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Israelitische Annalen · 1841-01-19 · Heft 8 (19.1.1841) · p. Seite 64

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 8 (19.1.1841)
Date
1841-01-19
Page
Seite 64 (sequence 8)
Language
German
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so wie der Organisation des Vorsteher-Collegiums werden die einzelnen Anstalten beschrieben, nach folgenden Rubriken geordnet: I. Unterricht und Erziehung, a) Unterricht für Knaben, b) Unterricht für Mädchen, c) physische Unterstützung für die Schuljugend, d) Vorbereitung zum Eintritt m's bürgerliche Leben. H. Vorbeugung der Armuth. m. Gegenseitige Unterstützung, a) für Krankenpflege, b) für diverse Zwecke, c) für freie Beerdigung, d) für Ausstattung israelitischer Bräute, e) für Besorgung von Ersatzmännern (zum Militärdienst). IV. Allgeineine Unterstützung, v. Priva tunterstiitzung, a) für Wohnung, b) für Bekleidung, c) für Vertheil'ung von Virtualien, d) für Wöchnerinnen, «) für Vertheilung baaren Gelbes, t) für Feuerung. VI. Legate und Klausen. Nach einem Anhang, der zehn Institute behandelt, die verwandte, auf die Gemeinde sich beziehende Zwecke verfolgen, kommen endlich die Vereine und Stiftungen der portugiesisch-israelitischen Gemeinde. Es ließe sich gegen diese Anordnung vielleicht Manches nicht ohne Grund einwenden; wir würden mit IV den Anfang gemacht haben; auch ergicdt sich der Unterschied zwischen öffentlicher und Privatunterstützung nicht klar: da dieß jedoch auf das'Wesen der Sache'keinen weitern Einfluß übt, so übergehen wir es und wenden uns zu den einzelnen Instituten. Diese sind mehrentheils nach folgender Anordnung behandelt: Geschichte, Tendenz, innere Einrichtung und deren Personal. In der ersten Rubrik, Unterricht und Erziehung, finden wir zehn verschiedene Anstalten, zwei Knaben- und zwei Mädchenschulen, ein Waiseninftitut, zwei Vereine zur Bekleidung armer Knaben, einen^zur Bekleidung armer Mädchen, einen Verein zur Beförderung nützlicher Gewerbe unter den Israeliten, und endlich einen Stipendicnvercin. - Jeder, der dieß liest, wird sogleich die Frage thun: Wie kommt es, daß hier mehreres doppelt enstirt? Ist die Zahl der armen Juden Hamburgs so groß, daß nicht ein Institut zur Erreichung eines Zweckes hinreicht? Mit Nichten. Die armen Knaben, die Schulunterricht erhalten, sind 300, die Mädchen 110—180, bei beiden also würde je eine Schule genügen. Die Ursache jener Theilung liegt theils in den religiösen Verhältnissen, theils in der Stellung einzelner Gemeindeglieber zum Vorstehercollegium. Von den Realschulen nämlich ist die eine die Gemeindeschule (Thaimud-Thorah), die jedoch auch Unterstützung von Privaten erhält, auf die historisch überlieferten Glaubens- und Lebenssatzungen begründet: die andere von Gemeindemitglietern unterhalten, von dem Gemeindecollegium jedoch auch unterstützt, Freischule genannt, dem durch den Tempel repräsentirtcn Princip angepaßt. Jene wird von dem geistlichen Beamten, Herrn Is. Bernays, diese von dem vormaligen Prediger am neuen Tempel, Herrn Dr. Kley, geleitet. Beide kosten zusammen angeblich 8000 Thlr. Pr. Ct. (14000 fl.j. Was könnte mit solchen Mitteln geleistet werden? wie viel könnte für andere Zwecke erspart werden! Wie leicht hätten wir hier ein Seminarium für angehende Lehrer, eine specielle Vorbereitung für den Gewerbstand, und wie manches Andere! Dieselbe religiöse Verschiedenheit besteht in jeder noch so kleinen und noch so großen Gemeinde, aber wo wären zwei Armenschulen? Wir erinnern an Berlin, Frankfurt am Main u. a. — Noch auffallender ist die Coepistenz zweier Mädchenschulen für die ärmere Klaffe. Beide leisten, durch ökonomische Rücksichten beschränkt, äußerst wenig, vereint könnte eine ganz tüchtige Anstalt daraus werden; aber die eine will nicht unter dem Vorstehercollegium stehen, und wird beaufsichtigt durch eine Direction, bestehend aus acht Kauflcuten und einem Arzt! Die andere ist Gemeindeinstitut. Diesem Patricularismus werden wir noch öfter begegnen. Der einfache Gedanke, alle vier Anstalten unter eine gemeinsamen Verwaltung zu stellen, um dadurch Einheit und Zusammenhang in das Unterrichtswesen für die ärmere Klasse zu bringe«, dieser Gedanke gehört unter den gegenwärtigen Umständen wenigstens nur in das Reich der Hoffnung. Erfreulich ist der Blick auf das Waiseninstitut in feiner gegenwärtigen Organisation. Diese Anstalt, bereits seit 75 Jahren bestehend, war früher größtentheils auf Erlangung des Kaddischgebetes abgesehen, seit drei Jahren ist dieser Zweck zwar nicht aufgegeben, doch in den Hintergrund gestellt, und die Erziehung armer Waisenknaben zur Hauptsache gemacht. Es ist ein eigenes Haus eiugerichtet, worin vierzehn Knaben vom 6ten bis zuln 14ten Jahre alle ihre Bedürfnisse mit Ausschluß des Unterrichts, der ihnen in der Gemeindeschule ertheilt wird, bekommen, und unter väterlicher Leitung stehen. S e ch s »> u n d e r t -Mitglieder erhalten dieses Institut, ein Beweis, wie allgemeinen Anklang es findet. Die vor einigen Zähren erneuerten Statuten sind freilich äußerst mangelhaft und bedürfen dringend einer Revision, jedoch thut dieß dem. Hauptzweck vorläufig nur geringen Eintrag. Von den beiden Vereinen zur Bekleidung der Knaben sorgt einer für die Schule der Thalmud-Thora, der andere für die der Freischule. Der Mädchenbekleidungsverein versorgt mit gebührender Unpartheilichkeit die Schülerinen beider Mädchenschulen. (Schluß f.) Anzeige«. Bei JT. 1). Sauerländer in Frankfurt am Main ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: .Opn py (Lfseauge.) Gründliche Lehre und Anwendung der hebräischen Accentuation. Für Theologen, Philologen, Rabbiner, israelitische Lehrer, Vorsänger, jeden Studirenden der hebräischen Sprache und Literatur. Von Hermann Stern• 12 gr. — 54 kr. Die hebräische Accentuationslehre ist hier mit einer Gründlichkeit erörtert und ihre Anwendung mit einer Belesenheit nachgewiesen, wie dies in keiner Sprachlehre sich vorfindet, daher das Buch als ein nothwendiges Supplement zur hebräischen Grammatik betrachtet werden kann. Dritte umgearbeitete und vermehrte Auflage der hebräischen Fibel nay n«np mD^n d. i. erster Unterricht im Hebraisch-Lesen undUebersetzen, nach grammatischen Grundsätzen bearbeitet von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürgeru. Realschule zu Frankfurt a.M. 6gr.24kr. .may ptri? pm rampn isd Clemerrtarbrrch, oder gründlicher grammatikalischer Unterricht im Lesen und in der Flexion der hebräischen Sprache. Von L. Presburger, Lehrer an der israelitischen Bürger- und Realschule zu Frankfurt a. M. Mit einem Vorworte v.Or.J.Nr.Zost. 14gr.—fl.1. Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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