Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 41 (8.10.1841)
- Date
- 1841-10-08
- Page
- Seite 321 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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8. Oktober. Nw 41. 1841. Israelitische Annalen. EinCentralblatt für Geschichte» Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rtblr. 3 —fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Di« Synagoge im neuen Jahrbundert. — Amerika. SonntagSsckule für Religions-Unterricht der Israeliten zu Philadelphia. (Schluß). — Herzogtbum Sachsen-Meiningen: Gesetzvorschläge. (Fortsetzung).—Nackrichten und Correspondenzen: Hamburg; Bernburg; Baierische Pfalz. — Literatur: Die Religion deS Geistes re. von vr. Formüecher; Predigten von vr. S. Holdheim u. A. — Anzeige: Zion. Zweiter Jahrgang. Nr. 1. Die Synagoge im neuen Jahrhundert. (Don einem Conservativen.) Es ist eine unbestrittene J) Wahrheit, daß der Gottesdienst den Typus der Zeit an sich tragen und mir der Gegenwart in Einklang gebracht werden muß, wenn das Gemüth in andächtigem Erguß zum Schöpfer des Alls erheben soll. Nach dem Standpunkte der Cultur, den Begriffen und Vorstellungen von Gott und Vorsehung, bildere sich daher zu allen Zeiten und bei allen Völkern die Gottesverehrung und die dazu gehörige Form der Riten. So ver- ') Richtiger: unbestreitbar; denn die Wahrheit ist nicht allein bestritten worden, sondern hat seit 30Zähren, daß sie Annehmer findet, selbst in den Ländern, wo die Intelligenz schon etwas gilt, unterliegen müssen, und man hat ihr geradezu unter dem Beistände der Landesgesetze in's Gesicht gesagt, daß die Beibehaltung des aller offenkundigsten Unsinnes, sobald er nur ein gewisses Alter Nachweisen kann, die erste Pflicht, sie aber als Neuerungssüchtige zu verdammen sei. Wo hat sie bis jetzt Zuflucht und Schutz gefunden? — Uebrigens ist dieser Satz, von^eiten eines streng Conservativen ausgesprochen, ein Beweis mehr für die steigende Macht der historischen Entwickelung, die wir selbst höher schätzen, als willk ührliche Umwandelung des Bestehenden. D. H. ordnete die göttliche Gesetzgebung dem aus dem Sclavenjoch Aegyptens befreieten, an heidnischen Opferdicnft gewöhnten Volke tägliche Opfer, nicht aber tägliche Gebete, wenn gleich die Kraft des Geberes sich bei manchen Ereignissen schon den Israeliten in der Wüste bewährt hatte. 2) — Mit dem Prophetismus entwickelten sich erst reinere Ideen von Gottcsverehrung; und je mehr die Israeliten an Erkenntniß Zunahmen, desto mehr verlor sich das Ansehen des Opferdienstes im Volke und Gebete traten endlich an die Stelle der blutigen Opfer.2) Daher stieg immer mehr und blühcte in der Periode des zweiten Tempels, ungeachtet der wiederhergeftellten Opfer und des Priesterdienftes, die Synagoge selbst zu Jerusalem, wie aus der großen Menge der Belhäuser leicht zu ersehen. (Midi-. Echa zu ]&a). Es ist daher keine gewagte Hypothese, wenn man behauptet, daß nur der Pharisäismus und die Priefterfamilie, gegen die bereits allgemein herrschenden Ansichten eines Jesaia und 2) Merkwürdig sind die chalbäischen Paraphrasten, Onkelos und Jonathan, welche zu Exod xxxviii. 8 den Frauen bei der Stiftshütte regelmäßige Gebete zuschreiben. Eben so der Syrer und die Septuaginta. (Nicht ganz so; auch weichen die lxx in diesem Capitel sehr vom Urtext ab. I.) 3) -jpn pTön -mD r6cn