Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 7 (12.2.1841)
- Date
- 1841-02-12
- Page
- Seite 49 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Nw 7 1841 IS. ♦ Israelitische Annalen. E i n Centralblatt für Geschichte, Literatur ««- Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Hcrausgegeben von vr. I. M. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3 —fl. 5; man subscribirt ' bei allen lobt. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. LriseS Bedenken eines Rabbiners über die gegenwärtigen Hauptricktungen in der Entwickelung des Zudentdums. — Neue Leistungen der kritischen Schule (Schluß). — Nachrichten und Korrespondenzen: auS Ungarn; Prag (Schluß); Schwerin; aus Unrerfranken. — Literatur: DamaScia von L. H Löwenstein (Schluß). Leises Bedenken eines Rabbiners über die gegenwärtigen Hauptrichtungen in der Entwickelung des Judenthums. Wir leben in einer Zeit des Aufthauens, der Bewegung und des Fortschreitens, das kann trotz der hie und da auftauchenden Reaktionen nicht geläugnet werden. Die Erstarrung, welche Finfterniß und Barbarei in Leben und Wissenschaft des Judenrhums bewirkt haben, ist den hier starker» dort schwächer» Strahlen des Lichtes und der Freiheit gewichen, und aller Orten zeigt sich ein reges Streben nach neuen Formationen oder nach Verjüngung und Belebung des Uebrrkommenen. Die Verschiedenheit in den Grundansichten, die sich dabei geltend machen wollen, der Forderungen, die dabei gestellt, der Wege, die dazu eingefchlagen werden, darf uns eben so wenig irre machen, wie die nothwendig daraus erfolgenden Conflikte und Kampfe, oder die häufig einander durchkreuzenden und scheinbar widerstrebenden Versuche zur Lösung einer und derselben Aufgabe; sie sind sämmtlich nur erfreuliche Aeußerungen des neuerwachten Lebcnsgeiftes in Israel. Aber daß noch nirgends ein Ruhepunkt gewonnen ist, bei dem wir zufrieden verweilen dürften, oder von dem aus die weitern Bewegungen sich bestimmen und leiten ließen, ist einleuchtend. Desto weniger dürfen wir es versäumen, uns dieses klar zum Bewußtsein zu bringen, und die bereits geschehenen Schritte fleißig und sorgfältig zu prüfen. Es scheint daher besonders nöthig, von Zeit zu Zeit einen forschenden Blick auf jene Ideen des Fortschrittes zu werfen, die bereits durch gewisse Institute vertreten werden, und irgendwo so viel Raum gewonnen haben, daß sie dorr die Gestaltung der nächsten Zukunft bedingen. Da treten uns nun in der jetzigen Fortbildung des Judenthums zwei divergirende Richtungen entgegen, die jedoch eigentlich Hand in Hand gehen und sich gegenseitig unterstützen sollten. Ich meine die kritisch-theoretische, repräsentirt durch den wackern und gelehrten L u zz aro als Haupt der neuitalienischen Schule, und die formell-praktische, wie sie namentlich in den Einrichtungen der Württembergischen Ober-Kirchen-Behörde sich kund gibt. — Je stärker bei uns mit jedem Jahre das Bedürfniß theologischer Bildungsanstalten sich herausftellt, und je'zahlreicher die Schwierigkeiten, die sich der Errichtung einer solchen, die ihrem Zwecke entspräche, entgegenftellen, desto häufiger wird unser BliL nach Oberitalien hingezogen, desto größere Bedeutung erhält auch für uns das rabbinische Institut, das bereits seit einer Reihe von Jahren zu