Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 34 (20.8.1841)
- Date
- 1841-08-20
- Page
- Seite 265 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nro 34, 1841 so. August. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Don diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 —fi. 5; man subscribirt bei allen lobt. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. Juden in Portugal. — Wie ist der Zw esvalt zwischen Kirche und Sckule im Judentbume vollends zu heben? Bon A- K. — Aktenmäßige Darstellung, betreffend die frommen Spenden rc. (Schluß.) — Die Stellung der Frauen bei den alten Hebräern, von ür. I. L. Saalschutz (Schluß). — Nachrichten und Korrespondenzen: Mainz. — Literatur: Vermischte Aufsätze religiösen Inhalts, von M. B. Friedenthal. Juden in Portugal. In der Revue Orientale des Dr. Carmoly, Nr. 6, befinden fich Nachrichten über die gegenwärtigen Verhältnisse der Juden in Portugal. Alles was aus den dort weitläufig gegebenen Verhandlungen hervorgeht, ist folgendes: Seit der Abschaffung der ohnehin schon ganz ermatteten - Inquisition (1821) haben sich wieder Juden in Lissabon eingefunden, welche als Fremde tolerirt werden. Die einheimischen Abkömmlinge älterer Judcnfamilien sind gänzlich katholisch geworden, und bewahren allenfalls noch Erinnerungen aus früher» Zeiten, ohne jedoch, wie man es oft behauptet hat, zu Judaisircn. Die neueren stehen unter Brittannischcm Schutz. Ihre Anzahl betrug vor etwa 15 Jahren gegen 600 zu Lissabon, wo unterdeß die Gemeinde sich vergrößert haben mag. Die Meisten derselben sind aus Gibraltar und aus der Berberei, letztere tragen noch ihr orientalisches Coftüm, stehen auch mit der Bcrberei in beständigem Verkehr, 4ind reisen oft dahin. Wenige beschäftigen sich mit Anfertigung türkischer Pantoffeln, die Mehrzahl treibt Handel, besonders mir Afrika, von wo sie Wachs, Gummi, Leder, Maroquin u. s. w. beziehen; die von Gibraltar handeln mehr nach den Spanischen Häfen und nach Indien und China. — Eine kleine Anzahl zog vor etwa 20 Jahren aus Lissabon nach Brasilien, wo man nicht mehr die Nicht-Katholiken verfolgt. — Wenige wohnen auch in Porto, welche nach dem Innern des Landes ihre Waaren verbreiten. In Lissabon sind 3 Synagogen in Privathäusern, wo theils Juden, theils Katholiken wohnen. Eine Synagoge war noch vor nicht gar langer Zeit (etwa um 1820) in der ersten Etage eines Mönchsklosters. Der Friedhof ist ein Stück von dem zur protestantischen Kirche gehörigen Boden. Uebrigcns erfahren wir hierbei, daß man fremde Juden schon im 16ten Jahrhundert wieder duldere, nur daß man ihnen mittelst Ordonnanz von 1583 zur Pflicht machte, einen gelben Hut zu tragen. Die Frauen kleiden sich völlig portugiesisch. Außerdem sollen noch manche historische Notizen in den Memoiren der Lissabonner Akademie sich befinden. Es wäre wünschenswcrth, daß ein guter Historiker daraus das Wichtigste zusammenftellte. (iht§ waren bei der Geschichte nur einige derselben zugänglich.) Wie ift der Zwiespalt zwischen Kirche und Schule im Judenthurne vollends zu heben? Von Rabbiner A. K. , Wenn irgendwo, sollte im Judenthume zwischen Kirche und Schule die innigste Eintracht herrschen; denn