Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 47 (19.11.1841)
- Date
- 1841-11-19
- Page
- Seite 369 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3133765-3133874-3133922--1389-3135633- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
19. November. 47. 1841. Israelitische Annalen. E i n Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. Wt. Jost. Vpn diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rtblr. 3 —fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Das ,.Bekenntniß des Proselyten" vom diesseitigen Standpunkt auS gewürdigt. — Kirchenstaat. Allgemeine Verhältnisse und Beispiele. — Zeikungsunfug. — Nachrichten und Korrespondenzen: Frankreich (Reformen); Prag (Seminar); Baiern; Amsterdam; Hamburg (Feier der Frcischule. — Anzeigen. Das „Bekenntnis -es Proselyten" vom diesseitigen Standpunkt aus gewürdigt. In Elberfeld ist im Laufe dieses Jahres eine Schrift erschienen, welche schon durch ihren Titel: „Das Bekenntniß des Proselyten" und noch mehr durch den Geist des Verfassers, des in allgemeiner Achtung stehenden Dr. M. B. Fränk e l, praktizirendcn Arztes, große Aufmerksamkeit ansprechen mußte, und ohne Zweifel auch an vielen Orten gefunden hat. Auch »vir haben dieselbe mir demjenigen Ernste gelesen, den die Materie, »vie sehr auch die Meinungen divergiren, erfordert, und die etwaige Wirkung derselben prüfend erwogen. Wir zweifeln, daß dieses Buch dazu führen könne, dem Christenlhulne mehr Proselyten zu erwerben, die nicht schon anderweitig den Entschluß zürn Uebertritt gefaßt haben; aber auch selbst »venn »vir uns sagen »nüßten, daß es ohne Zweifel der Kirche noch rnehr Anhänger verschaffen »vürde, könnte eine solche Besorgniß uns nicht bestimmen, widersprechend aufzutreten; denn einen derartigen Schritt harjjeder für sich allein zu errvägen und zu verantworten, und eine Controverse, welche sich um die Frage drehet, welche Religion als solche besser oder wahrer, oder allein wahr sei, »nöchte wohl nicht mehr an der Tagesordnung sein. Der Mensch wird in seiner Religion geboren, mit derselben erzogen, gehört derselben »vie einern Klima, einem Vaterlande und einer Verfassung an; es hat keiner dem andern h'erin etwas vorzuwerfcn, und es ist nur jedermanns Pflicht, sich in seiner Religion klare Begriffe zu erwerben, und mit feinem Bekenntniß und seiner cigenthümlichen Gottesverehrung Achtung vor andern Religionen zu verbinden, so wie es die Pflicht der Religionslehrer ist, die -Minderkundigen darin zu unterrichten. Ist späterhin einer unzufrieden und fühlt sich in seinem Bekenntnisse nicht beruhigt, während er die tiefere Wirkung von einer andern erwartet oder nach geschehener Prüfung sicher hofft, so darf ih»n niernand den Uebertritt verdenken, ja selbst die Darlegung der bestimmenden Gründe wird ihm niemand verargen, da jeder auch dahin strebt, nicht verkannt zu »verden und allenfalls auch Andere, die sich nicht zu helfen »vissen, auf den Weg zu bringen. Wer kann etwas dagegen haben? — Was wir aber an diesem Buche eines Widerspruches »verth fanden, ist, daß die Einseitigkeit der Auffassung seines Stoffes den Verfasser verleitet hat, in mehrere zarte Saiten des jüdischen Lebens auf eine solche Weise einzugreifen, daß sie gänzlich verstimmt »verden, daß die Leser an vielen Stellen von der wahren Sachlage eine durchaus irrige Vorstellung erhalten, und daß sowohl Juden als Christen durch die seltsame Darstellung einzelner, sehr wesentlicher