Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 32 (6.8.1841)
- Date
- 1841-08-06
- Page
- Seite 256 (sequence 8)
- Language
- German
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256 sen, wie eigentlich zuletzt nur der Pöbel, und zwar gegen den Willen der Obern, am 13. Adar den Kampf begann, während die übrigen Landesbewohner sich ruhig verhielten, die Zahl von 75,000 Getödteten begreiflich macht, indem dies auf 127 Provinzen vertheilt, nur 590 für jede ergebe, so darf man dies wohl mit Recht als sehr bedenklich ansehen. Nicht in jeder dieser Provinzen wohnten Juden, daß das Volk zur Zeit vielleicht, alle Stämme zusammengerechnet, keine zwei Millionen Seelen zählte, von denen noch dazu die meisten ganz zerstreut und unbewaffnet waren. Und das alles unter Darius, welcher seine Leute im Kriege nöthiger hatte! — Cr erinnert ferner nach den apokryphischen Zusätzen, daß man das Purim fest in ganz Persien und Medien als ein Landesfest gefeiert habe, weil man in Hamans Unternehmung eine Verschwörung gegen die Regierung gefunden hätte, und es daher auch wahrscheinlich sei, daß dessen Haß gegen Mordechai aus des letztem Aufdeckung der erster» Verschwörung herrühren mochte. Daraus erkläre sich erstlich, baß das Purimfest keinen religiösen Charakter gehabt, zweitens, daß es vernachlässigt worden, drittens, daß es erst nach wiederholtem Verlangen der Esther für die Zukunft festgestellt worden sei. — Diese Ansicht verdient näher erwogen zu werden, sie hat vieles für sich. Wenn aber der Versuch gemacht wird, (weil H a m a n in den Apokrvphen xvi. 10 ein Macedonier genannt wird, was offenbar aus der nach - alexandrinischen Zeit herrührt!) die Sache aus den Verhältnissen des Darius zu Macedonien zu erklären, und gar Amalekiten nach Macedonien zu versetzen , so hat das alles so wenig historischen Grund, daß Herr R. mit Recht selbst fürchtet, man werde seine Hypothesen allzukühn finden, und wir zweifeln, daß irgend jemand auf dieselben eingehen werde. Alle die dabei'angezogenen Namensähnlichkeiten sind chimärisch. Was aus Namen zu machen ist, weiß man genugsam. Aus dieser ganzen Darlegung geht nun wohl so viel hervor, daß Herr Reggio zwar mit besonnener Kritik und ohne vorgefaßte Meinung an seine Untersuchung ging, und den jünger» Kritikern eine treffliche Anleitung gegeben hat, methodisch das Innere eines Werkes zu prüfen, daß er aber andrerseits mit Unrecht alle früher» Leistungen ignorirt, indem man gar nicht für Vorgänger eingenommen zu sein braucht, wenn auch ihre Resultate mit erwogen werden, daß er aber insbesondere die ertexne Geschichte allzuleicht behandelt, und die sich immer mehr und mehr, aufschließende Geschichte der Meder und Perser, so wie die Chronologie zu wenig zu Rathe gezogen hat. Wie geistreich auch die Mulhmaßungcn combinirt sein mögen, so genügt oft ein einziger Strahl der Geschichte, um sie zu zerstreuen. Wenn wir hingegen uns für Kyarares erklären, dessen eigentlicher Name Oruares fast wörtlich mit üdereinstimmt, so können wir freilich auch dies nur als Hypothese geben, aber so viel ist gewiß, daß die Geschichte dieser Annahme nicht widerspricht. Für bemcrkenswerth halten wir aber noch den Umstand, daß nach Diodor derselbe König, der bei ihm Asti bares heißt (ebenfalls sehr nahe dem hebräischen Worte) in hohem Alter zu Ekbatana gestorben ist. Hieraus erklärt sich leicht, daß die Grabstätte Mordechai's und Esthers' s ebenfalls sich zu Ekbatana (Hamadan) befinden. Anzeigen. Lei M.!j. Landau in Prag ist erschienen und von E. L. Fritzsche in Leipzig, durch alle Buchhandlungen zu beziehen: mv' nrfan Toldoth Jeskhnrnv. Die Geschichte der Weltschöpfung und der' israelitischen Druck und Verlag von Johann David Nation bis zur Erbauung des zweiten Tempels: — Zum Vortrage für die Jugend, hebräisch bearbeitet von Wolf Meyer, (öffentl. Lehrer des hebräischen Sprach- und Bibelfaches an der israelitischen-deutschen Hauptschule zu Prag), übersetzt und mit deutschen Anmerkungen begleitet von S. Freund, gr. 8. Preis % Rthlr. oder 20 Ngr. Dasselbe Werk ist auch, die deutsche Uebersetzung mit hebräischen Lettern, für denselben Preis zu haben. Eltern, Lehrer und Erzieher werden auf dieses inhaltreiche Schulbuch, welches gleich beim Erscheinen in den meisten israelitischen Schulen Oestreichs eingeführt wurde, aufmerksam gemacht. Im Verlag von der Alexander'schen Buchhandlung in Wollstein ist erschienen, und von C. L. Fritzsche in Leipzig durch alle Buchhandlungen zu beziehen: Antrittsrede, gehalten von H. S. Hirschfeld, vr., Rabbiner in Wollstein, am Sabbath Hagadol 5601. (3. April 1841.) 8. Velinp. 5 Sgr. Der Ertrag ist zum Besten der neu errichteten Religionsschule bestimmt. nin^D übersetzt und erläutert von N. Fürstenthal. Jeder Minhag bildet einen Band für sich und kostet gr. 8. Velinp. 20 Sgr. Bei M. Schmelkes und.W. Pascheles in Prag sind erschienen, und durch alle Buch- und Kunsthandlungen von C. L. Fritzsche in Leipzig zu beziehen: Das w o h l g e t r o f f e n e Portrait des Art. Cremieux, Adv. am Königl. Gerichtshöfe zu Paris, Vice-Präsident des israelitischen Central-Consistoriums in Frankreich. Preis: 10 Sgr. (30 kr. C. M.) Das wohlgetroffene Portrait des 8. L. Rapoport, erster Rabbiner u. Religio ns vor steh er zu Prag. Seinem Freunde und Gönner Herrn II. J. Landau, ersten Aintsvorsteher der Prager Israelitengemeinde, Director der israelit. Kleinkinderbewahrmuster-Anstält, wirkl. Mitglied des böhm. vaterl. Museums etc., achtungsvoll gewidmet * ' von den Verlegern Preis: 15 Sgr. 45 kr. C. M. Ein großes Tableaur, darstellend: Ad. Cremieux vor Mehemed Ali. Dem Sprachgewaltigen Ad. Cremieux, dem Anwalt der Menschenrechte, dem Kämpfer gegen Volks wahn und Vorurtheil, dem Vertheidiger def Israeliten zu Damaskus vor Mehemed Ali, weihen dieses Denkmal die Verleger. Preis auf schönem starken Schweizervelinpapier schwarz 22'/2 Sgr. fl. 1. 6 kr. C. M. colorirt Rthlr. 1. 4 Sgr. fl. 1. 40 kr. C. M. Sauerländer in Frankfurt am Main.