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Israelitische Annalen · 1841-08-27 · Heft 35 (27.8.1841) · p. Seite 279

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 35 (27.8.1841)
Date
1841-08-27
Page
Seite 279 (sequence 7)
Language
German
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279 gleichlautend, von da an aber in eine Bitte um Wiederauferstehung der Märtyrer umgewandelr, mit Heranziehung paffender Schriftftellen als 5-B. Mos. 32, 39. Jes. 26, 19. Jech. 37, 12. Ps. 17, 14. Den Schluß macht Daniel 12, 2u. 3. — Das npa ist in eben diesem Gebetbuche ganz ausgelassen, was bemerkenswerth ist, da es allgemein in den großen Synagogen von deutschen Minhag in Trieft eingeführt ist. Die Uebersetzung von S. D. Luzzato ist, wie zu erwarten, sehr schön und gemüthvoll; wahrscheinlich ist er auch wenigstens Mitarbeiter der lehrreichen Vorrede. Auffallend ist, daß während die rabbinische Logik baynw die beiden fp-nD □ ipi und nn2D übersetzt sind, das erhabene unübersetzt geblieben ist. Daß Tischgebete und andere häusliche Benedeiungen gar nicht darin ausgenommen sind, mag beweisen, daß es nur für den Synagogengebrauch bestimmt sei. Doch warum das? — Literatur. rrn^in Toldoth Jeschurun. Die Geschichte der Weltschöpfung und der israelitischen Nation bis zur Erbauung des zweiten Tempels. Zum Vortrage für die Jugend hebräisch bearbeitet von Wolf Mayer (öffentl. Lehrer in Prag), übersetzt und mit deutschen Anmerkungen begleitet von S. Freund. Prag 1840. Bei M. I. Landau. 372 S. gr. 8. Dies Merkchen (dessen Titel etwas klarer gewählt werden konnte, etwa: Geschichtlicher Bidelauszug zum Unterrichte im Hebräischen, mit Uebersetzung und Anmerkungen begleitet) enthält eine gedrängte Uebersscht der historischen Fakta, so weit solche der unreifen Jugend wesentlich wichtig sind, meist mit dem Ausdrucke der heiligen Schrift; manche Schwierigkeit paraphrastisch ausgleichend. Da die Uebersetzung (man hat sie in zwei Ausgaben, nämlich mit deutschen und mit hebräischen Lettern) dem Text gegenüber steht, so will die Methode wahrscheinlich alles auf dem Wege der Uebung, nicht der Analyse, das Hebräische lehren. Wie wir vernehmen ist dies Buch schon weit und breit als Schulbuch eingeführt, und erfreuet sich einer guten Aufnahme. Hieraus ist zu schließen, daß es noch neue Auflagen erleben wird, daher es denn wohl um so eher Pflicht ist, dasselbe mit kritischem Auge durchzugehen, und auf Einzelnes aufmerksam zu machen, das in der Folge Berücksichtigung erheischt. Der Tert ist natürlich rein und gut in Betreff des Sprachausdrucks. Was aber die Paraphrasirung betrifft, so möchte die exegetische Jnterpretirung bisweilen allzubestimmt erscheinen, und es frägt sich, ob nicht dadurch der künftigen Forschung zu sehr vorgegriffen würde. So ist gleich Gen. I. 1 hier umschrieben, als die Gesammtschöpfung im Allgemeinen bezeichnend, dem alles Folgende als Erläuterung dient; diese Bedeutung des rPlTN‘"i2 ist aber sehr streitig. Unsrer Ansicht nach würde man wohl thun, den ersten Vers der Bibel wieder an die Spitze zu stellen; oder mit dem Ausdrucke aus Exod. xx. 11 zu beginnen. Eben so finden wir die Abkürzung am dritten Tage □"ün "PPC schwierig, und es wäre besser bloß ypnn DK zu setzen. — Bei'm fünften ist die Umschreibung: WQ irrelettend; bei'm sechsten alle bei Erschaffung des Menschen hinzugesügten Stücke, V. 8 und 9 schwerlich zu billigen, besonders da die Erschaffung des Weibes erst nachfolgt, und der Segen hinterher kommt. Der Zusammenhang wird dadurch nicht befördert; mindestens hätte man besser gethan, mit V. 9 den zweiten Abschnitt zu eröffnen. Die gänzliche Weglassung der Schlange im dritten Capitel zerstört den Eindruck der schönen Darstellung. Wir sehen keinen Grund zu dieser Einrichtung. Fürchtet man die Schwierigkeit, so ist es besser, die ganze Sache dem reifern Alter vorzubehalten; aber das Ganze zu entstellen scheint uns sehr gewagt. V. 7 wird der Befehl, je zwei Thiere in die Arche zu bringen, seltsam umschrieben durch 12pDD warum? — vm. 2 erzählt, Abraham habe die drei Engel in's Zelt geführt! — VIII. 4 ist Gen. XVIII. 8 ungenau wieder gegeben, ohne Grund vielleicht, weil Milch und Fleisch zusammen gestellt äst? Auch wird durch jnyi statt jn;n die Gastfreundschaft geschwächt. — 39 ist ifp-p willkührlich umschrieben. — X. ist ganz und gar verkürzt, wahrscheinlich aus moralischer Zaghert. — XIII. finden wir die Scene zwischen Jakob und Esau (bes. 17) zu sehr verkürzt. — XV. vermißt man, weßhalb Joseph vorgezogen ward, selbst daß er Rahel's Sohn war, ist nicht erwähnt, obwohl XX. 14 darauf Bezug nimmt; so wie XV. 5 Bileda und Silpah genannt sind, von denen vorher nichts gemeldet worden! — Vers 23 ist ein Zusatz, welcher die Worte Juda's unverständlich macht. — V. 33 ist die beabsichtigte Verführung Joseph's durchaus ungeschickt gegeben; man konnte dies recht gut euphemistisch ausdrücken. Die zehn Gebote XXXIV. hätten ganz unverändert bleiben müssen. Wir begnügen uns mit diesen Andeutungen aus der Geneste, und wünschen, daß man auf gleiche Weise alle andern Auszüge sorgfältig durchgehe. Was die Correctheit anbelangt, zeigen sich wenig Verstöße, doch ist auch hier nachzuhelfen. II. 1. steht statt ri-pi. in. 1. fehlt üty m. 2. 212 21 statt 212rn 3 ist mu und r6p nT2SÖ nicht klassisch; eben so S. 96. xxvn. 15 2V& abermals. V. 18 '»Dtfip HK als Subjekt läßt sich nicht rechtfertigen. Auch einzelne Formen werden nicht streng gewählt; z. B. IV. 9 st. -112pxxxvi. cviitt'n mn? r\s* ist wohl nicht zu loben. XXXVIII. 11 icri ist ohne Vorgang gebildet. — So viel vom Texte, dessen Interpunktion mit Komma, Fragezeichen rc. durchaus nicht geregelt erscheint. — Betreffend die Uebersetzung, so schließt sie sich jenem genau an; doch konnte sie häufig sorgfältiger eingerichtet und gewählt sein. Zum Beispiel: I. Benannte mit dem Namen, st. Cr nannte. 7. Die Wassergeschöpfe sollen füllen die Wasser, und das Geflügel soll auf der Erde sich vermehren,— ist ein scheinbarer Gegensatz, den der Text nicht beabsichtigt. 9. Und beseelte ihn mit dem Geiste der Weisheit, damit der Mensch prüfen und Einsicht erlangen könne, — richtiger: mit denkender Seele, zum Verstehen und Denken, il.?. Das er erschaffen, um fort zu wirken — schwerlich zu billigen, v. 19. Daß nämlich die Wasser nicht mehr zur Fluth gebracht, und daher (?) die Geschöpfe nicht mehr vernichtet werden sollen, — ist in sich selbst nicht klar. Aehnliche Kleinigkeiten wird man hie und da entdecken, und davon muß ein Buch dieser Art um so reiner sein, als die Kinder der Gegenden, wo dasselbe gebraucht wird, ohnehin der deutschen Sprache sich nur mir Mühe bemächtigen. Ueber die Oekonomie der Anmerkungen läßt sich nicht gut rechten. Doch will uns scheinen, daß moralische Lehren häufiger, dagegen Sacherklärungen, namentlich in Beziehung auf Absichten und Gründe, die ja doch keiner recht weiß, sparsamer angebracht werden konnten; so lesen wir hier nicht gern, (S. 8) warum die Frau aus der Rippe gemacht worden, (IO) warum sie unter die Herrschaft des Mannes gestellt ist; (15) wie so die Urmenschen nur durch die Zeit getödtet worden (!) sind; obgleich die Moral dabei (vergl. 19) recht gut ist. Die sprachlichen Erklärungen sind bei weitem zu dürftig; sobald man einzelne Constructionen, wie z. B. die Verstärkung der Cullurform durch Beisetzungen des Jnffnitivs, für nöthig findet, muß man sicherlich alle Modalverb«, die mit dem Deutschen stärker disbarmoniren als jene, und so manche andere Hebrälsmen erläutern; dagegen kann man die Berufung auf arabische Bedeutungen in einem Buche für Kinder ganz wcglassen.

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