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Israelitische Annalen · 1841-07-30 · Heft 31 (30.7.1841) · p. Seite 241

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 31 (30.7.1841)
Date
1841-07-30
Page
Seite 241 (sequence 1)
Language
German
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1841 30. Juli. Nro 31. Israelitische Annalen. E i n Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Don diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 —fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. Preisaufgabe des Cultur-BereinS in Berlin. — Auszeichnung des S. M. Montefiore durch Ihre Maj. die Königin Victoria. — Schreiben des Ravhael Farchi (Schluß). — Ter Name Hebräer, von vr. H errheimer. — Nachrichten und Corresyondenzcn: Odessa; (Synagogenweihe) Baicrn; Baireutb. — Literatur: (Proleg. zu Esther.) — Anzeigen. — Nachricht deS Herausgebers. Preisaufgabe -es Cultur - Vereins in Berlin. Der jüngst in Berlin gestiftete Cultur-Verein zur Förderung wissenschaftlicher und künstlerischer Bestrebungen unter den Juden ist, indem er den § S, Nr. 4 seiner Statuten, Preisaufgaben zu stellen, welche eine besondere Beziehung auf Juden haben, hiermit zum ersten Male in Ausführung bringt, von der Ansicht geleitet worden, daß er eine Frage vorzulcgcn habe, deren würdige Beantwortung für Wissenschaft und Leben gleich ersprießlich sei. Als Gegenstand einer solchen Frage, bedeutsam in den Beziehungen zudem religiösen und zu dem bürgerlichen Leben der Juden, daher reich an Theilnahme und vielbesprochen, und dennoch einer wissenschaftlichen Aufmerksamkeit noch sehr bedürftig, erscheint uns das Rabbinerthum, oder: Bedeutung, Stellung und Wirksamkeit der jüdischen Rabbiner. Als geistliche Führer der Gemeinden bilden sie ein bedeutendes Moment in den Bewegungen, die im Schooße derselben und auf dem Gebiete der theologischen Literatur sich kund geben; ihre Befugnisse beschäftigen die Behörde, ihre Wirksamkeit das Interesse der Gemeinde. Und doch ist nichts so schwankend als die Meinung über Bedeutung und Wirkungskreis der Rabbiner, als die Ansicht von den gegenwärtig an dieselben zu machenden Anforderungen. Ist demnach eine klare Einsicht in das Wesen des Rabbinerthums in unserer Zeit höchst wichtig, so kann solche nur wissenschaftlich und zwar auf geschichtlichem Wege erlangt werden; erst wenn wir erfahren, woher diese Institution stammt, und wie sie sich entwickelt hat, was sie den früher» Zeiten gewesen, in welchem Verhältnisse sie zu den Bedürfnissen und der Verfassung der Gemeinde gestanden, erst dann erhalten wir das Vcrständniß von dem, was heute geschieht, und erkennen das Recht und das Rechte für unsere eigene Zeit. Demzufolge macht der Cultur-Verein die historische Erörterung des Rabbinerthums zum Gegenstände dieser seiner Preisaufgabe, und fordert zur Beantwortung der Frage auf: Was war, was ist, und was soll der Rabbiner sein? Es wird eine aus Quellenstudium hervorgegangene, die Quellen nachweisende, wissenschaftliche Darstellung verlangt, die Aufschluß giebt über Ursprung und Fortgang der Rabbiner-Institution; über die religiöse Bedeutung der Rabbiner und deren Stellung zu Gemeinde und Vorstand; über ihre Amtstätigkeit als Communalbeamte, Richter, Geistliche, Lehrer und Prediger; ihre Vorbildung, Qualifikation, Erwählung, Anstellung, Einkünfte und Gerechtsame; endlich ihre Wirksamkeit und ihren Einfluß im Allgemeinen. In der geschichtlichen Betrachtung

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