Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 19 (7.5.1841)
- Date
- 1841-05-07
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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152 fünf Prüfungsclassen, die Verwirrung vermehrt wird, sieht man beim ersten Blicke, und so ist auch das Ganze ei» wahres Chaos in fünf Massen Vertheilt. Und nun erst die Sprache! Wir geben folgende Phrafen daraus, sie bestätigen genugsam den ihm gemachten Vorwurf! S. 107. „Ein heiliges Gesetz, Land und Volk werden wohl das Morgenroth einer geweissagten glückseligen Zukunft nimmer sich auf gehen sehen." S. 108. Zn ihren bereits verbesserten und noch iich;u verbessernden Umstänven. — Das. „so daß selbst die merkwürdigsten Begebenheiten den Unglauben an die gedachte Zukunft nicht verdrängen konnte." S. 109. Daß schon der Blick auf unsere erste Erlösung beweist, wie namentlich (?) zur letzten. Mannigfaches nötlstg ist; aber wozu eine längere Zeit erfordert wird. S. HO ist die ganze Stelle: Wenn also re. baarcr Unsinn! S. 113. „Ausschütten in unserm Eril muß seine (?) ganze Wuth die bas Leben beherrschende Sünde über das arme Volk?" — Und der ganze Wortschwall entbehrt aller Anschauung. S. 114 sie fingen an durch lautes Klagen ihrer Engbrüstigkeit Luft zu machen. S. 115. Den Sinn des Midrasch: „er wurde aussätzig," wird niemand nach Hrn. Pl's. Erklärung fassen. S. 117. Der Anfangspunkt seiner (d. h. Gottes!) Thätigkeit begann erst mit dem erwachten Gefühle ihres Unglückszustandes. (Außerdem eine wahre Gotteslästerung!) S. 118. Die erwachendePeriode des Bewußtseins. S. 122. Hiemit deutete Gott ihm an, er selbst (wer?) hätte zwar auch sich anfangs der Sendung geweigert re. S. 123. Denn daß Gott das nicht meine, was wir für unsere Erlösung ansehen und als Anstalten dazu treffen, hat wohl kaum eines Beweises nöthig. S. 124 wird als Bemerkung zu der an sich sinnlosen Behauptung: die Erlösung (nämlich die äußerliche politische) soll am Ende der Tage stattfinden, und deßhalb hätten die alten Weisen sie nicht bewirken können, noch die Note hinzugefügt: Das liefe Geheimniß dessen, was die rechte Zeit heißt, läßt sich hier nicht angeben. (Auch dieser Satz ist ohne ^inn). . . . Diese Arbeit (nämlich das Vorbereiten der Erlösung) des Herrn ist so groß, daß unsere Weisen fast (?) mit Recht ihn über feine eigene Ausführung dieses Riesenwerkes und zwar nach seiner eigenen Aussage sich wundern lassen. (Wie kann man doch solchen wahrhaft gotteslästerlichen Wahnwitz drucken lassen!) — So heißt es auch'nachher S. 127 (pagnirt 111), je dauerhafter, zuverlässiger ein Kunstwerk aus der Hand seines Meisters hervorgehen soll, desto weniger darf man aus das Werk treiben sdringen); „denn Eile schafft oberflächliche Gebilde, keine massive, feste!" (Gicbt es eine aberwitzigere Allegorie?) Wir hätten gern manche gute Seiten der vorliegenden Predigtsammlung herausgchoben, und insbesondere auf die Mannigfaltigkeit des Inhaltes und oft recht glückliche Benutzung älterer Bilder hingewiesen, aber das ganze Gemüth empört sich gegen die furchtbare Keckheit, womit hier alle Ausgeburten einer kränken Phantasie in Schutz genommen, und in angemessener, d. h. eben so krankhafter Sprache und Einkleidung vorgeführt werden. Eine traurige Originalität! Wir bedauern diese in dem Vers, um so mehr, als wir fein gutes Streben aus persönlicher Bekanntschaft zu würdigen wissen und in ihm keinen Heuchler erkennen! Wie kann aber jemand noch hoffen, mit solchen Darstellungen, die durch Verwahrlosung sogar des Ausdrucks und Gewandes auf jeder Seite die widrigsten Blößen zeigen, erbaulich und erhebend zu wirken? Wir können diese Verirrung nur bedauern, und hoffen, daß die nächsten Arbeiten des Verf. das Andenken dieser Mißgriffe tilgen werden! Druck und Verlag von Johann David Sr o t i z. Herr M. Heß fragt in einem andern Blatte an, aus welcher Quelle wohl Maimonides Slore. I. 62 die Angabe geschöpft habe, daß das Tetragramm nur im Geheim, und zwar yniiG nriK GJ7D den Kindern und Züngern zu überliefern sei, geschöpft habe? — Diese Stelle findet sich Kidduschin 71. a. Das Wort bedeutet 7 Jahre. Vergleiche Hil. Teph. 14. 10. Fürstenthal hat daher offenbar falsch übersetzt, und man hat nicht nöthig, erst bas arabische Original zu befragen. Süskind in Kirchheim. Anzeige«. Vollständiger Jahrgang von Terzett- und Chorgesängen der Synagoge in München rc. II. Lieferung, enthaltend sämmtliche Gesänge von □vj;n überhaupt sowohl, als auch die besondern für noci mjnwi rroDi N*:n nwti un& rmn nnswi welche sorgfältig gewählt, durch Einfachheit und Erhabenheit ihrem Zwecke auf das Vollkommenste entsprechen. Man bezieht dieselbe durch jede solide Buchhandlung, in München bei Johann Palm, für fl. 5. 15 kr. oder 3 Thlr. preuß. netto, welcher Preis bei der Reichhaltigkeit und Größe dieser 19 Bogen starken, also die erste um weit mehr als das Doppelte übersteigende Lieferung, im Verhältniß um Vieles billiger gestellt «ft. — Für Porto wird noch eine mäßige Vergütung entrichtet. Die erste Lieferung (Gesänge für den Sabbath) ist noch um fl. 3. 30 kr. oder 2 Thlr. preuß. netto zu haben. In meinem Verlage ist so eben erschienen und wird auch in Leipzig ausgeliefert: MLv '2$ ‘=]'ün Chmuch libne Mizvah, oder: Stunden der Weihe für israelitische Confirmanden in einer Reihe von Betrachtungen über die wesentlichsten Punkte der mosaischen Lehre, von FL. Creiaenacli, Di*. Nebst einem Anhang jüdischer Gedichte von I)r. Theodor Creizermch. gr. 8. broch. Preis fl. 1.12 kr. Herr vr. Ereizenach nimmt bekanntlich durch seine von eben so großer Gelehrsamkeit als forschendem Geiste zeugenden theologischen Werke einen der ersten Plätze unter unsern wissenschaftlich gebildeten Theologen ein, sv°wie er als praktischer Religionslehrer ausgezeichnet ist. Zn dem gegenwärtigen Werke hat er der israelitischen Jugend und den Religions-Lehrern ein sehr schätzbares Hülssmittel in die Hand gegeben. In edelster und zugleich populärer Darstellung hat er die Religions-Lehre, so weit sie in den Kreis der Confirmanden gehört, entwickelt und nichts unberührt gelassen, was zur Befestigung eines erleuchteten Glaubens in den Herzen der Jugend dient. Es wird bei der Confirmation mit dem besten Erfolge gebraucht werden und segensreich wirken. M. L. St. Goar, in Frankfurt a. M. Sauerländer in Frankfurt am Main.