Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 28 (9.7.1841)
- Date
- 1841-07-09
- Page
- Seite 217 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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s. Juli. Nw 28. 1841 Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von 0r. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis desJahrganges Rthlr. 3 —fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Akrenmäßige Darstellung, berreffend die frommen Spenden. - Französische Aeußerungen. — Nachrichten und Corresvondenzen: Frankreich (belr. den Friedbof zu Pari«); Hannover; Heilbronn; Prag. — Literatur: Hirsch ChajeS; Wolf Hamburg. Aktenirräßige Darstellung, betreffend die frommen Spenders für die vier heiligen Städte. Seit längerer Zeit erneuen sich über die Art, wie die Spenden für die vier heiligen Städte in Palästina (Jerusalem, Hebron, Saphet und Tabaria) verwendet werden, allerlei Gerüchte, welche den frommen Gebern Mißtrauen einfiößren, oder mindestens ihr Vertrauen hie und da geschwächt und manches Bedenken angeregt haben. Direkte Erkundigungen sind schwierig und sehr unzuverlässig, und die Aussagen einzelner Reisenden sind noch minder beachtenswerrh, weil die Klagen der Berheiligrcn öfters alles Grundes ermangeln, öfters aber durch ungerechte Ansprüche hervorgerufen werden. Um so wichtiger erscheint es, durch die öffentlichen Organe bestimmte und möglichst genaue Aufschlüsse zu erlangen, entweder um wirklichen Mißbrauchen steuern oder Entstellungen der Wahrheit abwciscn zu können. Wir haben diesem Gegenstand eine besondere Aufmerksamkeit zugewender, und gehen nun, da uns unwidersprechliche Aktenstücke vorliegen, an's Werk, um allen den menschenfreundlichen Interessenten die Ueberzeugung zu geben, wie fern etwa manche Klage wohlbegründet war, und was geschehen ist, um jeder fernern Willkühr vorzubcugen. Wenn hierbei manche sonst achtbare Persönlichkeit eigenwillig erscheint, so können wir es nur bedauern, daß sich überall, selbst in Ausübung frommer Werke, menschliche Rücksichten zeigen; es ist jedoch tröstlich, daß die Irrungen, welche aus ihr entstehen, durch den gesunden Sinn der redlichen Menschenfreunde , die hier in großer Anzahl zusammen wirken, bald wahrgenommcn und durch kräftiges Einschreiten wieder beseitigt werden. Zunächst bringen wir hier in Erinnerung, daß die Annalen des vorigen Jahres (S. 219) auf den Grund eines ausführlichen und in viele Einzelnheiten eingehenden Privatschreibens, welches, wenn auch vielleicht nicht volle Authenticität, so doch jedenfalls eine genaue Kenntniß der Personen und Vechältnisse, welche in Jerusalem auf die Spendevertheilung cinwirkten, beurkundete, eine Erörterung der Aussagen, welche allerdings beachtenswert erschienen, zu veranlassen suchten. Es war zu erwarten, daß . der edle Hauptbeförderer der Spenden, zu Amsterdam wohnhaft, welcher (wir wissen freilich nicht durch welche Autorität) sich selbst als Naßi, oder Patriarchen unterzeichnet, und somit sicherlich einen unmittelbaren Einfluß auf Leitung dieser Angelegenheit anspricht, der starken Klage einige Erwägung gönnen, und nach Befinden die Sache näher untersuchen, oder durch Vorlegung der Dokumente ihren Inhalt gänzlich abweisen werde. Wirklich wurden wir um Abschrift jenes Privatschreibens