Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 33 (13.8.1841)
- Date
- 1841-08-13
- Page
- Seite 264 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3133765-3133874-3133908--1270-3135500- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
264 betrachtet; es kommt da weniger auf eine Kritik seiner Schriften, noch auf eine strenge Charakteristik des Einzelnen an, sondern mehr auf deren Leistung in ihrer Zeit und unter den gegebenen Umständen. Es giebt daher den Gelehrten nicht viel Neues, aber dem gebildeten Publicum einen interessanten Stoff, an den sich gewichtige Gedanken anknüpfen. Hartwig Wessely ist eine der bedeutsamsten Erscheinungen in der jüdischen Geschichte, und gehört zu den ersten Hebraisten. Oie Sprache hatte er in seiner Gewalt, wie nicht leicht in gleichem Umfange irgend ein hebräischer Schriftsteller, und seine Denkkraft übte sich an den Feinheiten derselben mit seltenem Takt des Geschmackes und mit einer Sicherheit des Urtheils, die man um so mehr anstaunen muß, als seine anderweitigen wissenschaftlichen Kenntnisse nur den Grad der Hülfsmittel erreicht hatten, keincsweges irgendwie abgerundet waren, und als ihm selbst die philosophischen Hülfsmittel nicht gehörig zu Gebote standen. Man kann es daher dem Biographen nicht gerade verdenken, daß er mitunter die erlerne Bildung W esse ly's, denen Leistungen und Charakter wirklich zur Bewunderung hinreißen, etwas überschätzt. Abgesehen aber von dem Fleiße des tüchtigen Literaten, griff Wessely durch sein Ansehen und seine würdige Persönlichkeit, deren edleres Streben überall anerkannt war, in die Meinungen und Ansichten seiner Zeitgenossen ein, und bewirkte eine starke Umwandelung, fast ohne daß man es merkte, bis die Finsterlinge das neue Licht nicht vertragen konnten und gegen ihn auftratcn, was ihm einigen Kampf kostete. — Wir haben seiner in der Geschichte der Israeliten genügend gedacht. und uns denen angeschlossen, die eine Biographie dieses Mannes für recht verdienstlich hielten. _ Das gegenwärtige Buch hat in Betreff der Thatsachen einigen Werth, und in dieser Hinsicht wird es sicherlich viele Freunde finden. Bedauern müssen wir, daß der Vf. nicht einen einfachern, leichtern und gediegenern Styl vorgezogen hat; denn gerade ' die künstelnde Form, welche den Ausdruck allzusehr sucht, kann den guten Geschmack nicht befriedigen. Wir fürchten nicht, daß diese Bemerkung der Verbreitung des Werkchens schaden werde, da es hier mehr auf die Sache als auf die Form ankommt; aber wir konnten sie nicht unterdrücken, weil wir wünschen, daß der Df. in künftigen Arbeiten der Form einige Aufmerksamkeit zuwendcn möge, welcher er, wie einzelne Stellen des Buches beweisen, recht wohl sich bemeistern kann. Außerdem finden wir einige Schrcibefehler zu berichtigen. S. 9. Apogryphen (ein seltsam genug sehr häufig in neuern Schriften verkommender Fehler) ft. Apokryphen. S. 11. Um's Jahr 1688, st. 1648. Und unten (so öfters) Geschichte der Juden, st. der Israeliten. S. 13 psanatisch, st. fanatisch. S. 25 und 28. Ijur st. Ijar. Mcndclsohn überall ft. Mendelssohn. S. "91. Dohm: über die bürgerliche Verfassung d. I. st. Verbesserung. — Dergleichen kleine Nachlässigkeiten sollten eine Schrift dieser Art nicht verunzieren, sie erzeugen oft ein ungünstigeres Urtheil, als der Gesammlinhalt verdient. Anzeigen. Im Verlage des Unterzeichneten erschienen: rfe irorn Di? rnin vrän rrf'pn übersetzt und mit Anmerkungen versehen von H. Arnheim. Ueber die Trefflichkeit der Uebersetzung, die Worttreue und Verständlichkeit zu vereinigen strebt, wie über.die wenigen zwar und präeisen, aber wohlanzebrachten und gehaltvollen Anmerkungen, haben sich bereits die Literatur-Blätter, namentlich „der Orient," auf's beifälligste geäußert, ft daß diese auch typisch wohlausgestattete und bequeme Ausgabe in ihren Kreisen, in Synagoge und Schule als vollkommen zweckmäßig anzusprechen nicht angestanden werden darf. Der Preis 11'/* sgr. 9 ggr. für die Lieferung — 4 Lief, sind bereits versendet, und die 5te und letzte erscheint im Laufe des August — ist schon billig genug, da das Ganze (70 Bogen stark) nur Rthlr. l5/6 zu stehen kommt; indeß, um dem Buche den Eingang in die Schulen zu erleichtern, bin ich gern erbötig, bei directen Bestellungen den Herrn Lehrern eine namhafte Anzahl von Freiexemplaren für arme Schüler zu bewilligen. Auch ist als Ergänzung zu dieser Ausgabe bei mir erschienen: nbiy "Vnp oder Gebete und rrn^ für alle Sabbathc des Jahres. Preis 22'/^ sgr. Glogau im Juli 1841. H. Prausnitz. Herabgesetzter Preis. Die Sabbath- Fest- und Gelegenheitspredigten von Dr. Herxheimer, Herzoglichem Landesrabbiner zu Bernburg, sind von jetzt ab durch alle Buchhandlungen für 1 Thlr. zu haben. — Leipzig, den 8. Juli 1841. W. Nauck. Durch jede Buchhandlung ist zu beziehen: TB2 Dii>i) rqajn tfan -ninc> jtubi pbiD IVIachsor Kosch-hascliana u.Join>kipinu> oder Gebete an den hoben Festen: Neujahr? und Versöhnungstag nach dem Ritus der polnischen und der deutschen Gemeinden. Vollständiger hebräischer Text mit einer neuen hochdeutschen Uebersetzung in deutscher Schrift, (Für jeden Ritus besonders.) Im Vereine mehrerer Gelehrten bearbeitet und herausgezeben von Li-. I. Heinemann in Berlin. Zwei Bände in fünf Lieferungen. Der Pränumerationspreis für beide Bände war so billig als nur möglich gestellt: auf weißem Druckpapier Rthlr. P/3. (fl. 6. rhein.) auf schönem Schbvelinp. Rthlr. 4l/ß. (fl. 7, 30 kr. rhn.) auf starkem Schwzrvelinp. Rthlr. 51/,. (fl. 9.54 kr. rhn.) Diese höchst niedrigen Preise sollen auch augenblicklich noch fortbestehen um den Ankauf Jedem zu erleichtern.— Mit Recht und Fug erklärten die Herren Bearbeiter öffentlich: Wir übergeben hiemit das Machsor Rosch-haschana und Jom-kippur, mit der gerechten Hoffnung, daß diese Ueber, setzung einem großen Bedürfniß vieler unserer gebildete^ Glaubcnsbrüber- und Schwestern abhelfen werde. — Eiu vergleichender Blick wird deren Vorzug vor den bisherigen bald erkennen, und bezeugen, daß jeder Versuch, den veralteten Uebersetzungen ein deutsches Gewand zu geben, thöricht, ja in vieler Hinsicht ganz zweckwidrig gewesen wäre; daher auch alle andere zeitige, ähnliche Versuche, der von uns dargebotenen nachstehen müssen. Leipzig, im Juli 1841. Aug. Taubert's Buchhandlung. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.