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Israelitische Annalen · 1841-06-11 · Heft 24 (11.6.1841) · p. Seite 185

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 24 (11.6.1841)
Date
1841-06-11
Page
Seite 185 (sequence 1)
Language
German
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11. Juni. Nr° 24. 1841. Israelitische Annalen. E i n Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur -er Jsraelite« aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. I o st. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 — fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. Zur nähern Würdiqung Orientalischer Zustände. — Geschichte und Literatur der spanischen Juden, aus d. Engl. v. H. — Aktenmäßige Darstellung einiger neuern Verhandlungen in Bayern. — Nachrichten und Correspondenzcn: Jamaika; Frankreich; St. Nicolau in Ungarn (Schluß); Gallizien; Ansbach; Sachsen. — Literatur. — Zu erwartendes Werk. — Biographische Notiz. — Anzeige. Zur nähern Würdigung Orientalischer Zustände. Es werden oft so überaus irreleitcnde Berichte über die Verhältnisse und Zustande der Israeliten entfernter (auch mitunter nahe liegender) Länder mitgetheilt, daß wir es für besondere Pflicht erachten, durch unfern sachkundigen Correspondentcn genauere und zuverlässige Nachrichten einzuziehen, damit die Annalen möglicherweise als weitere Geschichtsquclle dienen mögen. Manche fast unvermeidliche Einseitigkeit findet ihre Berichtigung in den verschiedenen Berichten der aus jedesmaligem ändert Standpunkte auffassenden Beobachter. Folgendes ist ein getreues Bild der Zustände in Smyrna, leider sehr düster, aber aus scharfer Beobachtung hervorgegangen, und zugleich ein Typus der Zustände vieler andern Gemeinden der Levante. Der glcichstellende Hattischcrif von Gülhane hat da noch lange keinen Einfluß auf die Civilisation, und es müssen noch viele europäischen Momente hinzutreten, che diese ihre Morgenröthe erblickt. Smyrna, 9. März 1841. (Aus dem Italienischen Originale übersetzt.) Man zählt ungefähr, alle Personen jedes Geschlechts und Alters eingerechnet, 10,000 Israeliten in Smyrna. Sie besitzen 9 Synagogen, 1 Krankenhaus und verschiedene Brüderschaften. Sie beschäftigen sich viel mir dem Studium der heiligen Schrift und allen Büchern unsrer Gelehrten, aber ihr Studium hat eher einen religiösen als wissenschaftlichen Zweck, daher finden sich unter ihnen nur äußerst Wenige, welche tief eingedrungen sind, wie so manche europäische Rabbinen. Das Hebräische sprechen sie nur aus Uebung, ohne Rücksicht auf Grammatik, und ich bin überzeugt, daß nur wenige es schreiben können (d. h. sich schriftlich gut ausdrücken.) Es ist eine Schule vorhanden, Thalmud Thora genannt; diese wird von etwa 200 Knaben jedes Alters besucht; allein es fehlt dieser Schule an allen Erfordernissen einer Bildungsanstalt, und das Ganze ist ein Bild des tiefsten Elendes; man sieht da die ganze Armuth und die damit verbundene Unsauberkeit; die Zöglinge haben nicht die nöthigen Bücher, das Gebäude selbst ist im höchsten Grade verfallen und ist Wind und Wetter preisgegeben. Die Lehrer wissen nichts von Methode, um die Zöglinge zu unterrichten. Niemand hat zwei Frauen, obwohl dies gesetzlich nicht untersagt ist. — Jeder Jüngling ist zu achtzehn Jahren verbunden, sich zu verheirathen, gleichviel, ob er Subsistenzmittel habe oder nicht. Dies hat den traurigen Erfolg, daß der größte Theil der Familien arm ist, und viele mit zahlreichen Kindern

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