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Israelitische Annalen · 1841-03-05 · Heft 10 (5.3.1841) · p. Seite 73

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 10 (5.3.1841)
Date
1841-03-05
Page
Seite 73 (sequence 1)
Language
German
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1841 5 März. Nr» 10. Israelitische Annalen. Ein Centralblatl für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 — fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. Kahira. Bemerkungen von S. Ai unk in Paris. — DaS Sckullebrer - Seminarium in Berlin (Schluß). — Nachrichten und Korrespondenzen: Pari-: über die aut Aegypten mitgebrachten Handschriften; aus Ungarn (Gallizische Zustände); München: Rechtskenntniß; Amsterdam. — Literatur: Saalschütz Mahnungen rc. — Anzeige. Kahira. Bemerkungen von S. Munk in Paris. (Vorwort. Die Zustände der Israeliten, sowohl der Juden als Karaiten, in Kahira stnd durch die Ereignisse des vorigen Jahres dem Europäischen Publikum interessant geworden, und mehr noch hat die Wissenschaft durch Beleuchtung mancher Dunkelheiten und Auffindung literarischer und historischer Merkwürdigkeiten gewonnen. Wie viel Verdienste stch in dieser Beziehung unser gelehrter Freund, Herr Munk erworben, brauchen wir nicht darzuftellen; die öffentlichen Blätter haben darüber, ohne von dem fast allzubescheidenen Verfasser veranlaßt zu sein, mitunter sogar ohne genaue Sachkenntnis', berichtet. Wir freuen uns, daß Herr Munk unsrem Gesuche um bestimmtere Mitthcilungen willfahrt hat, und daß wir somit in Stand gesetzt stnd, unfern Lesern vorläufig über einen wichtigen Theil seiner von Aegypten mltgebrachten Werke berichten, und seine sonst noch wissenswerthen Beobachtungen eröffnen zu können. Die letztem, welche mehr von allgemeinem Interesse sein dürften, stellen wir voran. Der Bericht über die Schriften folgt weiter unten. Wir geben seine eigenen Worte aus einem Briefe vom I4ten Februar v.) ' Es ist zu bedauern, daß manche jüdische Gelehrte, welche in neuerer Zeit den Orient bereisten, und denen es vergönnt war, längere Zeit daselbst zu verweilen, sich so wenig um die Trümmer jüdischer Literatur bekümmerten; es hätte wohl noch manches gerettet werden können. Freilich wäre dies ein weniger prunkendes Verdienst gewesen als Hieroglyphen zu entziffern oder arabische Perlenschnüre an einander zu reihen. Der eine von jenen Herren erregte in Aegypten. die Bewunderung gelehrter Juden und Araber durch das höchst problematische Talent, ägyptische und kufische Inschriften mit edler Dreistigkeit vom Blatte oder besser vom Steine weg zu lesen. Ein anderer, welcher zwei Jahre in Kahira lebte, und jetzt, wie ich glaube, in Deutschland docirt, — dem man übrigens ein reelleres Verdienst und ein ernsteres Streben nicht absprechen kann — wagte sich gar nicht in das Judenquartier hinein, aus Furcht, für einen Juden gehalten zu werden. Dem Reisenden in der Didask a l i a will ich in dieser Beziehung keinen Vorwurf machen, da er sich bloß für einen aufmerksamen Beobachter, nicht aber für einen Gelehrten ausgiebt. Da aber sein Aufsatz jetzt durch ganz Israel verbreitet ist — indem ein Blatt ihn im Auszuge mitgetheilt, und ein anderes demselben seine exoterischen Spalten geöffnet hat, —so will ich daran, theils ergänzend, theils berichtigend, einige Bemerkungen knüpfen, indem ich jedoch alles übergehe, was Sie Nr. 3 der Annalen mit vieler Wahrheit, obwohl in etwas zu scharfer Form, bereits gerügt haben. Was die Bibel aus dem Salomonischen Tempel betrifft, welche unserem Beobachter Stoff zu einer pittoresken und piquanten Erzählung giebt, so muß ich zu meiner Beschämung gestehen.

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