Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 35 (27.8.1841)
- Date
- 1841-08-27
- Page
- Seite 273 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3133765-3133874-3133910--1281-3135513- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
S7. August. N^o 35. 1841. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte» Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 —fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Einige freundlicke Bemerkungen von vr. I. L. Saalschütz» gegen Herrn Confistorialrarh und Professor Dr. Kahler. — Aehrenlese, von L. Schott. Literatur: Toldoth Jeschurun. — Notizen. — Anzeigen. Cinige freundliche Bemerkungen von vr. I. L. Saalschütz in Königsberg, gegen ^Herrn Consistorialrath und Professor vr. Kähler. Im Januar- und Februarhefte der Preußischen Provinzialblätter von O. W. L. Richter ließ Herr Professor vr. Kähler, bei wohlwollender Besprechung der neuesten religiösen Schriften des vr. Saalschutz, stch auch über die allgemeinen israelitischen Verhältnisse aus, und erklärte vornämlich die Bestrebungen, aus denen die Schriften neuerer jüdischer Theologen und ihre Wirksamkeit in religiöser Beziehung, als irr thüm lich. Unter andern kommt (S. 170) die folgende Stelle vor: „Warum, möchte ich fragen, und zwar aus tiefstem Sinn des Glaubens und der Liebe, ohne auch nur den geringsten Nebengedanken bigotter oder politisirender Proselytenmacherei, warum kommt Ihr, welche der Sonnenstrahl der Bildung aus dem gefrornen Boden des positiven Judenthums herausgezogen hat, nicht lieber zu uns, und wurzelt bei uns im offenen und warmen Geistesboden ein, statt Euch selbst mit Versuchen der positiven Wiederbelebung als auserwähltes Volk Gottes, als Volk der Offenbarung, zu täuschen? Wir verachten Euch nicht, wir triumphiren nicht über Euch, wir begehren nicht Euch in Fesseln zu schlagen, wir lieben Euch, wir rufen Euch, um mit uns im Segen des Chriftenthums zu wandeln. Eure Geisteskraft, die einst in reeller Nationalbegrenzung der Welt den Anfang religiösen Lichtes gab, kann und wird in dem Kreise christlicher Menschheit unendlich leichter und völliger den wachsenden Tag religiöser Wahrheit fördern. Schon jetzt habt Ihr unsrer religiösen Gemeinschaft-Männer gegeben, die in Kirche, Staat und Wissenschaft, unter den Würdigsten glänzen." Wodurch Herr vr. S a a l sch ü tz zu anworten und auf die Frage näher einzugehen sich veranlaßt findet; wir entnehmen hier diese Antwort aus dem Juni-Hefte jener Zeitschrift, mit Auslassung alles Unwesentlichen. Schon längst wäre es, wie es von Seiten christlicher Gelehrten so oft geschehen, auch von unserer Seite Pflicht gewesen, uns, von dem israelitischen Standpunkte aus, über das Verhältniß des Judenthums zum Chriftenthume / mit jener Offenheit und Freimüthigkeit, die der Ernst, die Heiligkeit der Sache fordert, auszusprechen, was natürlich immer nur mit dem vollen Gefühle der Achtung und Anerkennung geschehen könnte, die das wahre Christenthum jedem wahrhaften Israeliten einflößen muß, mit einer Liebe, die wir mit ihm theilen, die uns, wie ihm, Leben ist. Ich selbst trage schon seit Jahren eine solche Arbeit im Geiste mit mir herum, die weit entfernt wäre, eine eigentliche