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Israelitische Annalen · 1841-11-19 · Heft 47 (19.11.1841) · p. Seite 376

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 47 (19.11.1841)
Date
1841-11-19
Page
Seite 376 (sequence 8)
Language
German
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376 einer bekannten, aber nie genug gehörten Musik von Schicht, mit einem Andacht erweckenden Text von Dr. Kley, beide angemessen durch Gesang und Orchester ausgeführt, sprach der verdienstvolle Oberlehrer, Herr Dr. Kley, eine Rede, die in ihrer klaren Entwickelung der Entstehung, des Zweckes und des alle zahlreiche Schwierigkeiten durch Ausdauer und Consequenz überwindenden Fortschreitens der Anstalt zu diesem Zwecke, Erziehung und Veredlung der dis dahin vernachlässigten Zugend, wahrhaft goldne, allgemein zu beherzigende und wohlthätig ansprechende Worte enthielt. Dabei feierte er mit Recht bas Verdienst nicht nur des nun verewigten Mannes, dessen hochherziges Vermächtniß die Anstalt in's Leben gerufen, sondern auch das nicht minder große Verdienst der noch lebenden Enkel, welche die Ausführung der Idee möglich gemacht und mit rastloser Thätigkeit verfolgt, wie durch Freigebigkeit unterstützt haben, Männer, die Hamburg als Beförderer des' Guten kennt und ebrt. Wenn er nun auch ausserdem aller Derer im Ganzen, wie im Einzelnen, erwähnte, die als Gemeinde- Vorsteher, als Vereine, oder individuell als Lehrer ic. zur Erreichung des Zweckes beigetragen, so verschwieg doch seine Bescheidenbcit die wesentliche Tbatsache, wie viel die Anstalt seiner 24jährigen, wohlthätigen Wirksamkeit als Oberlehrer verdankt, und wir ergänzen diese Lücke mit der innigen Ueberzeugung, daß ohne ihn schwerlich ein so erfreuliches Resultat, wie das jetzt vorliegende ^erreicht worden wäre. — Zn ähnlichem Sinne sprach am L-chlusse des Actes Herr Dr. Hahn, d. Z. präsidirender Director, gewichtige Worte, die uns, wie die oben erwähnte Rede, den Wunsch aussprechen lassen, daß es den beiden Herren gefallen möchte, ihre gediegenen Vorträge dem Drucke zu übergeben und dadurch gemeinnütziger zu machen. Zwischen dem ersten und zweiten Theile der Cantate hielt auch Herr Dr. Wolffson, als ehemaliger Schüler, eine Rede, die uns aber in der Entfernung, wo wir uns befanden, zu unserm Bedauern völlig unverständlich blieb. Was nun die Fest-Cantate betrifft, so hat Hr. Seligmann durch diese Comvosttion seinen Beruf zur Kunst, nach unserm Dafürhalten, auf rühmliche Wesse bewährt. Man kann die Znstrumentirung glänzend und den Gesang melodisch und in vielen einzelnen Theilen sehr zum Herzen sprechend nennen, und wir bedauern, baß uns der beschränkte Raum nicht »erstattet, in nähere Details einzugehrn. Die Gerechtigkeit erheischt aber schließlich.noch zu sagen, daß Herr Seligmann, der bas Ganze leitete, auch von den Sängern und Sängerinnen, größtentheils gewesenen oder noch jetzigen Zöglingen des Znftituls, auf das Beste unterstützt wurde. — Die Feier wurde durch ein Festmahl in der „Alten Stabt London" am Abend beschlossen." Zu dieser Schilderung aus den „H. wöchentlichen Nachrichten" fügen wir zunächst hinzu, daß die Festlichkeit, abgesehen von ihrer allgemeinen Bedeutung, worüber wir uns noch einiges für die nächste Nr. Vorbehalten, ganz vorzüglich dem würdigen, thätigen und verdienstvollen Director Dr. Kley und den Zöglingen selbst unvergeßlich bleiben wird. Die letztem überraschten ihren geliebten Lehrer und Führer auf eine sehr sinnige und rührende Weise mit einer Gesammtausgabe der Werke Michael Beer's (dessen Erzieher Dr. Kley einst war) und einem von dem Musikchor der Hanseaten ausgeführten Ständchen, dem ein zweites von einem Sängerchor ausgeführt folgte. Am Tage des Festes selbst speiste die Verwaltung des Frauenvereins sämmtliche Schulkinder (160—170) im Locale des Freundschafts-Zirkels, und die Damen selbst nebst vielen andern Frauen und Jungfrauen aus der Gemeinde besorgten die Aufwartung. Die Lust ward gesteigert durch schöne Gesänge. Dr. Ri esse r widmete der Feier seine besondere Theilnahme und trug vieles zu deren Belebung bei. — Wie sehr dieselbe iet Schule zum Gedeihen gereicht, kann man schon aus dem Gesagten schließen. (Das Weitere in nächster Nr.> Anzeigen. Einladung zur Subfeription. Mit Neujahr 1842 beginnt Der Orient Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Dr. Julius Fürst, seinen dritten Jahrgang. Diese Zeitschrift erscheint irr wöchentlichen Lieferungen ü 2 Bogen, deren einer historischen, der andere literarischen Nachrichten gewidmet ist. Ueber den Gehalt und die Gediegenheit derselben, haben sich bereits mehrfach die günstigsten Stimmen vernehmen lassen. An äußerer Eleganz übertrifft sie alle übrigen Journale ähnlicher Tendenz. Unterzeichneter richtet daher an ein geehrtes Publikum die ergebenste Bitte, sich recht zeitig auf diese Zeitschrift abboniren zu wollen, da nach dem Verbältniß der Abbonentenzahl die ganze Auflage bestimmt werden wird. Außer allen Buchhandlungen Dcutschland's, nehmen auch alle Postämter und Zeitungseppeditionen Bestellungen an, da die König!, sächs. wohll. Zeitungsexpedition, den Debit übernommen hat. Oer Preis für den ganzen Jahrgang ist 5 Thlr. Vierteljährlich 1 Thlr 6 Gr. . Da von Seiten der Redaktion weder Mühe noch Kosten gespart wurden, um das Beste und Gediegenste recht schnell hcrbeizubringen, so vertraut sie den Förderern und Freunden des Guten, daß sie für- Verbreitung dieses Blattes in ihren Kreisen, namentlich bei Gemeindevorständen und angesehenen Gemeindegliedern, recht thätig sein werden. Leipzig, im November 1841. C. L. Fritzsvhe. Lehr- und Erziehungs-Anstalt für Mädchen israelitischer Confession. Durch Verlegung meiner seit mehreren Jahren mit dem besten Erfolge dahier bestehenden Mädchenschule in ein neues, geräumigeres Local, bin ich in den Stand gesetzt, dem Wunsche verehrl. Eltern zu entsprechen, zu den mir anvertrauten Zöglingen noch mehrere in Pension zu nehmen. Unterstützt von anerkannt tüchtigen Lehrern, besonders von meinem Vater, der seit einer Reihe von Jahren in den ersten hiesigen Instituten Unterricht ertheilt, kann ich versichern, daß alles aufgeboten wird, was zum geistigen und körperlichen Wohle der Kinder beiträgt. Den verehelichen Eltern, welche gesonnen sind, mir die Erziehung ihrer Töchter anzuvertrauen, werde ich auf Verlangen Prospectus und Näheres meiner Anstalt mittheilen. Mainz, im October 1841. Charlotte Piccard. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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