttgart. — Nach der Bekanntmachung des König!. Ministeriums des Innern, des Kirchen- und Schulwesens vom 17ten v. M. die im Etatsjahr 18*%, zur Ergänzung unzureichender Schullehrer-Gehalte aus der Staatskasse verwllligte Beiträge betreffend, ist zu den Baukosten israeliti- Confessionsschulen 1) der israelit. Gemeinde Kappel, Oberamts Buchau ein Beitrag von. 200 fl 2) der israelit. Gemeinde Braunsbach, Oberamts Künzelsau ein Beitrag von.80 fl. Zusammen 280 fl. aus der Staatskasse verwilligt worden. W. Literarisch - antiquarische Notizen. Don B. Mauksch. Da dem lexikographischen Werke Aruch von R. Nathan eine so gründliche und umfassende Erörterung von dem berühmten Rapaport zu Theil geworden, so dürfte eine Nachweisung verschiedener Stellen, die von altern Gelehrten aus dem Aruek citirt werden, die sich in unserm Aruch gar nicht oder widersprechend finden, nicht uninteressant sein. Lrud. 97. a. citiren die Thos. und so auch Asckeri ad Alpk. lül. Tkeph. eine Erklärung über 1 die in unserm Aruch nicht zu finden. Slenaok. 36. k. dringen sie einen vom Aruek angeblich unter nTlH citirten Jelamdenu, welche Stelle im A. vermißt wird. Offenbar ist hier in diesem ein Fehler, denn die hier angeführte Stelle, weicht vom Originale ab. Aus Asckeri 1. c. möchte man schließen, daß.das Cilat nicht aus Men. 35, sondern der Schluß des Jelamdenu sei. — Hierbei möchte auch noch gegen Landau, welcher rrns Zeigefinger übersetzt, zu bemerken sein, baß der Aruek augenscheinlich den Mittelfinger bezeichnet, während jener allzubcstimmt die Erklärung aus Zoma vorgezogen hat. Scliitta Mekub. zu ß. K. 113. b. wird eine Erklärung des Aruch zu yb2ü angezogen, die unser Aruek nicht hat. Jona zu Alph. Ber. 9. b. hat eine solche über lfnD angeblich aus dem Aruek; dieser aber giebt gerade die entgegengesetzte, vom Jona verworfene. Thos Cholin 47 führen ihn indeß so an, wie er bei uns sich vorfindet. Vergl. auch 8ucca 34 b. den Commentar. 8 i t e v a t u t. Israels Trost und Hoffnung, Predigt von Rabbiner Grünwald in Lehrensteinsfcld (gehalten 31 sten Juli 1841) nebst Anhang. (Sir Moses Montefiore gewidmet, der Anhang enthält das Carlowsche Meeting; s. Annalen Nr. 85.) Der Verfasser erklärt sich geradezu für diejenige Ansicht, welche in einer Rückkehr der Israeliten nach Palästina und völligen Herstellung des Reiches und Opferdienstes, die Verwirklichung des Messiasreiches und also darin die einzige rechte Hoffnung Israels findet, und im Aufgeben dieser Ewartung völligen Abfall sieht. Wir haben nichts dagegen. Es giebt Viele, die diese Ansicht (heilen , obgleich wir uns nicht dazu bekennen mögen. Er beweist seine Behauptung 1) aus dem Bewußtsein der heiligen Bestimmung Israels, 2) aus dessen Geschichte, 3) aus den Verheißungen der Propheten. Eigentlich ist der dritte Punkt der einzige, denn ohne die Verheißungen hätte niemand jetzt mehr an einen Messias gedacht, und die zwei andern konnten als Belege für die Glaubhaftigkeit gelten. Die Beweise sind indeß nur subjektiv treffend. Die Predigt ist gut stylisirt nnd macht ihrem Verfasser Ehre, wenn auch der Inhalt sehr bestreitbar ist. — Bei dem Abdruck des Carlowschen Meetings aus dem Orient (auf welches der Prediger viel zu viel Gewicht gelegt hat) hätte bemerkt sem sollen, daß das ganze Aktenstück aus unfern Annalen nach unsrer Uebersetzung wörtlich abgedruckt worden! — Es ist uns von achtbarer Hand eine Recension dieser Predigt zugeschickt worden, sie ist aber zu ausführlich für unser Blatt. Nur dies entnehmen wir daraus, daß durch diese Predigt zuerst aus Würtemberg dem ebeln Kämpfer für Unsd)uld eine Huldigung dargebracht wird, und daß auch für die Schulen in Kahira und Alepandrien noch immer keine Anregung von oben erfolgt ist. Erzählungen aus den Heiligen Schriften der Israeliten. Dargeftellt für die kleinere israelitische Jugend von B. H. Flehinger, Rabbinats-Candidaten und Lehrer der israelitischen Religion zu Darmftadt. Zweite Auflage. Darmftadt 1841. Bei L. Pabft. 90 S. 8™. Dieses höchst zweckmäßig bearbeitete, die wichtigsten Punkte der biblischen Geschichte des A. T. in 55 im kindlichen Stvl abgefaßten Erzählungen, von Erschaffung der Welt dis zur Rückkehr der Juden aus der babylonischen Gefangenschaft, darstellende Werkchen halten wir für das beste, das uns bis jetzt in dieser Gattung vorgekommen, und darf solches allen Schulen als vorzüglich geeignet empfohlen werden. Jede Erzählung ist noch von einem biblischen Kernspruch und einem deutschen Berschen begleitet, so daß der Inhalt noch einmal recapitulirend Gelegenheit giebt, moralische Lehren anzuknüpfen und dem Gedächtnisse einige dübsche Sätze zu übergeben. Sehr wünschenswerth wäre es, daß Herr Flehinger, welcher den Ton der Darstellung für die frühe Kindheit so taktvoll zu treffen weiß, sich auch entschlösse, bei einer dritten Auflage, die einzelnen noch fehlenden Artikel zu ergänzen, und zugleich die Geschichte auf gleiche Weise bis zur Zerstörung des zweiten Tempels fortzuführen. Letzteres könnte auch als Anhang zu gegenwärtiger Auflage erscheinen, und dürfte einer guten Aufnahme wohl gewiß sein. I. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.