Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 8 (19.1.1841)
- Date
- 1841-01-19
- Page
- Seite 57 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1841 19. Februar. N^» 8. Israelitische Annatey. § in Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cnltnr der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden-Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 —fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. DaS Sckullehrer-Semmarium in Berlin. — Leises Bedenken einer Rabbiners über die gegenwärtigen Hanptrilbtungen in der Eniwickelung beS Jubenttzums (Schluß). — Neueste Nachrichten über die karaitischcn Denkmäler. — Auf «ine naiveAeußcrung eine barmloseMitkheilung, von Ur. G. Salomo«. — Nachrichten und Korrespondenzen: Odeffa; Frankreich; Schwerin (Schluß); Großberzogtbum Baden. — Literatur. — Anzeigen. Das Schullehrer-Seminariuin in Berlin. Seit dem 18ten Oktober vor. Jahres besitzt die Berliner Gemeinde endlich ein öffentliches Schullehrer-Seminar, aus welchem sich wahrscheinlich mit der Zeit eine Bildungsanftalt für Rabbinen, deren die Gemeinden noch stärker bedürfen, als der Lehrer, die auch anderweitig in den meisten Fächern ihre Vorbereitung erlangen können, entwickeln dürfte. Wir sagen endlich, denn die Idee dazu liegt schon fast 20 Jahre vor, und man hatte sogar bereits ernstliche Schritte gethan, um ein Seminar herzuftellen, aber der Plan scheiterte ganz an dem Mangel gehöriger Energie und in der Thal auch an der innern Unhaltbarkcit der früheren Grundlagen. Wir haben die Beschreibung der Einweihungsfeier vor uns, welche im December vorigen Jahres erschienen ist; sie enthält alles, was vorläufig von dem lungen Institute wissenswert!) erscheint. Indem wir auf diese Broschüre verweisen, geben wir davon folgenden Abriß; einige Bemerkungen beifügend. Herr Dr. Moritz Veit, Aeltester der jüdischen Gemeinde, eröffnete die Feier mit einer kurzen Rede, welche im Allgemeinen das Verhältniß der Gemeinde im Staate, und in kirchlicher Beziehung ihre religiösen und pädagogischen Sonder-Jntereffen entwickelt, welche letztere auch in den letzten §§ des Edikts von 1812 anerkannt worden, obgleich mancherlei Ursachen in der spätern Zeit dahin wirkten, daß die Gesetzgebung eine bestimmte und umfassende Maßregel zur Ordnung dieser Angelegenheiten nicht erließ. Das Bedürfniß gut vorbereiteter Elementar- und Religionslehrer stellt sich um so mehr heraus, als der Elementar- und natürlich der Religionsunterricht in allen untern Schulen hauptsächlich die confessionelle Seite besonders beachtet, also jede Religionsgenoffenschaft auf ihre eigenen Hülfsmittcl verweist. Daß nun der Lehrerftand der Juden als solcher in seiner dermaligen Beschaffenheit durchweg noch nicht befriedigt, zeigt der Redner mit wenigen Worten klar genug, um die Ueberzeugung hervorzuruftn, daß die Gemeinde wahrhaft zeitgemäß gehandelt habe, indem sie vorläufig, selbst bei beschränkten Mitteln zum Anfang geschritten ist; und es steht zu hoffen, daß die Anstalt gedeihlich aufblühen werde. Diese wird von Herrn Dr. Zunz dirigirt, dessen literarischer Ruf im Voraus für die Tüchtigkeit der hier zu begründenden Studien eine Bürgschaft gibt. Die Rede, welche Dr. Zunz bei der Einweihung hielt, entfaltet die innere Bedeutung der Anstalt, und führt die Kern-Grundsätze, welche die Lebenspulse des Ganzen bilden, vor das Bewußtsein. Sie