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Israelitische Annalen · 1841-10-29 · Heft 44 (29.10.1841) · p. Seite 352

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 44 (29.10.1841)
Date
1841-10-29
Page
Seite 352 (sequence 8)
Language
German
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352 thansohn, ein ausgezeichneter Stylist, sucht aus Ovid. Trist, i. 1. 81—84, welche Verse er trefflich übersetzt, und aus andern Bemerkungen darzuthun. daß Hiob ix. 26. Euböa bezeichne. Er giebt außerdem noch ein Paar philologische Notizen, die uns nicht einleuchten wollen. In poetischer Prosa giebt H. I. L. Katzenellenbogen eine Art Schilderung des Eliah auf dem Berge Earmel. Eine große Kraft zeigt sich in der Sprache, doch fehlt ihr, unserm Gefühle zufolge, der rechte Fluß und das orientalische Colorit. — Leven sohn klagt in strophischen Versen des Menschen Hinfälligkeit und trauriges Loos, wogegen die Poesie als zweiter Tdeil im nächsten Hefte als Gegensatz auslreten soll. Auch in diesem Gedichte ist Form und Gedanke oeeidentalisch. — Eine Erläuterung von Num. xvn. 18—20 von H. Klazko, scheint uns gesucht. — Eine Nachweisung des historischen i von M. Straschun, nebst Anm. v. Pin; beide halten den Namen für Xi-Ees; mit Unrecht; wir haben bereits in der Geschichte der Israeliten bewiesen, daß Ursicinus gemeint ist. — I. Z. Eliast.§rg (ein uns näher bekannter Autor von ausgezeichneter Bildung und Fähigkeit) giebt recht hübsch eine Erklärung zu einer thalmudischen Hyperbel. — Salkind besingt den Mond in schönen Versen. — I. Klazko, ein Knabe von 15 Jahren, liefert eine prosaisch poetische Erzählung: der Fischer; sehr schön in Sprache und Inhalt. — M. Trevs, Beschreibung der Mumien; mit belehrenden Anmerkungen von E. L. Hurwrtz. — M. Strafchn über Ben Dinai, welches er für Beduinen hält, ebenfalls nicht richtig. — H. Katzenellenbogen giebt verschiedene Erklärungen von Bibelversen, welche verkürzt erscheinen. — Benjamin Berkowitz erklärt das Wort pT>K7u. — M. Straschun, bibliographische Notiz über Schein (ob. — M. N athansohn, Erklärt Lxud. Xll. 1; 2. Kön. XXin. 7. Hiob I. 16 —18. Zum Schluß einige Sinnsprüche von N. Bloch. — Zuletzt wird noch ein Nekrolog hinzugefügt, worin M. A. Ginzburg die Verdienste des verstorbenen Benj. Nathan sohn in Willna, namentlich um das Krankenhaus, sehr schön darstellt, welches er nicht blos aus eigene» Mitteln reichlich unterstützte, sondern dreiunddreißig Jahre hindurch alltäglich vom Morgen bis zum Abend väterlich beaufsichtigte und in schöner Ordnung erhielt; ja, selbst zur Zeit als sein Reichthum dahin schwand, den ihm angedotenen Gehalt ab lehnte. Er starb im Febr. v. I. 63 Jahr alt am Typhus. Der mehrgenannle Schriftsteller M. N. ist sein einziger Sohn. — Auf dem Umschläge dieses Heftes finden wir als bald zu erwartende Schriften ange;eig(: ’H'D'1 (Elemente der Mathematik) von H. Ex Slonimski (bekannt durch seine Rechenmaschine); ferner Ginzburgs Weltgeschichte, Th. 2. — ipn* von Pin, Schilderung der Verhältnisse der Israeliten in aller Welt, und endlich eine Liedersammlung von demselben. Zum Neuen Jahre. Ein Geschenk zur Belehrung der reifern Jugend Israels beiderlei Geschlechts, von A. L. Mayer. Mainz (in Comm. bei v. Zabern) 1841. 44 S. gr. 8. Unter reiferer Jugend ist hier augenscheinlich eine solche zu verstehen, welche im Alter bereits vorgerückt ist, aber nicht in der Bildung, daher auf mancherlei Morallehren entweder noch nicht gehörig hingewiesen worden, oder in der Voraussetzung, daß sie solche nicht vollständig und dauernd beherzige, öfters aufmerksam gemacht werden muß. Diese Lehren werben eingeleitet: i. durch ein jambisches, strophisches Gedicht, in welchem das Metrum nicht sehr streng gehalten ist: eben so ungenirt bewegen sich dje Ideen, öfters durch die Reime herbeigezogen, etwas bunt durch einander. — Die Betrachtungen selbst nehmen einen Bibeltert zum Thema und disseriren darüber so leichthin und ungebunden; es sind: H. Wie man beim Jahresbeginn rück- und vorwärts, besonders aber nach oben schauen soll, wo Alles stets sich gleich bleibt, und die Menschen nicht sorgen, vielmehr lernen sollen künftig weise zu werden, w. Heber den Neujahrswunsch; Wünsche haben keinen Werth, außer der Wunsch verständiger zu werden, und da ist's gut, was zu lernen, auch sich selbst zu beherrschen und genügsam zu sein. IV. Gottes Weltregierung. Es ist gut, daß der Mensch nicht das Wetter berechnen ober bestimmen kann; in uns muß aber der Himmel heiter sein, wer auf Gott vertraut, kann auch bei Stürmen froh sein. V. Vertrauen auf Gott. Viel ist im neuen Jahre zu fürchten, zu hoffen, zu thun; das wird hier bewiesen; aber der Mensch braucht nichts zu fürchten, außer die Folgen der Sünden; wenn er aber fromme Vorsätze, faßt geht Alles gut. vi. Die Menschen sind Wandrer, sie sollen also den rechten Weg wählen und Gott walten lassen. VII. Der Mensch ist ewig ein Schüler, und Lehre ist vielfältig zu finden. Viil. Die Zeit muß gut angewendet werden, ix. Wie man den Ruhetag betrachten soll. Der Inhalt des Ganzen ist weder sehr umfangsreich noch irgendwie erscdöpfenb, noch logisch geordnet, — aber für die, welche solcher Belehrung sonst entbehren, immerhin nicht gerade zu verachten. Wenn sich der Vers, einmal einer strengern Folge der Gedanken und eines klaren Ziels befleißigt, kann er auf homiletischem Felde wohl anregend wirken. Doch möchten wir den Humob a la Abraham a Sta Clara nicht eben billigen. Z. B. „viil. Die Zeiger an den Uhren haben meistens die Gestalt eines Pfeiles und sind also recht beutsam gestaltet. Denn schneller als ein Pfeil entflieht die kurze Lebenszeit des Menschen, und eher könnte man den vom Bogen abgeschossenen (welchen denn sonst?) Pfeil, als die Zeit aufhalten; und dazu der ganz unpassende Vers: Wie Schatten entfliehen seine Tage, st. seine Tage sind wie ein vorüberziehendcr Scbatten. — Dann folgt: Wer indessen nach Regel und Ordnung, mit Fleiß und Verstand das Seinige treu hält, der hält seine Zeit fest, er giebt sie aus wie Gold, und. den krönt sie mit Heil! — Solche Confusion findet sich öfters in dem Büchlein bloß in Folge der gesuchten Fahrlässigkeit. Der größte Theil der beigegebenen hebräischen Verse ist mehr oder minder fehlerhaft abgedruckt, so S. 7. 3. .S. 8. 3. 8. S. 0. 1. S. 10. 2. 5. S. 14.1. 2. S.15.2.3. S. 10. 2 Wörter. S. 20 ebenfalls. S. 22 sott heißen Is. 41. 10. S. 24. 1. S. 25. 1. S. 26. 2. D. 27. 1. S. 28. 7. 8. 13. 16. S. 20. 4. S. 81. 1. S. 37. 3. S. 38. 6. S. 30. 7. S. 42 ist ganz unklar. S. 43. 3 ganz.entstellt. Der Verfasser muß bei künftigen Arbeiten viel strenger zu Werke gehen, indem man berechtigt ist, von ihm etwas Gutes zu erwarten. Selbst als populärer Schriftsteller darf man nicht leichthin schreiben, sondern es muß auch in der kleinsten Schrift ein geregelter Plan herrschen, die Gedanken müssen gehörig geordnet sein, und der Vortrag, wenn auch im Volkstöne, doch stets eine gewisse Haltung zeigen. Wer hierin etwas leistet, erwirbt sich nicht zu verachtende Verdienste, und wir glauben aus der vorliegenden Schrift schließen zu dürfen, daß deren Verfasser gerade für die Volksliteratur schöne Anlagen besitzt; um so mehr möchten wir ihn eben so sehr aufmuntern, wie ihm zugleich unsre Wünsche an's Herz legen. 41« z e t j$,e. Für einen Rabbinats-Candidaten findet sich in dem Hanse eines Rabbiners eines großen Sprengels gute 'Gelegenheit zur praktischen Amtsvorbereitung. Nähere Auskunft ertheilt die Redacrion. Druck und Verlag von Johann David Sauerl ander in Frankfurt am Main.

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