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Israelitische Annalen · 1841-09-10 · Heft 37 (10.9.1841) · p. Seite 296

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 37 (10.9.1841)
Date
1841-09-10
Page
Seite 296 (sequence 8)
Language
German
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296 daß sich ihre Nachkommen nach dem Lande ihrer Voreltern zurücksehnten. c) Aus der Uebereinstimmung, die in den beiderseitigen Religionsbegriffen, Sitten und Gebräuchen herrschte. Ueber letzteres breiret sich der Verfasser sehr weitläufig aus, und giebt am Ende zu manchen Geboten die Ursachen nach maimonidischen Prinzipien an. *) Nr. 7 Erklärungen von Reggio und de la Volta zu einer schwierigen agadischen Stelle, in T. Sabbath 146, die wie alle ähnliche im Thalmud, wenn man keine supernaturallstische Deutung zugeben will, nur allegorisch oder metaphysisch zu erklären, ober noch vernünftiger, für Träume zu halten sind. Im letztern Sinne erklärt hier Luzzatto die beanftagte Stelle, nach dem Beispiele des R. Hai und R. Chananel (vergl. deren Biographien bei Rav.) Ueber das bei den Kabbalisten vorkommcnde 'Qi.'n werden interessante Notizen gegeben, unter denen die merkwürdige, daß ein Arzt hierunter den thierischen Magnetismus entdeckt haben will. _ (Forts, folgt.) Karaitische Literatur. □'Ti yy * Ahron ben Elia's aus Nicomedien des Karaers System der Religionsphilosophie rc. (Fortsetzung.) Im Onomastikon werden viele interessante Bemerkungen mitgetheilt, doch sind sie begreiflicherweise nur literar-historisch. Ob sie, so weit solche die Karaiten betreffen, aus Anschauung der Werke selbst hervorgegangen seien, wissen wir nicht bestimmt, da meistentheils für die Aussagen nur ältere Autoritäten ingeführt werden, statt daß es überall, wo die Werke vorliegen, zweckmäßiger ist, aus ihnen zu schöpfen, und die oft irrigen Berichterstattungen früherer Zeiten auf sich beruhen zu lassen. So z. B. S. 302 das Jahr, in welchem Ahron b. Joseph das Werk Mibcliar (nicht Mubchar) verfaßte, nämlich 1294, zu Anfänge und zu Ende angegeben, und somit ist anzunehmen, daß er mindestens der ganzen zweiten Hälfte des 13ten Jahrhunderts bereits angehöre, denn das Werk verräth eine Reife von Jahren und eine gewisse schon erlangte Autorität. Der Umfang der Kenntnisse des Vf. ist ebenfalls aus dem Werke selbst ersichtlich. Daß er aber an eine ewige Materie geglaubt habe, ist durchaus unwahr, wenn auch ein Späterer es ihm beimißt; ein Blick in seine Vorrede widerlegt dies über allen Zweifel. Auch daß er oft den Rabbaniten beipflichte, ist zu viel gesagt. Er ist vielmehr ein unpartheiischer Forscher, und sucht den reinen Sinn der heiligen Schrift zu ermitteln, daher er bisweilen auch, wie natürlich, das Bessere bei den Rabbaniten anerkennt. Bei Anführung des Commentars 'l'biratb Chesef (303) war zu bemerken, daß derselbe von dem noch lebenden Chacham zu Ewpatoria geschrieben ist. — So finden wir auch (S. 312) Juda Hadassi viel zu kurz avgefertiqt. Das Werk selbst giebt in der neuen Ausgabe nicht 387, sondern 379 Alphabete (von denen mehrere ganz und gar fehlen) und mehrere Akrostichen; auch kann die Form nur für die abgeschmackte Künstelei der Karaiten anziehend genannt werben; der geringste Schein eines bessern Geschmackes muß die Form als die Ausgeburt eines gänzlich verdorbenen und irregeleiteten Sinnes bezeichnen. Dod Mordechai hat kein kritisches Urtheil. Der Beiname rührt her von der Trauer um Jerusalems Fall (1099), den der Vater des Verfassers mit erlebt, und nach welchem derselbe mit vielen Andern in Constanrinopel sich angesiedclr halte, wo sie eine ganze Gemeinde Abel« Zion gründeten. Sein Werk ist indeß wirklich höchsi interessant für die Kenntniß der damaligen gar nicht niedrigen Bildungsstufe karailischer Gelehrten. Ob wir in diesem Autor die Vollendung des Systems der Zeit nach anzunehmen haben, muß dahin gestellt bleiben, so lange wir *) Als archäologische Untersuchung kann diese Abhandlung einigen Werth Habens die Schlußfolgen derselben aber sind lediglich Hypothesen. Ref. nicht wissen, welche abgerundete philosophische Werke er vor sich gehabt habe. Denn er nennt viele Vorgänger, aus denen er geschöpft hat (zu denen übrigens der bekannte Aden Esra nicht gehören kann, da dieser im I. 1148 noch nicht verstorben war, ja vielleicht im Oriente kaum einen Namen haben mochte; so daß dieser Name entweder durch Mißverständnis in den Text gerathen ist, oder einen ältern Grammatiker bezeichnen muß). — Wie gesagt, der ganze erste § dieses Proleg. hätte etwas vollständiger ausgearbeitet und mit Belegen versehen sein sollen, und wir würden es dem Herrn Verfasser danken, wenn er über diesen Gegenstand eine besondere Dissertation lieferte. — § 2 giebt die literarhistorischen Notizen betreffend Ahron b. Elia. S. V scheint ein kleiner Jrrthum sich e.ngeschlichen zu haben, indem Herr vr. D. unsre Mittheilungen Nr. Uttkl7. 18 der Annalen 1839 als aus dem Leydener CoW^Wuiommen bezeichnet, während dies unser eigener 152WWriebener Coder ist, den wir von den Karaiten direct erhalten haben. Es hat dieser Umstand nur in so fern Wichtigkeit, als vielleicht der Leydener Varianten darbietet, wie denn auch der unsre deMiche Spuren einer gelehrten Revision zeigt. Was den Kosegartorischen Versuch einer Uebertragung des Corona legis betrifft, so konnte ein kritisches Wort beigefügt werden, den dieser Versuch gehört nicht zu den gelungensten, indem mehrere irreleitenbe Mißverständnisse sich darin finden, wie wir uns klar erinnern, bei'm Durchlesen derselben wahrgenommen zu haben. Es ist indeß schade, daß nicht mehr davon erschienen ist, die Fehler ließen sich leicht berichtigen. (Forts, folgt.) Anzeige«. In meinem Verlage sind folgende Schulbücher erschienen: L. Pl offner. Jüdisch-Mosaischer Religionsunterricht für die israelitische Jugend. Ein für den öffentlichen, auch Privatunterricht sich eignendes Lehrbuch. 21 Bogen gr. 8. Ladenpreis Rthlr. 1. Um dieses Lehrbuch gemeinnütziger zu machen, damit es in weniger bemittelten Gemeinden eingeführt werden kann, habe ich den Preis auf unbestimmte Zeit auf die Hälfte herabgesetzt, wenn 10 Exemplare mit einem Male genommen werden. Rechenbuch für Töchterschulen und zum Selbstunterricht von I. F. Zerrenner. 1840. 206 Seiten, gebunden Rthlr. 7/,2, bei 5 Exemplaren gebe ich an Schulmänner das 6ste frei. 150 Exempeltafeln von I. F. Zerrenner Rthlr. %. S. Frankel. Handbuch der Conversation in französischer und deutscher Sprache. Iste Abtheilung (Phraseologie) l2l/2 Sgr. 2te Abtheilung (Vorübungen, Gespräche, Gallicismen, Germanismen rc.) 15 Sgr. Auf dies Schulbuch mache ich die Herren Lehrer besonders aufmerksam, da diese Lehrmethode sowohl für den Lehrer, als auch für Schüler selMMveckmäßig abgefaßt ist. L. FernÜDM jun. in Berlin. Bei W. Levysohn in Grünberg erscheint im Oct. d. I., und nehmen alle Buchhandlungen Unterzeichnungen an: Die Fortsetzung der wissenschaftlichen Zeitschrift für jüdische Theologie, herausgegeben von vr. Abraham Geiger, Rabbiner zu Breslau. Der Preis für den Band zu 4 Heften beträgt Rthlr. 2'/2. Die Unterzeichnete, Lehrerin an der Israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt am Main, erbietet sich, einige Mädchen in Pension zu nehmen, um solche mit ihren eigenen, die genannte Schule besuchenden Kindern aufs sorgfältigste zu leiten und zu erziehen. Näheres auf portofreie Anfragen auch bei der Redaktion der Israelitischen Annalen. Henriette Bonn, geb. Trier. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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