Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 48 (26.11.1841)
- Date
- 1841-11-26
- Page
- Seite 377 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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26. November. 48. 1841. Israelitische Annalen. C r n Centralblatt für Geschichte» Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von l)r. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rtblr. 3 —fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. DaS Verhältnis von Opfer und Gebet im Jndenthume, von Rabbiner A. K. — Das ,,Bekenntnis des Prosclvren" vom diesseitigen Standpunkt ans gewürdigt. (Fortsetzung). — Nachrichten nur Correspvnden;en: Oberschlesicn; Hamburg (Feier der Freischule (Schlup); St. Nicolau (Ungarn); Frankfurt am Main. — Literatur: Holländische BrbclauSgabe (Pentateuch); Notice d’un mamiscript hebreu etc. par .1/. O. Terquem; Hebräische? Leiebuch für die israel. Jugend von A. Kobn; Zu erwartende Werke: Gramm. Abh. von Ur. Scheper; Streitschrift von ChajeS. Das Verhältnis von ^pfer und Gebet im Jndenthume. Von Rabbiner A. K. In Beziehung auf den Aufsatz in den Annalen Nr. 41 u. 42: „Die Synagoge im neuen Jahrhundert." Wie lange noch werden wir trügerische Fahnen aufziehen, um uns und andere zu rauschen? Wie lange noch wird unter uns mit dem Namen Mißbrauch „getrieben, durch unpassende Benennungen Mißverständnisse und Verwirrung erzeugt werden? Daß Formenanbeterei als Frömmigkeit stch sprecht, gedankenloser Schlendrian Orthodoxie betitelt, Reinigung der Religion von mittelalterlichem Rost als Neologie verschrien wird, stnd wir gewohnt, und müssen es uns so gut gefallen lassen, wie auf der andern Seite den Dünkel einer fortschreitenden Bildung, die durch Abwerfen alles Lästigen stch das Fortkommen erleichtert, und durch eine unheilige Scheu vor dem Göttlichen ihre Gottesfurcht bekundet; nun erhalten wir auch ein Projekt zu einer gründlichen Reform von einem Conservariven. Herzlich willkommen ist uns der Sprecher, willkommener noch sein Vorschlag als Ergebnis' einer vorurrheilsfreien Forschung, als Anregung zu erneuerter gemeinsamer Tharigkeit; nur begreifen wir nicht, worin sein Conservatismus bestehet. Es kann wohl nichts Anderes damit gemeint sein, als daß Prinzip und Wesen des Iudcnthums unangetastet bleiben, und die Umbildung nur die veränderliche Hülle, die äußere von der Zeit abhängige Form treffen soll. Allein zu diesem Grundsätze bekennen wir, Reformlustige, uns auch, und müßten uns feierlich dagegen verwahren, wollte man die von uns angestrebrc Reform anders deuten; muß aber nicht die Ucberschrift „von einem Conservativcn" ein solches Mißverständniß veranlassen? Auf das Mehr oder Minder kann es dabei nicht ankommen, da dies theils subjectiver Art ist, theils durch wissenschaftliche Erörterung stch ausgleichen läßt, so bald kein Prinzipienstreit obwaltet. — Wie aber, wenn das Verhältniß in manchem Punkte stch umgekehrt Herausstellen sollte? So können wir z. B. gleich die vom gelehrten Conservativcn ausgesprochene Ansicht über den Opfercultus keineswegs als eine geschichtlich begründete und noch weniger als eine jüdische gelten lassen, ungeachter sie die Autoritär eines M a i m o n i d e s für stch har. Ums uns von dieser nicht imponiren zu lassen, dürfen wir nicht vergessen, daß Maimonides so wenig wie die ganze ältere Schule eine historische Auffassung kannte, und daher nicht im Stande war, die aus einer andern Anschauung hervorgegangenen Institutionen der Vorzeit zu würdigen, wcßhalb ihm Alles, was seinem