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Israelitische Annalen · 1841-10-08 · Heft 41 (8.10.1841) · p. Seite 328

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 41 (8.10.1841)
Date
1841-10-08
Page
Seite 328 (sequence 8)
Language
German
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328 r Antritts-Rede, gehalten von H. S. Hirschfeld, vr., Rabbiner in Wöllstein, am Sabbarh Hagadol 5601 (3. April 1841), daselbst in der Alexander'schen Buchhandlung. (Zum Besten der neuerrichteten Religionsschule.) Diese Predigt des durch sein gelehrtes Werk: Geist der thalmudischen Exegese, bekannten Rabbiners, behandelt die praktische Frage: wie der Volkslehrer zu wirken habe, um das Volk seinem Ziele näher zMbringen? Dieses Ziel ist der Friede, besonders schwierig unter den jetzt zahlreichen Mißverständnissen, die hier gut geschildert werden. Dann werden die Mittel zur Herstellung des Friedens durchgenommen, 1) Streben nach dem Vertrauen des Volkes und nach Achtung bei fremden Kirchen, 2) Beachtung des Bessern in allen Partheien, 3) Berücksichtigung der Unterschiede in den Verhältnissen. — Die Ideen sind überall mehr angedeutet als durchgeführt, der Ausdruck populär; die ganze Haltung sanft und friedlich. Wozu immer Schalom vorkommt, da dieser Ausdruck in dieser Form auf keinen Fall ein Terminus ist, sehen wir nicht ein. Die Citate aus der heil. Schrift sollten einer etwas strenger» Uebersetzung folgen. Jes. XI. 1 ff. (S. 8) ist ungenau gegeben, besonders „der Leu wird Stroh wie das Lamm fressen," welches -doppelt unrichtig. Eben so Mal. Ende (S. 9): Zch schicke euch einstens den Elias (fehlt: den Propheten), bevor es naht der Tag des Herrn, der furchtbare und der große (st. umgekehrt.) — Uebrigens steht zu erwarten, daß der wackere junge Mann in seiner Laufbahn sehr bildend auf seine Gemeindeglieder cinwirken werde. 3. Antritts-Predigt des Districts-Rabbiners Narhan Ehrlich zu Schopfioch in Baicrn (geh. 16. Juli 1841 bei seiner Installation). Dinkelsbühl, Walther'sche Buchhandlung. Die Beschreibung der Jnstallationsfeierlichkeiten geht der Predigt voran, auch die vom Landgerichts- Assessor, Herrn Meyer das. an die Gemeinde gerichteten Worte. Das Thema ist wiederum: der Beruf des Geistlichen, 1) als Lehrer des göttlichen Wortes, 2) als Wächter der Religion, 3) als Beispiel und Muster. Recht gut ausgeführt, populär und überzeugend. 4. Antritts-Rede des Districts-Rabbiners M. Leb recht zu Niedcrwerren in Baicrn (gehalten 11. Juni 1840). Schweinfurt bei Wetzstein, (o. I.) Eine recht gemüthliche Predigt, welche ausdrückt, wie der bescheidene Candidat in sich selbst den Muth gewonnen habe, auf Erfolg seines Wirkens zu vertrauen, 1) durch seine Willenskraft, 2) durch fremdes Beispiel, 3) durch die Religion, 4) durch Gott den Geber der Religion. — Die Gedanken wohlgeordnet, voll Wahrheit und wichtiger Be. merkungen, sehr anregend und überzeugend. 5. Die Probe- und die Antritts-Predigt des Candidaten I)r. Moritz Loewe (gehalten 26. Marz und 3. April 1841) Religionslehrcr und Predigers zu Güstrow in Meckl. Schwerin. Daselbst 1841 bei Opitz und Comp. Die erste zeigt an dem Muster der Stiftsbütte, was gegenwärtig zu thun sei, um die gesunkene Religion zu erheben; nämlich: freiwillige Beisteuer zur Besserung des Gottesdienstes und Unterricht der Jugend. — Die zweite behandelt die Kraft des Vertrauens-auf Gottes Vorsehung in den Schwierigkeiten des religiösen Lebens. Beide bewegen sich auf dem Boden des Fortschrittes, sind ohne Zweifel daselbst sehr anregend gewesen, und zeugen von klarem Denken und edelm Willen. Die Sprache ist populär und zweckmäßig; einige kleine Freiheiten wird längere Uebung wohl noch mäßigen; z.B. vorw.: in eine einsame Trümmer; und weiter hinein öfter, das Stift, für Stiftszelt; auch ist die Harmonie des Ausdrucks noch einer strengen Sichtung bedürftig. Dergl. S. 41. — 6. Antritts-Predigt des Rabbiners Grünebaum zu Ansbach (IS. Juli 1841.) Ansbach bei Dollfuß. Ueber diese ist schon in den Annalen berichtet worden. — Sämmtliche Predigten, die wir hier nur kurz anzeigen, geben den Beweis von dem trefflichen Geiste, welcher die Führer und Lehrer des Volkes in unsrer Zeit belebt, und es kann nicht fehlen, daß die besten Früchte erzielt werden, wo ivlche getreue Arbeiter sich des verwahrloseten Feldes annehmen. Anzeige. }n Zion. Hebräische Zeitschrift für Theologie und deren Hülsswiffenschasten. Herausgegeben von vr. M. Creizenach und vr. I. M. Zweiter Jahrgang (602> J¥? 1. enthält: 1) Eine Ode an die Sprache, von Blumenfeld. 2) Eme Kritik über verschiedene Einzelnheiten im K. CH. VI von Salomon Geiger in Frankfurt a. M., ein Stück, welches sich durch Benutzung des Sprachschatzes zu manchen eigenkhümlichen Anspielungen und Wendungen auszeichnet; 3) Ueber verschiedene Irrungen im Thalmud von 'n '!• 4) Ueoer die Messiaslehre von Dr. Wasserman n Rabb. in Mühringen. Ferner MittHeilungen zu dieser Zeitschrift können auch mit der Post gesandt werden. Wir bitten besonders um wissenschaftliche Aufsätze, oder ästhetische Stücke von ernst-erhabener Haltung. Da der Lesekreis zu dieser Zeitschrift nur aus der kleinen Zahl von Kennern sich bilden kann, so sieht die Redaction keine Möglichkeit Honorare zu versprechen, und erwartet die Beiträge nur eben von solchen Autoren, welche, mit ihrer Wissenschaft gemeinnützig sein wollen, so wie die Redacxoren ebenfalls hierbei nur den ausgesprochenen Zweck, ohne Eigennutz, verfolgen. Vom ersten Jahrgange sind noch Exemplare ü fl. 2.12 kr. zu haben. Die Redaktion der hebräischen Mvnatschrift Zion in Frankfurt am Main. Von der hebräischen Monatschrift Zion erscheint jeden Mondmonat des jüdischen Kalenders eine Nummer, bestehend aus einem Bogen in gr. 8. — Sollte eine verbreitetere Theilnahme es irgend möglich machen, so werden wir uns beeilen, die Lieferungen zu vermehren. Preis des Jahrgangs fl. 2. 12 kr. rhein. Man subscribirt in allen Buchhandlungen und bei allen löbl. Postämtern, in Frankfu rt a. M. bei dem Unterzeichneten, so wie auch in der I. D. Sauerländer'schen Buchhandlung. I. S. Adler, Inhaber einer Verlagshandlung jüdischer Schriften. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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