Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 46 (12.11.1841)
- Date
- 1841-11-12
- Page
- Seite 368 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3133765-3133874-3133921--1387-3135630- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
368 sie: Wenn du gut thust, kannst du nicht dein Angesicht erheben? also «ufjnxttf bezogen; immer noch schwierig, da zu 2'EVi alsdann das Hauptverbum fehlt. — Uebrigens pflegen die Editoren die verschiedenen Ansichten der Philologen anzuführen, ohne zu entscheiden, und bas ist am Ende das Beste. — Die Exegese ist zwar orthodor, aber doch stets sich dem rationalistischen Standpunkte nähernd, und so viel als möglich Uebereinstimmung mit der Naturkunde suchend. Dadurch wird sie allerdings aufklärend, aber es möchte hie und da der Wahrheit des Originalsinnes Abbruch gethan werden. Z. B. i. 4. Gott schied bas Licht von der Finsterniß, soll meinen, Licht und Finsterniß stehen auf der Erde einanander gegenüber, so daß sie abwechselnd auf dem Erdendenrund einander folgen. Darf man aber die Vorstellung von der Kugelform der Erde in dem Pentateuch voraussetzen? Eben so wird Boerhaave's Bemerkung über die Ausdehnung der Luft durch die Wärme angeführt, um yipn zu erklären! — i. 10. verstehen die Editoren unter VIN4 die Erdkugel mit allen ihren Erzeugnissen. Allein der Text redet offenbar nur vom Gegensatz zum Meere. H. 3. niE’Jp thenceforth to set, hat ältere Meinungen für sich; doch ist schwerlich dies der Sinn. — Auch der Fluch des Adam und der des Kain werden, jener als Segen, dieser als Ausdruck der Gewissensqualen dargestellt, um die Idee eines von Gott ausgehenden Fluches zu mildern. — Andere unbegreifliche Schilderungen, z. B. die Schlange, das Opfer Eains und Abels ic. lassen sie auf sich beruhen, ohne Erklärungen zu versuchen, und das ist gewiß recht! — Für Antiquitäten giebt es hier noch wenig Gelegenheit, wenn man nicht Kosmogonieen der Heiden mit zu Hülfe nimmt. Andere Realien, als die Erläuterung der Namen von Flüssen, Ländern und Steinen n. 10—14. sind genügend, oder vielmehr wie überall ungenügend, behandelt. In philosophischer Beziehung ist Maimonides der Hauptführer und nach ihm Mendelssohn. Also i. 3. Gott sprach, genauer, vollzog seinen Willen. 4. Er sah re. d. h. das Licht entsprach seinem Plane. 5. Er nannte, b. h. durch die Theilung schieden sich Licht und Finsterniß. Der Baum der Erkenntniß ist der, dessen Frucht Sm^chkeit erzeugt; die schon oft vorgebrachte Idee, ohne daß*sdmand es wagt, naturhistorisch die Frucht nachzuweisen. Ueber Kains Opfer finden sich allerlei theologische Ansichten zur Erklärung der Gründe seiner Verwerfung. Die Eommentatoren führen Aldo an, mäßigen jedoch seine Vorstellung, und beschränken die Verwerflichkeit des Opfers Eains auf den Gcmüthszustand des letztern, welcher sich in dem Brudermorde durch die Thal als schleckt bewährt. Ueber vi. ti. werden Betrachtungen angestellr, zur Abweisung des Begriffes von Reue bei Gott, und Isaac Newtons Worte dienen als Beleg, obwohl sie nicht mehr sagen als die alten Rabbinen. In den angehängten größern Anmerkungen zum ersten Abschnitte sind manche nicht uninteressante Erörterungen neben einigen entbehrlichern Materien. Zuerst werden die Unterschiede der Wörter Jehova und Clohim in grammatischer und stylistiswer Beziebung erörtert und dann deren strengere Bedeutung angegeben. Elohim ist hiernach die schaffende Macht in ihrem Verhältniß, oder in ibrer Beziehung zu den Geschöpfen, dabcr auch untergeordnete Geister öfters diesen Namen führen; daher auch Götzen; auf Gott allein per se angewender, heißt es nur Eloha. — Auch hier dicNl Isaac N e w l o n als Beleg, neben Abarbanel. Bei der Geschickte mit der Schlange wird gegen die Rationalisten polemisirt, auch darauf verwiesen, daß andere orientalische Völker den Sündenfall erzählen. Zu m. 20 werden die Fragen: Wie kommt die neue Benennung hieher? Was ist der Sinn der Worte: Sie war die Mutter alles Lebendigen? und warum hat nicht auch Adam einen andern Namen angenommen? in ernste Erwägung gezogen, und beantwortet. — Dies ist scholastisch. In casuistischer Hinsicht wird die Vorschrift I. 28 (eigentlich nur ein Segen) mit Nachweisung aller Quellen näher beleuchtet, und als eine Regulirung des Sinnentriebes durch die Ehe bezeichnet. Auf keinen Fall schadet diese Ansicht. Wir werden späterhin noch öfter auf dies Werk zurückkommen, welches übrigens sehr schön ausgestattet ist, und jedenfalls viel Belehrendes darbietet, das andere Bibeln nicht haben. Anzeigen. So eben erschien bei Schreck in Leipzig: Die Befchneidung der Israeliten und ihre Nachbehandlung. In operativer und ritualer Rücksicht bearbeitet von E. EMin, Wundarzt zu Dresden. Mit l Kupfertafel. 8. brochirt. 10 Ngr. Zion. Hebräische Zeitschrift für Theologie und deren Hilfswissenschaften. Herausgegeben von Dr. M. Creizenach und Dr. J. JU. Jost. Zweiter Jahrgang (602) iW? s Inhalt: 1) Ein Gedicht von eigenthümlichem Versbau, von Salomon Dubno, mitgekheilt von Dr. Somerhausen in Brüssel. 2) Bemerkungen zu verschiedenen Fragen im vorigen Jahrgang, von vr. Aub in Baircuth. 3) Fortsetzungen über die Abfassungszeit des Buches Hiob, von einem Gelehrten in Willna. 4) Moralische Erklärung des Gebetes -ns: vtasi .von S. D. Luzzato in Padua. 5) Ueber das Büchlein -ny^n von Dr. Erter in Brody, von einem Gallizier. ]¥f 3. Inhalt: 1) Ein Gedicht über den Hochmuth, von Salomon Dubno, mitgetheilt von Dr. S o m e rh a u sen. 2) Zweiter Brief von über Erklärung biblischer Wunder. 3) Fortsetzung der Forschungen über Hiob. 4) Eine aus Prag eingesandte Kritik über Verschiedenes im ersten Jahrgang des Zion. Die Redaktion der hebräischen Monatschrift Zion in Frankfurt am Main. Von der hebräischen Monatschrift Zion erscheint jeden Mondmonat des jüdischen Kalenders eine Nummer, bestehend aus einem Bogen in gr. 8. — Sollte eine verbreitetere Thcilnahme es irgend möglich machen, so werden wir uns beeilen, die Lieferungen zu vermehren. Preis des Jahrgangs fl. 2. 12 kr. rhein. Man subscribirt in allen Buchhandlungen und bei allen löbl. Postämtern, in Frankfurt a. M. bei dem Unterzeichneten, so wie auch in der I. D. Sauerländer'schen Buchhandlung. J. «K. Jodler, Inhaber einer Verlagshandlung jüdischer Schriften. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.