Mannheim
Compact Memory

Israelitische Annalen · 1841-04-16 · Heft 16 (16.4.1841) · p. Seite 121

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 16 (16.4.1841)
Date
1841-04-16
Page
Seite 121 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3133765-3133874-3133891--1110-3135323
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1841 16. April. Nw 16. Israelitische Annalen. (Sin Centralblatt für Geschichte, Literatur und Guttur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 —fl. S; man subscribirt bei allen l'öbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. NackträgicheS zum Aufsatze: Blick auf den Tbalmut. Von I. Reggio. — Verhandlungen in Sachsen-Meiningen. (Schluß). — Cremieur-Schulen. Rundschreiben deS Herrn A. Cremieur an die abendländischen Juden. — Zur Beseitigung einiger Einwendungen gegen die neuere Methode des Bibel Unterrichts. — Nachrichten und Eorrespondenzcn: Königsberg; Leipzig; Oppenheim; Frankfurt am Main.' — Anzeige. Nachträgliches zum Aufsatze: BlLck auf freit ThaLrnrrd. Von I. Reggio. (S. israelitische Alinalen 1840, S. 106. 114. 121. 130.) Die ausgestellte Hypothese, nach welcher ein ungemessenes Verlangen, sich mir der heiligen Thora immerwährend beschäftigen zu können, sammtliche thalmudische Schriften hervorgebracht hätte, hat bei manchen Sachkennern nicht unbedingten Beifall gefunden. Es wären, meinte man, bei dieser Untersuchung manche andere Elemente mit Stillschweigen übergangen worden, die doch viel dazu beigetragen haben, jenes Werk in's Leben zu rufen; es sei demnach jene Ansicht zu einseitig, und daher ungenügend, um den wahren Ursprung dieser großen Erscheinung gehörig in's Licht zu setzen. Es erfolgte daraus für mich eine neue Veranlassung, diesem so überaus wichtigen Gegenstände ein weiteres Nachdenken zu widmen, und, den früher cingcschlagenen Weg einstweilen bei Seite setzend, zu versuchen, ob nicht etwa der Beobachter durch Wählen eines andern Standpunktes eine bessere Aussicht gewinnen, und die feinsten Schattirungen dieses Gemäldes leichter wahrnehmen könnte. Ich unterwerfe daher noch folgende Gedanken, bloß als Materialien zu einer tieferen Forschung, dem Urtheile der Verständigen, bereitwillig, jede wohlbegründete Zurechtweisung mit Dank anzunehmen. - Große Leistungen des menschlichen Geistes sind nicht als extemporirte.Produkte des Augenblickes, die für sich allein isolirt dastehen, zu betrachten; vielmehr ist zuweilen der Grund derselben in den entferntesten Umständen und Bedingungen der Vorzeit aufzusuchen, und manchmal hat das, was man am mindesten darauf bezüglich erachtete, nach reiferer Ueberlegung doch einen großen Einfluß auf die Entstehung jenes Geiftesproduktes beurkundet. Da nun der Thalmud unstreitig als höchste Manifestation des Pharisäismus angesehen zu werden verdient, so wird, vermöge des immer bestehenden inneren Zusammenhanges zwischen Ursache und Wirkung, eine richtige Kennrniß des Geistes, der dieser Sekte vorschwebte, wohl viel dazu beitragen müssen, die Grundlage zu entdecken, worauf der Thalmud beruhet, und zugleich den eigentlichen Charakter und Zweck dieses Riesenwerkes ausfindig zu machen. Allein die Pharisäer entstanden nicht erst damals, da der Thalmud zum Vorschein kam; sie exiftirten schon seit mehreren Jahrhunderten, obwohl in jeder Epoche unter verschiedenen Modifikationen, und es ist daher ersprießlich, dem Faden ihrer Geschichte bis zum Ursprünge nachzugehen, um dadurch mit ihrer Haupttendenz vertrauter zu werden. Nun thun die jüdischen Jahrbücher nicht nur zur Zeit der Makkabäer,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.