Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 18 (30.4.1841)
- Date
- 1841-04-30
- Page
- Seite 144 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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144 anheischig gemacht, den dortigen Schächter und Cantor aus der guten alten Zeit in seinen letzter« Funktionen zu vertreten und zu diesem Behufe einen Männer- und Knabenchor heranzudilden. Sehr ehrenvoll und dankenswerth. Oie wackere Gemeinde zu Bützow, in deren Mitte der Gottesdienst einer warmen und edlen Pflege seit längerer Zeit sich erfreuet, hat beschlossen, zum nächsten Semester eine Relrgions- und Elementarschule, in welcher aber auch außer den genannten Gegenständen, in französischer und englischer Sprache unterrichtet werden soll, zu errichten, und sucht einen hierzu sich qualifizirenden Lehrer, der noch außerdem bisweilen die Gemeinde durch Predigten erbauen soll. Für den ersten jüdischen Elementarunterricht sorgt der gegenwärtige Cantor. Es ist zwar viel gefordert, aber es wird auch ein anständiger Preis geboten, der von so einer kleinen Gemeinde wahrhaft in freudiges Erstaunen setzen muß.*) In Wahren, einer der größern Gemeinden, ist das bisher arg vernachlässigte Schulwesen stark angeregt worden und bereits die geeigneten Schritte zur Beseitigung der der Verbesserung und Rcorganisirung desselben etwa noch entgegenstehenden Hindernisse geschehen, so daß binnen kurzem mit Gottes Hülfe gewiß etwas Erfreuliches ins Leben treten wird. Padua. — Die Gemeinde zu Mantua beklagt den Verlust eines ihrer ausgezeichnetsten Rabbinen, des zugleich als Arzt sehr angesehenen Israel Gedalja Käses, geboren 19. Junp 1704, gest. 1. Januar 1841. Mit ihm erlosch eine ganze Successivn sehr tüchtiger Rabbinen und Aerzte aus dieser Familie; denn er hinterließ nur 3 Töchter. Er war indeß ein strenger Anhänger des Herkommens in dem Maße, daß er für die Gegenwart nicht genug wirkte, obwohl ihm andrerseits ausgezeichnete Talente und ein edler Charakter allgemein zugestanben werden. Er hatte sein Amt seit 1834 bekleidet. Literarisches Eigenthum. Unser verehrter Mitarbeiter, Herr Salomon Rosenthal in Pesth, fühlt sich, als der bisher ungenannte Verfasser der am Ende des Werkes Ari Nvhem beigefügten Anmerkungen, durch die Anklage unsers italienischen Correrespondenten in Nr. 0, welcher ihn des Plagiats beschuldigt, arg verletzt, und hält es für angemessen, in einer starken Gegenbemerkung diese Beschuldigung eines Anonymen von sich zu weisen, schon damit das Stillschweigen nicht als Zugestävbniß erscheinen möge. Diese uns zugegangene Erwiederung ist in einem allzu dittern Tone abgefaßr, als daß wir sie wörtlich cinrückcn könnten; aber der Gerechtigkeit wegen entnehmen wir hier aus derselben alles, was Herr S. R. Thätsächliches anführt. Erstlich widerspreche sich der Ankläger, indem er das Plagiat für eine wörtliche Abschreibung ausgebe, und dennoch selbst Veränderungen darin finde °, zweitens könne Herr S. R. Nachweisen, daß er dem Verstorbenen Peter Beer im Jahr 1823, drei wichtige Bemerkungen zugesandt hatte, welche hier zu lesen sind S. 02 Z. 8 —12. S. 04 Mitte, Z. 1—7 und die Fortsetzung bis Z. 0. Diese drei Punkte nimmt Herr S. R. als'sein Eigenthum in Anspruch, wogegen er freimülhig bekennt, daß die Sammlung aus den kabbalistischen Werken, betreffend die der Gottheit beigelegten körperlichen Eigenschaften, allerdings dem Herrn Reggio angehdrt, ein Verdienst, welches an sich nicht groß sei, und mit welchem er sich nicht schmücken wolle; wie es denn überhaupt nicht seinem Charakter eigen sei, fremde Leistungen für die seinigen auszugeben, und eine Gelehrsamkeit auszustellen, auf die er keine Ansprüche mache. Drittens erklärt er, daß er in der Thal mit Herrn Reggio *) Die Redaktion der Annalen ist im Stande, sehr tüchtige Subjekte zu empfehlen. D. H. im Jahr 1825 über diesen Gegenstand freundschaftliche Briefe gewechselt, und den jetzt gegen ihn gethanen Angriff wohl nur der Streitschrift Beth Oven zu verdanken habe. — Wir erlauben uns hiernach hinzuzufügen, daß der von allen seinen Gegnern wegen seines biedern Charakers hochgeachtete Greis diesmal doch augenscheinlich einen Mißgriff begangen hat, den eigentlichen Verfasser der Anmerkungen, von denen er selbst nur jene drei Punkte, (zusammen 14 Zeilen, während dlb übrigen 8 Seiten betragen) als se i n Eigenthum anspricht, nicht namhaft zu machen. Dieser Mißgriff ist durch obige Erwiederung wieder gut gemacht, welche indeß auf keinen Fall berechtigt ist, die Anklage für eine Derläumdung auszugeben. — Der Gegenstand ist somit als geordnet anzusehcn, und jedem ist das Seine überwiesen. D. H. Anzeige. Zion. Hebräische Zeitschrift für Theologie anderen Hülfswifferrschaften. Herausgcgeben von Dr. M. Creizenach und Dr. I. JH. IT? 7 enthält: 1) Antworten auf die Anfragen von No.1. u.2; 2) Forschungen über das Werk Schibole Halleket. Schluß. 3) Miltheilungen von Prof. S. D. Lüzzato über Aden Esra. 4) VonDemselben ein Stück aus dem Diwan des Juda Hallevl, mit Anmerkungen. J¥? S. 1) Ein Schreiben an alle Gelehrten Israels zur Veranlassung einer allgemeinen Erklärung gegen die oft zum Nachtyeil der jüdischen Religion ans den Rabbinischen Werken gesammelten Stellen, welche die Gesetze der Menschenliebe zu verletzen scheine». 2) Weitere Antworten auf die Anfragen. 3) Schluß der Karaiten-Gebräuche. 4) Merkwürdigkeiten aus den Gedichten des Samuel Hannagid (Saec XL) mit Erläuterungen von Luzzato. 5) Verschiedene Lesarten in der Bibel bei den Rabbinen. (>) Noch einige mitgctheilt von Herrn Johlson. 7) Eine merkwürdige. Nachschrift aus einer Gesetzroüe in Derbend. 8) Eine Anfrage von Hrn. I. Scheper in Frankfurt a. M. 0) Ein Vers des Hrn. Josephs in London , auf Dr. Loewe. Die Redaktion der hebräischen Monatschrift Zion in Frankfurt am Main. Von der hebräischen Monatschrift Zion erscheint jeden Mondmonat des jüdischen Kalenders eine Nummer, bestehend aus einem Bogen in gr. 8. — Sollte eine verbreitetere Theilnahme es irgend möglich machen, so werden wir uns beeilen, die Lieferungen zu vermehren. Preis des Jahrgangs fl. 2. 12 kr. rhein. Man subscribirt in allen Buchhandlungen und bei allen löbl. Postämtern, in Frankfurt a. M. bei dem Unterzeichneten, so wie auch in der I. D. Sauerländer'schen Buchhandlung. J. S, Adler, . Inhaber einer Verlagshandlung jüdischer Schrstlen. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.