Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 5 (29.1.1841)
- Date
- 1841-01-29
- Page
- Seite 40 (sequence 8)
- Language
- German
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40 Gerade im Laufe der letzten zehen Jahre aber ist uit* sere Anstalt so schön erblüht, ist so heimisch geworden unter uns, daß man ihr Bestehen als ganz natürlich vdraussetzt, und der Zeit, wo wir dieselbe noch entbehrten, kaum mehr erwähnt. — Bei dem theilweisen Erlöschen des heiligen Eifers und der Begeisterung für unsere Sache, fährt der Redner fort, wird um so mehr Zusammenhang und Uebereinstimmung unter den Treugebliebenen herrschen, sie werden einer dicht geschlossenen Schaar gleichen, die keine irdische Gewalt zu trennen vermag. Der Rückblick auf die Vergangenheit wird sie mit festerem Zutrauen auf die Zukunft erfüllen. Hierauf wirb eine gedrängte Darstellung der Ergebnisse des 10jährigen Wirkens angereiht. Wir entnehmen derselben folgende Notizen. Die Zahl sämmtlicher Zöglinge beträgt, mit Einschluß der 4 vom K. Staats-Waisenhause dem Verein übergebenen, 55, darunter 31 Knaben und 24 Mädchen. Diese waren und sind 20 Familien auf dem Lande, wovon 18 dem Lehrerstand angehören, zur Erziehung übergeben. Ausgetreten sind 27, und zwar 1? Knaben, die durch Vermittelung der Kgl. isr. Oberkirchenbehörde bei Handwerken untergebracht, und 10 Mädchen, welche — zum Theil mit Hülfe des Frauenvereins — bei Dienstherrschaften passende Plätze gefunden. In Verpflegung befinden sich gegenwärtig 28 Kinder, 14 Knaben und 14 Mädchen. Die Summe, welche die Vepflegung bisher in Anspruch nahm, beläuft sich, mit Einschluß der Derwaltungs - und Krankheitskosten aus 15,965 fl. 38 Kr. dessenungeachtet besitzt der Verein ein Activcapital von 9311 fl. 45*4 Kr., worunter Stiftungsgelder mit 2498 fl. 50 Kr. Die Summe sämmtlicher Einnahmen betrug somit 25,277 fl. 23% Kr. (Schluß folgt.) Heidelberg, Januar 1841. — .Von unserm allseitig wissenschaftlich gebildeten Hrn. Oberrath Eppstein in Karlsruhe, gleich bewandert in hebräischer Literatur als gewandt in Beherrschung des deutschen Ausdrucks, dem wir bereits eine sehr gelungene Uebersetzung des Hochliedes tn;p und des "Pttf verdanken, besitzen wir nun auch folgende zur Feier der öffentlichen Religionsprüfung der zu entlassenden Schulkinder in der Synagoge zu Karlsruhe am Sabbathe den 27. April 1839 verfaßte Uebersetzung eines israelitischen Lobgesanges von Rabbi Salomon bep Gabirol, worin der Herr Ueberseßer seinen acht religiösen Sinn und/sein fein ästhetisches Gefühl aufs Neue beurkundet. Fürst, Bezirksraöbiner. Lobgesang. Die Geschöpfe allesammt In der obern Welt,? In der untern Welt Allesammt verkünden sie, Zeugen sie: Chor. Einzig ist der Ewige! Einzig ist sein heil'ger Name! Alle Weltenbahnen Zeichnen deine Spur; Sie erzählen deine' Allmacht, Sie erkennen, baß dein Werk sie sind. Du allein nur bist der Herr! Du allein der Wcltregent! Du allein der Einzige! Allesammmt verkünden sie, Zeugen sie: Chor. Einzig ist rc. Die Vernunft betrachtet Den erhad'nen Weltbau, Und vergänglich find't sie alles Ausser dir; gezählt, gewogen Und gemessen alles; alles Ist gegeben von dem einen Hirten. Allesammt verkünden sie, Zeugen sie: Chor. Einzig ist rc. Von dem Anfang bis zu Ende Ist dein Siegel angelegt: Nord und West und Süd und Ost, Erd und Himmel, Treue Zeugen sind sie dir; Hier das Eine, dort das Andre. Allesammt verkünden sie, Zeugen sie: Chor. Einzig ist rc. Alles ist Geschenk von dir; Du bestehest, sie vergehen. Die Geschöpfe alle huld'gen dir. Von dem Anfang dis zum Ende Nur der eine Vater wallet. Allesammt verkünden sie, Zeugen sie: Chor. Einzig ist der Ewige, Einzig ist sein heil'ger Name! Notizen. Die in den Annalen vom vorigen Jahre gegebenen Notizen von Hrn. Heß befinden sich bereits in njn nON 8, und Kerem Ch. in. Br. 16. — Uebrigens scheint Herr H. den LXX. einen viel zu hohen Werth beizulegen. O. in Gallizien. > Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.