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Israelitische Annalen · 1841-05-28 · Heft 22 (28.5.1841) · p. Seite 169

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 22 (28.5.1841)
Date
1841-05-28
Page
Seite 169 (sequence 1)
Language
German
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28. Mai. Nw 22. 1841. Israelitische Annalen. E i n Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. I o st. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rlhlr. 3 —fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. Gedanken eines Ungars. — Herzogtbum Nassau. Verbesserungen der bürgerlichen Verbälmisse. Eingabe re. betreffend die Eidesformel. (Fortsetzung.) — Betreffend Aenderungen mancher Gebete, von Bezirksrabb. Fürst in Heidelberg. (Schluß.) — Bemerkungen über einen (MaimonideS tadelnden) Aufsatz, von vr. Schayer in Frankfurt ». M.— Nachrichten und Correlpondenzeu: London; Frankreich; München; St. -Nicolau in Ungarn. (Schluß.) — Literatur. — Zur gütigen Notiznahme. Gedanken eines Ungars. *) Wie sehr die Strahlen der Civilisarion selbst in die bisher mindercultivirten Lander fruchtbar eindringen, zeigen unsere Correspondenzen aus den verschiedensten Gegenden, von wo sonst kein Lebenszeichen vernommen ward. Die stärkere Regung verdankt man den Zeitschriften und den Flugblättern, welche der gründlichen Durchbildung voraneilen und die Saaten nach allen Seiten hin ausstreuen, ohne die Entwickelung an den Orten, wo der stärkste Fleiß und der beste Boden vorhanden ist, zu hemmen, ja oft durch den Anklang, den eine hingcworfene Idee findet, zu deren rascherm Aufblühen beitragend. Man klage daher diese oft in der Thar sehr eilige Thätigkeit nicht der Flüchtigkeit an, und verlange von ihr nur die überall nöthige Besonnenheit, und —was sich von selbst versteht —redliches Streben, reine Zwecke und eine Auswahl in den Erzeugnissen, die sie darbieten, nicht ein chaotisches Getümmel neuer Vorstellungen, die nur auf einen Augenblick die'Neugier fesseln und dann vergessen find, noch viel weniger ein zweckloses Kämpfen und Ringen zur Belustigung der Menge, ohne eine Theilnahme verdienende Idee. *) Betrachtungen über jüdische Verhältnisse, von vr. Ehrmann. Pesth. 1841. Ist es nun auch schwer, diese überall recht hervortrcten zu lassen, und aus jedem kleinen Anfang die ganze Bedeutung der Folgen im Voraus zu zeigen, so wissen die bessern Geister doch das Wesentliche in's Auge zu fassen, und wo dies gefchieht, mag man nicht allzustrenge über die Einkleidung rechten, die mit dem Geschmack der Zeit nicht immer gleichen Schritt hält, oft aber in der Bizarrerie der Autoren ihren Grund har. Diese Betrachtungen find durch die Aeußerungeu eines Ungars hervorgerufcn, welcher, wie er selbst sagt, durch die tsarphatischen Briefe geweckt, in einer kleinen Flugschrift Gedanken auf die Bahn bringt, welche dort, wie in vielen andern Gegenden noch lange nicht im Volke wurzeln. Der edle Geist, den die Verhandlungen des vorjährigen Landtages dargerhan haben, und ein Blick auf die inncrn Zustände der Israeliten regren ihn zum Schreiben an, und sein Vorbild bestimmt die Farben. Man kennt letzteres genugsam, und der Tiefe des Begriffs wegen halt man demselben gern manches Schneidende am Colorit zu Gute. Aehnliches findet sich auch in der Nachbildung, wir lassen das Unwesentliche auf sich beruhen. Der Grundgedanke ist die Erörterung grober Jrrthümer. Zunächst die Frage. Was ist Israels jetziger Beruf? Die Antwort lautet also: Der Geschichtschreiber findet leicht den des ehemaligen Volkes und Staates in Palästina, als Trä-

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