Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 31 (30.7.1841)
- Date
- 1841-07-30
- Page
- Seite 248 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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ken.) Die 127 Provinzen lassen sich herausbringen, wenn man annimmt, daß Darius jede der 20 Provinzen in je 6 Unterkreise getheilt habe, und daß jeder seiner 7 Räthe eine besondere Provinz hatte. (Leider läßt sich das alles nicht historisch ermitteln, und das Hineintragen solcher Thatsacyen ist immer sehr gewagt. Herr R. schließt aus dem Namen der verschiedenen Beamten, nämlich Satrap, Pascha ic. auf Unterabtheilungen, und darin hat er wohl Recht; aber die Zahler Demnach versucht Herr R. folgende Hypothesen aufzustellen: 1) Mordechai war von denen, die mit zur Zeit Nehucadnczars in's Exil gingen, folglich jetzt unter Darius etwas über 10V Jahr alt. (Uns will ein so hohes Alter in der Geschichte Esthers sehr bedenklich scheinen.) 2) Der Name Ahasverus ist nicht Eigenname, sondern ein Dignitätsname, wie Darius selbst; daher derselbe Name (Dan. IX. 1) dem Vater des v«riu8 Ale<ju8, und (Esra iv. 6) auch dem Kambyses beiaelegt wird. (Was freilich erst zu beweisen wäre). Deßhalb sei auch als unterscheidendes Merkmal die Ausdehnung des Reiches hier angegeben, welche nur auf Darius Hystaspis passe. Hier aber müssen wir bemerken , was Des - Vignoles längst bis zur Evidenz dargethan hat, daß die Eintheilung in Provinzen, welche nach Vzrop. schon unter Cyrus 127 waren, von einem ältern Darius herrührte, welcher jedoch nur 120 Provinzen hatte; wahrscheinlich von Va,iu8 Medus; und weil eine solche Eintheilung bereits vom Kyaxares I., Vater des A st vages, J>ei Herodot vorkommt, schon in dem medischcn Reiche Statt fand, so daß also die 127 Provinzen für Darius nicht beweisen, dessen Name übrigens den biblischen Skribenten zu bekannt war, als daß sie sollten den vieldeutigen gewählt haben, ohne dabei anzugeben, daß dieser Darius gemeint sei. Dadurch wird die Art, wie Herr R. die Eintheilung in 127 sich denkt, ganz überflüssig, wie sie auch an sich sehr gesucht erscheinen muß. Und kann nicht die Zahl bloß ein Anachronismus des Verfassers fein V- Da außerdem nicht vom persischen Reiche allein, sondern vom persisch-medischcn im Buche Esther die Rede ist, so crgiebt dies schon von selbst, daß alles besser auf Kyaxares paßt, als auf Darius. Auch ist dann Mordechai selbst ein Mitgefangener, und kann in seinen männlichen Jahren stehen. Daß er durch Ncbucadnezars Expedition nach Susa kam, findet seine Erklärung in den Hülfstruppen, welche bekanntlich Kyaxares dem Nebucadnezar geliehen hatte. 3) Die Anspielung auf das Pferd, welches den Darius zum König gemacht hatte, und die Herr R. in VI. 8 finden will, ist wohl nur eine Idee, welche etwa dann zulässig wäre, wenn alles Uebrige besser stimmte. — 4) Vast hi soll nach Herrn R. die eine Tochter des Cyrus Atossa sein, und ihr Widersprnch soll überhaupt darauf sich gegründet haben, daß sie völlig Me Lisch gesinnt gewesen sei und daher die Zendsprache mitten Medischen Sitten habe aufrecht erhalten wollen, während Darius durchaus darauf gedrungen habe, alles persisch umzugestalten. Von allen diesen Dingen weiß man in der Geschichte nichts, so wenig wie von einer Verstoßung der Atossa, welche vielmehr aus die Verwickelungen mit Griechenland großen Einfluß übte. — Daß Herodots Bericht von den dem Darius zugcsandten gefangenen Jungfrauen mit der Sammlung der Jungfrauen im Zusammenhänge stehe, ist auch nur eine unerweislichc Annahme. 5) Wenn aber hierauf HerrR. alle Einzelnheiten aus der Geschichte des Darius mit den Angaben des Buches Esther übereinstimmend findet (S. 30), so müssen wir ihm noch in's Einzelne folgen, wie er es darstellt. (Schl, f.) Anzeige«. So eben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Das Vekenrrlniß des Proselylen. Das Unglück der Juden und ihre Emancipation in Deutschland. Von vr. W. B. Frankel. Preis geheftet 12 ggr. Eine Schrift, welche zu den bedeutendsten neuerer Zeit auf religiösem wie auf staatlichem Gebiete gehören dürfte. Was darin über Stellung des Judenthums zum Christenthume und über Emanzipation der Juden gesagt ist, wird sich gewiß besondere Beachtung verschaffen, weil diese Schrift Aufschlüsse bietet, welche überraschen und erheben. Elberfeld im Juli 1841. Wilh. Hassel. Bei C. L. Fritzsche in Leipzig ist erschienen, und durch alle Buchhandlungen zu haben: Kirfchbaurn, vr., der jüdische Alexandrinismus, eine Erfindung christlicher Lehrer. Oder: Beiträge zur Kritik jüdischer Geschichte und Literatur. Istes Buch: Jüdisch-griechische Originale, vorzüglich Philo und Sirach. gr. 8. Preis 11»/, Ngr. Ein Religionslehrer, der außer dem Religionsfachc noch andere, dem Zeitgeistc gemäße Kenntnisse besitzt und bereits 6 Jahre bei einer Gemeinde in Böhmen mft dem besten Erfolg dieses Amt bekleidet, auch mit sehr guten theologischen- und Conduit-Zeugnisscn versehen ist, wünscht bei einer Gemeinde im In- oder Auslande angestellt zu werden. Das Nähere crtheilt die Rcdaction. Zur Nachricht. Der Herausgeber, welcher auf mehrere Wochen nach England gereift ift, bittet die geehrten Leser und Mitarbeiter um einige Nachsicht für die Zeit seiner Abwesenheit, wofern in der Rcdaction der Annalen, für deren geregeltes Erscheinen übrigens gesorgt ift, manches Neue nicht sofort mitgetheilt wird, und Briefe bis zu seiner Rückkehr unbeantwortet bleiben. Die Redaction der Israelitischen Annalen. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.