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Israelitische Annalen · 1841-03-19 · Heft 12 (19.3.1841) · p. Seite 91

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 12 (19.3.1841)
Date
1841-03-19
Page
Seite 91 (sequence 3)
Language
German
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91 entwurfes, der nachmals theilweise (im Jahr 1833 1 Juni) für die Provinz Posen in Anwendung kam, mir einem gewissen Eifer geführt, welcher von manchen Seiten nicht ganz ohne Animosität vorüber ging. Damals war es vorzugsweise der Geheime Oberregierungsrath (jetzt Staatsrath) Carl Streck fuß, welcher besonders die beschränkenden Gesetze für die größte Mehrzahl der preußischen Juden für zuträglich hielt, und in diesem Sinne nicht bloß vorschlug , sondern in einer besondern Broschüre, die wahrgenommencn Mangel, die den Beschränkungen als Grundlage dienen sollten, darstellend, öffentlich vcrtheidigte, ja als nothwendig auch nach außerhalb zu empfehlen für gut fand. Obwohl damals selbst die Fehde ausnehmend, haben wir doch niemals dieses von uns persönlich sehr hochgeachteten Staatsmannes volle Wahrheitsliebe bezweifelt, und in seinem Urtheile nur eben jene Befangenheit bekämpft, in die man leicht geräth, wenn die Abstimmung über eine große Volksmasse rheils aus feindseligen Büchern, theils aus dem zufälligen Zusammentreffen mit demjenigen Theile desselben hervorgeht, der niemals als Vertreter des Ganzen gelten kann. Leider ist das in unsrer Angelegenheit nur zu häufig, daß die Staatsmänner fast nur die durch Geschäfte bedeutenden Häuser kennen, außerdem aber mcistnur die Unwissenden, die Zudringlichen, die Eitcln und die Handel- und Gewinnsuchenden vor sich sehen, während ihnen die Kenntnißrcichen, die Bescheidenen, die Verständigen und die ruhig ihren Beruf Betreibenden unbekannt bleiben und sie von deren Dasein nichts ahnen. Aufgesucht werden diese nicht, angestellt sind sie nicht, woher soll der Staatsmann mit ihnen bekannt werden? Woher ihre Ansichten erfahren? Woher überhaupt den bessern Kern einer allerdings oft sehr tief gesunkenen Gemeinde beurtheilen lernen? Wodurch zu der Einsicht gelangen, wie man sie von innen heraus erziehe? Glücklicher Weise bietet Berlin dennoch der Gelegenheiten genug dar, um sich, wenn man will, eines andern zu überzeugen, und Herr Geh. Obcrregierungsrath Streckfuß hätte schon damals nicht seine Ansicht verfochten, wären ihm die Quellen näher gewesen. Seit jener Zeit hat aber dieser hochgeachtete Staatsmann mit weit lebhafterm Interesse sich der Angelegenheiten der Juden angenommen, hat deren Anstalten und verschiedenen Feier- ■ lichkeiren mit ernster Theilnahme besucht, hat bei ihnen eine nie zuvor gekannte moralische Gesinnung und eine Stufe der socialen und wissenschaftlichen Bildung gefunden, die am vollständigsten seine Behauptungen zu widerlegen dienen, und — hat gehandelt, wie es einem Manne von achter Humanität geziemt; er hat öffentlich der Wahrheit die Ehre gegeben. Wahrlich, wir haben es mir der aufrichtigsten Verehrung vernommen, daß Herr Streckfuß nicht bloß seiner frühern Ansicht entsagt, und im Stillen für die bessere wirkt, sondern mit edler Großherzigkeit in einem Briefe an den Vorsteher der Gesellschaft der Freunde, Herrn I. Lehmann, unter Gestattung des Abdrucks desselben, anerkennt, daß er sich früher geirrt habe, und daß er jetzt die bürgerliche Gleichstellung derJuden des preußischen Staates für durchaus zweckmäßig, nörhig und nützlich halte, auch so viel in seinen Kräften stehe, für diese Maßregel sich verwenden werde. Obwohl wir bis jetzt diese Aeußerung nur als die der Privatüberzeugung zu betrachten haben, und nur als solche geben, so ist sie gewiß der erfreulichste Triumph der Wahrheit, ehrenvoll für die, welche es vermochten, eine so gewichtige Meinung umzuftimmen und noch mehr für den Mann, welcher sich nicht scheuet, einen Jrrlhum zurückzunehmen und der entgegengesetzten Ucberzeugung offen zu huldigen. (Forts, folgt.) Hebet die Resultate des Herrn Luzzato in den israelitischen Annalen von 1840. Nr. 8. | Von I. Eichenbaum.? (Schluß.)! Um allem dem, was Herr Luzzato gegen meine Erläui terung gesagt hat und noch etwa sagen wird, mit einem Male | zu begegnen, übertrage ich hier die ganze fragliche Srelle,! und setze eine Figur und noch einige Bemerkungen hinzu,! damit sie dem Leser näher unter die Augen gerückt werde,! und er darüber zu urtheilen mehr im Stande sev. Am Schluffe des 11. Kapitels des "lü? heißt es so: „Nun will ich das Gebeimniß der Zahl 10 darlhun. Cs ist bekannt: 1) daß das Quadrat einer Seite ab eines in eine Kreislinie eingeschriebenen gleichseitigen Triangels ABC dem Quadrate der senkrechten GK gleich sei, welche vom Scheitel G auf die Basis AI eines gleichseitigen Triangels iga gezogen wird, dessen Seire dem Diameter jener Kreislinie gleich ist; so wie daß es, das Quadrat nämlich der senkrechten im gleichseitigen Triangel, drei Viertel des Quadrates der Seite beträgt, und 2) wenn eine Sehne DE einen dritten Theil des Diameters senkrecht ad- 12*

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