Israelitische Annalen
- Journal
- Israelitische Annalen
- Volume
- 1841
- Issue
- Heft 5 (29.1.1841)
- Date
- 1841-01-29
- Page
- Seite 33 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ss. Januar. Nr° 5. 1841. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatur und Cultur der Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgegeben von Dr. I. M. Jost. Don diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3. — fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des Zn- und Auslandes. Die doppelten Festtage. — Jrrtdümer der Reiseberichte über Krakau. — Neue Leistungen der kritischen Schule (Foris.) — Das israelitische Schulwesen in der Pfalz, von E. Grünebanm (Fortsetzung). — Londoner Meeting betreffend Sir MoseS Montefiore. — Nachrichten und Eorrcspondenzcn: Aus Böhmen; Gallizien; Baiern; Stuttgart; Heidelberg. — Notizen. Die Hoppelten Festtage. (Einges andt.) Schon seit mehreren Decennien ist die Frage angeregt, ob die offenbar erst nachbiblische angeordnete Feier der Doppelfefte, welche von der ehemaligen Unsicherheit in Ansetzung der Neumonde herrührt, abzuschaffen sei, indem das Gesetz nur immer einen Tag ansetzt. In Deutschland haben mehrere Rabbinen nicht Anstand genommen zu erklären, daß der zweite an Heiligkeit dem ersten nachftehe, und gestattet, daraus individuell für das Gewissen Folgerungen zu ziehen, obwohl sie selbst dessen strenge Beobachtung für nöthig erachteten. Diese Jnconsequenz mußte allein hinreichen, ihrer Entscheidung alles Vertrauen zu entziehen, und so steht diese ganz vereinzelt da. — Die neue Gemeinde in London geht mit demselben Gedanken um, und hatte sich sogar Anfangs ganz und gar für Abschaffung des zweiten Feiertages erklärt, ist aber, dem Vernehmen nach, davon wieder vorläufig abgegangen, da sich die Mehrheit nicht in eine solche Reform finden mag. — In Frankreich ist der Gegenstand neuerdings zur Sprache gebracht, aber von vielen Rabbinen als völlig unzulässig abgewiesen worden. Das letzte Heft der Archives Israelites von 1840 bringt aber ein Schreiben des bekannten geistreichen Reformers, welches die Frage von der ökonomischen und moralischen Seite beleuchtet, und worüber wir einiges anzumerken finden. Er will, sagt er, weder in die Legalität, noch in die Thunlichkeit, noch in die Zeitmäßigkeit einer Abschaffung des zweiten Feiertages eingehen, und nur das ökonomische (und nacher das moralische) Ergebniß in's Auge fassen. Angenommen es seien 10,000 Individuen in Frankreich zur arbeitenden Klasse, darunter auch die Kleinhändler gerechnet, gehörig, und jeder Tag im Allgemeinen auf iy2 Frs., jeder Feierrag auf 2 Frs. Verbrauch zu veranschlagen, so würde die Umwandlung der 6 Feiertage in Werktage den französischen Juden dieser Klaffe eine jährliche Rente von 120,000 Fr. sichern, welche somit alle Almosen, das je geleistet werde, überstiege. Und zweitens, fügt er hinzu, ist die Moralität besser, wenn jemand wider das Gesetz am Feiertage arbeitet, oder wenn ihm das Arbeiten gesetzlich gestattet wird? Demnach sei es gerathen, den alren Lehrsatz anzuwenden. „Manchmal ist die Abstellung eines Gesetzes das wahre Mittel zur Erhaltung des Ganzen ," welches das wahre konservative Princip sei. Wir haben keinen Grund, obige Rechnung, bei welcher es überhaupt nicht auf das eigentliche numerische Resultate ankommt, zu bezweifeln. Aber das glauben wir bemerken zu dürfen, daß diese Art