Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 17 (23.4.1841)
- Date
- 1841-04-23
- Page
- Seite 136 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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136 stehen bleiben, und — da sind Legionen nöthig, es auszugären; doch — wir sollen ja das Unkraut nicht ausrupfen. Es würde daher mir und Vielen mir mir sehr lieb sein, wenn die milden Strahlen der Toleranz sich von dem alten Widurg^ausbreiten, und die faule Geburt der Finsterniß, die Intoleranz, von unserm geliebten Vaterlande vertrieben würde. Bei der endlichen Behandlung der Sache (nämlich über freiere Institutionen) sprachen sich wiederum auf ähnliche Weise zwei Deputirte aus, und bedauerten , daß das Comite diesen Gegenstand nicht weiter berührt habe. Der Präsident (Professor Scho uw, der sich in den früheren Sitzungen, wo er auch präsidirte, auf's Entschiedenste dafür ausgesprochen) bemerkte jedoch, daß,, da kein Amendement deßhalb gemacht worden sei, dieser Gegenstand von der jetzigen Discussion ausgeschlossen bleiben müsse. So eben ist auch in Brage & idun (einer Zeitschrift, welche besonders die Emheir der drei skandinavischen Völker zur Tendenz hat, und aus Dänemark, Norwegen und Schweden Aufsätze enthält) auch über die Juden in Dänemark eine ausführliche vortreffliche Abhandlung erschienen, wovon demnächst ein Auszug in den Annalen mitgerheilt werden soll. Literatur. N1L2 '2:6 “j'ijil CChiiiuch libne Mizrah) Stunden der Weihe für israelitische Confirmanden, in einer Reihe von Betrachtungen über die wesentlichsten Punkte der mosaischen Lehre von M. Creizcnach, vr., nebst einem Anhänge jüdischer Gedichte von Theodor C reize nach, vr. Frankfurt a. M. bei Sr. G o a r. VHI u. 152 S. gr. 8. Ohne irgend ein Urtheil auszusprechen, welches man bei unserm Verhältnisse zu dem würdigen Verfasser für befangen halten könnte, bringen wir diese neue Schrift zur Anzeige, welche auf jeden Fall aus einem Bedürfnisse, das häufig empfunden ward, hervorgegangen ist. Die zu confirmrrenden Knaben und Mädchen sollen bei reiferm Religionsunterricht Gelegenheit finden, sich selbst über manches Rechenschaft zu geben, was der Unterricht nur flüchtig berühren kann, und in weiterer Entwickelung der angeregten Ideen mit sich einig werden, um in voller Ueberzeugung ihr Bekenntnis ablegen zu können. Zu diesem Ende sind hier?0 Betrachlungen.aufgestellt, welche theils die Glaubenslehren, theils auch eine genauere Ansicht der positiven Einrichtungen und Gesetze beleuchten sollen. Sie lassen sich etwa folgendermaßen classificiren, 1) betreffend die Confirmation und die dazu nothige vorbereitende Erkenntniß von Wesen und Zweck der Religion 1—6; 2) die Religionslehren, Glaubensartikel und besonders Begriffe von Gott und Gottesdienst 7—16; 3) Quellen der Religion und Offenbarung 17—24. 4) Sittengesetze 25—37. 5) Rituelles 38—42. 6) Feiertage 43-47. 1) Einzelne Gesetze und deren Geist 48—52. 8) Geschichte der Religion, h. Schr., Gesetz 53—58. 9) Verhältnis; des Menschen zu Gott, Buße 59 — 62. 10) Geschichte Israels 63—66. An diese schließen sich noch einige besondere Betrachtungen, und zuletzt eine Anzahl an die Confirmanden zu richtender Fragen. ’ Dies Buch setzt, wie uns scheint, bei der Jugend eine etwas sorgfältige Schulbildung voraus und wird daher vorzugsweise den Zöglingen guter Real- und höherer Bürgerschulen mit Nutzen übergeben werden. Inzwischen können auch die in Elementarschulen Herangebildeten es wohl verstehen, namentlich unter Anleitung sachkundiger Führer. Wir glauben, daß Elementarlehrer ebenfalls hier Material vorfinden, das nicht in den sogenannten Katechismen sich darbietet, und das sie wieder nach ihrer Art verarbeiten und der Jugend nahe legen können. Ueber Haltung, Ordnung und Vollständigkeit des Inhaltes für den beabsichtigten Zweck zu urtheilen, stellen wir gern andern Blättern anheim; nur glauben wir bemerken zu müssen, daß der Herr Verfasser nach einer in der Praxis gesammelten Erfahrung von mehr als einem Vierteljahr- Hundert gearbeitet hat, was den etwa abweichenden Ansichten mindestens zur Richtschnur dienen möge, ihr Urtheil reiflich abzuwägen, indem es in der That sehr schwierig ist, auf diesem Gebiete, wo die lange Praxis allein zu entscheiden das Recht hat, allen Ansprüchen zu genügen. Die beigegebenen 5 Gedichte werden Vielen als eine willkommene Zugabe erscheinen. Anfragen. In dem Eommentar des R. Kimchi zum Genesis, den der Ungar'sche Rabbiner, Herr Gins bürg, durch den Druck veröffentlichen wird (vergl. Annalen Nr. 9) findet sich zu dem Citat der berühmten alten Variante Ber. Rab. mo IHO rum nach Anführung der Stelle aus More Neb. 3. 10, folgender höchst merkwürdige Zusatz rpKontrKi ammm mm mm mm rnKW DimiDm Krrumm Komm kph - - - wm mim mo mo rum Wer über diese Stelle nähere Auskunft zu ertheilen, oder die Quelle, woraus sie geflossen sein dürfte, anzugeben vermag, wird hiermit ersucht, solche der Redacrion der Annalen zuzusenden, damit sie, im Interesse der Wissenschaft, der Ausgabe des genannten Commentars beigegeden werde. Bekanntlich wird jene Variante einem Codex des R. Meir vindicirt, und von diesem Abod. Sara 18 erzählt, er sei in Rom (?) gewesen. Ob das nun mit jener Stelle in Verbindung stehen mag? K. Warum hat der Uebersetzer der Apokryphen, Herr Rabbiner Gutmann, obgleich er das dritte Buch Esra und d. Makab. ausnahm, die Stücke in Esther ausgelassen? Es ist dies um so bemerkenswerter, als der Inhalt derselben in den verschiedenen Mdraselüm wieder auftaucht. W. Beantwortung. Auf die in Folge unserer Aufforderung in Nr. 14 der Annalen bei uns eingegangcnenMeldungen, sowie auf alle etwa noch bis zur Absendung unsers Berichts (spätestens med. Mai) noch eingehenden, dient hiermit zur ergebensten Erwiederung, daß wir alles, dem uns ertheilten hohen Aufträge gemäß, gewissenhaft befördern werden. Jedem Einzeln für jetzt zu antworten, ist der Herausgeber der Annalen durch die Beschränktheit seiner Zeit verhindert; auch steht er sich außer Stande, vorläufig die gewünschten Details mitzuthcilen, indem er, unbekümmert um einzelne voreilige und höhern Orts gemißbilligte Veröffentlichungen, mir der strengsten Discrerion die ihm ertheilten Befugnisse zu befolgen für Pflicht erachtet. Alle geehrten Candidaten, Lehrer rc. werden daher hiermit ersucht, ruhig die o fficiellen Eröffnungen abzuwarten, welchen wir demnächst entgegensehen, und wovon wir alsdann sofort die Betreffenden auf die geeignetste Weift in Kenntniß setzen werden. Die Redaktion der isr. Annalen. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.