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Israelitische Annalen · 1841-04-02 · Heft 14 (2.4.1841) · p. Seite 105

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 14 (2.4.1841)
Date
1841-04-02
Page
Seite 105 (sequence 1)
Language
German
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2 April. 14. 1841. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für; Geschichte, Literatur und Cultur -er Israeliten £ aller Zeiten und Lander. Herausgegcbcn v»n vr. I. M. Jost. Don diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 — fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. Der Tempel zu Hamburg und vr. Frankfurter'S Vorlesungen über Religion im letzten Winterhalbjahre, von vr. M. Fränkel (Schluß). — Literatur.- vr. Holdheim'S Predigten (Schluß). — Bemerkungen zu dem Aufsatze: „daS iSrael. Schulwesen in der Pfalz." von vr. Phil. Ebrenberg in Wolfeubüt^el. (Nebst einem Lehrplans. (Schluß). — Nachrichten und Eorrespondcnzcn: Türkei; Holstein; Wallerstein; Frankfurt am Main. — Aufforderung. Der Tempel zu Hamburg und Or. Frankfurters Vorlesungen über Religion im letzten Winterhalbjahre. Von Dr. M. Fränkel. (Schluß.) 5) Hauptwahrheiten oder Dogmen der israelit. Religion sind solche Lehren, welche deren eigenthümlichstes Wesen bezeichnen. Sie^ thun der Vernunft nirgends Zwang an. Es sind bereits zwei angegeben: die göttliche Offenbarung in Lehre und Leben und die Einheit Gottes. Hierzu kommt nun die Lehre von der Schöpfung aus Nichts als eigenthiimliche Lehre des israelit. Monotheismus. Der Satz: „aus Nichts wird Nichts" gilt nur im Bereiche kreatürlicher Thätigkeit, nicht aber bei Gott als der absolut ernsten Ursache alles Seins, der in seiner Allmacht sich selbst genügt Chip). Daher beginnt die Bibel prägnant und würdevoll gleich mit der Schöpfung; sie kennt keine Urmaterie, keine Emanation, sondern eine Schöpfung aus Nichts als Thatsache des bloßen göttlichen Willens, und giebt damit eine Grundlage für alle Weltbetrachtung. (Hierbei Anlehnung an Steinhim's „Offenbarung.") Gang durch die Schöpfüngstage zu teleologischer Nachweisung. — An die Lehre von der Schöpfung schließt sich innig die Lehre von der göttlichen Vorsehung. Zeigt sich diese in der Schöpfungsgeschichte in unendlicher Weisheit und allgemein, so tritt sie in der israelitischen Religion speciell hervor und wird in der jüdischen Religionsgeschichte der leitende goldne Faden, der die göttliche Führung immer sichtbar macht und den Menschen mit Gott in Verbindung hält. Zn der providentiellen Leitung des israelitischen Volkes ist der Typus der göttlichen Leitung des ganzen Menschengeschlechts gegeben. Aller Particularismus ist hier der Fruchtkern des einstigen Universalismüs. Das treue Festhalten an der Wahrheit, daß der Einige in Verbindung mit den Menschen stehe. Alles nach seinem heiligen Willen leite, und besonders Zsrael erziehend führe, ist es vorzüglich, was in den heiligen Urkunden Glaube heißt, nach welchen überall in denselben auf Erkenntniß hingewiesen wird; überall ist, selbst neben dem Gehorsam gegen das Gesetz, die Vernunft in Anspruch genommen. — Abweisung der falschen Ansicht, daß Zehova als Nationalgott der Zsraeliten betrachtet werde. Er, der in den heiligen Urkunden als Schöpfer und Erhalter aller Menschen dargestellt wird, als der Gott aller Geister und alles Fleisches, der selbst für die jungen Raden sorgt: er liebt alle Völker, alle Heiligen sind bei ihm, und er sendet seine Propheten aus, um auch die Heiden zum Guten zurückzuführen. Die ganze Menschheit ist der Gegenstand seiner väterlichen Fürsorge; Zsrael ist nur sein erstgeboruer Sohn. 6) Die heiligen Urkunden charMerisiren den Menschen als das Ebenbild Gottes. Dieß ist er dadurch, daß Gott dem Erdenleibe eine lebendige Seele gab, was bei der Schöpfung der Thiere nicht gesagt ist; somit war er Gebieter der Erde und den Engeln wenig nachgesetzt. Seine Bestimmung konnte nun keine andere sein, als die Gottähnlichkeit in sich immer mehr hervvrtreten zu lassen. Hierzu trägt er die Fähigkeit in sich: er ist perfectibel. — Zn seiner Gottähnlichkeit ist der Mensch sittlich frei, und also zurechnungsfähig; ihm ist die Wahl zwischen dem Guten und dem Bösen, dem Leben und dem Tode gelassen. Ein Hang zum Bösen liegt zwar in ihm; die Sünde ruht vor der Thüre und verlangt nach ihm, — aber er vermag sie zu

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