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Israelitische Annalen · 1841-01-15 · Heft 3 (15.1.1841) · p. Seite 24

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 3 (15.1.1841)
Date
1841-01-15
Page
Seite 24 (sequence 8)
Language
German
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24 wahrlich nickt zurücksteht, in ganz kleinen Gemeinden. Wir sprachen übrigens nur von denjenigen Gemeinden, in welcvcn an gestellte Lehrer sind, die nur durch die königliche Regierung von ihren Stellen entlassen werden können; die meisten übrigen sind durchgängig fast ganz unbedeutend, — haben auch geprüfte Lehrer, nur sind sie^nvch nicht aber angestellt. Bei Wahrnehmung dieses merkwürdigen und wahrhaft erhebenden Resultats müssen wir vor Allem unserer hohen Kreisregierung und namentlich dem an der Spitze des Schulwesens stehenden Hofrath und Rektor Jäger zu Speier, einem Manne, der auf der einen Seite gegen ungeprüfte, ober selbst geprüfte, aber in ihrem Amtswesen nachlässige Lehrer in wohlverstandener Gerechtigkeit unerbittlich strenge lst, andererseits aber gegen tüchtige Lehrer und jeden Beförderer des Schulwesens es an keinerlei Unterstützung und Aufmunterung fehlen läßt, bas Gedeihen unseres Schulwesens zuschreiben, und man wird es keinem andern Beweggründe beimesscn wollen, wenn wir hoher Regierung und dem würdigen Herrn Hofrath Jager hier unsern tiefgefühlten Dank im Namen aller unsrer pfälzischen Glaubensgenossen auszusprechen nicht verfehlen. Unser Kreis besitzt einen allgemeinen Sckulfond, der aus den Beiträgen aller Steuerpflichtigen gebildet wird und aus welchem solche Lehrer, die den Normalgehalt nicht beziehen und in ihrem Berufe redlich wirken, Sustentationen erhalten und —kein tucktiger israel. Lehrer blieb noch davon ausgeschlossen, jeder erhielt gleich den christlichen den gebührenden Zuschuß. (Fortsetzung folgt.) Ztachrichten und Correspondenzen. Will na, Dec. 1840. — Das erwartete Gesetz (Ukas) betreffend die Verbesserungen der isr. Angelegenheiten, wird dem Vernehmen nach zunächst auf Errichtung der Schulen und Anstellung zeitgemäß befähigter Volkslehrer sich erstrecken. Wahrscheinlich werben die einzelnen Bestimmungen noch einiger Entwickelung Raum geben, denn mit einem Male ist nicht alles nach Wunsch zu erreichen. Die Freunde guter und bedächtiger Reformen, hier und in Säger und Odessa haben geeignete Petitionen deßhalb eingereichr, und dem Minister der Aufklärung die erforderlichen Aufschlüsse an die Hand gegeben. Vorzüglich sieht man einer Abstellung des cnalsidischeii Unwesens, durch guten Zugend- und Dolksunterricht enigegen. — — Dem Vernehmen nach sind nunmehr die bisher von der Conseription befreit gewescndn Karaiten ebenfalls militärpflichtig und sollen diesmal 10 p. c. von ihrer männlichen Jugend stellen, um dadurch zu ergänzen, was sie, seit die übrigen Hebräer militärpflichtig sind, nicht deigetragcn haben. Berlin. — In Wollstein ist nickt Herr G. sondern Herr vr. Hirschfeld, Verfasser des Werkes: Geist der thalm. Eregese, emstimmig zum Rabbiner gewählt worden. Aeltere Literatur. von Abraham bcn Maimon. Hannover 5600. (Von K—m.) Dieses Sckriftchen enthält das apologetische Schreiben des Abraham Maimon gegen R. Salomon den Abraham, Gememdeoberhaupt zu Montpellier, der in Gemeinschaft zweier Schüler, nämlich R. Jona, Lehrer des Adereth und Verwandten des Nachmeniden, und David den Saul, nicht weiter in der Literatur bekannt, (vergleiche Lervm (Niemect V. 2) und mit Unterstützung der christlichen Behörde, das Werk Slors diebucllim und die vier ersten Abschnitte des 866er Hadamali öffentlich verbrannte (vgl. den dritten Brief bes Klmchl beginnend ^nriN N1? (vergl. Jost Geschichte der Israeliten B. 6.) Das Schreiben zerfällt in zwei Eheste; der erste enthält mehrere historische Notizen und manches, bas die Charaktenstik des Verfassers, dessen Bescheidenheit und Sanflmuth Maim. in seinen Briefen so sehr rühmt, ergänzt; der zweite die eigentliche Vertheibigung der von den Genannten angegriffenen Grundsätze seines Vaters über die Unkörperlichkeit Golles und die geistigen Begriffe des Zenseils. Die Vertheidigung nimmt ihre Beweise thcils aus der heiligen Schrift, lheils aus dem Thalmud, entbehrt aber aller philosophischen Klarheit, was größtentheils dem niedern Standpunkte der Gegner auf dem Gebiete der Philosophie, die daher nur mit den eigenen Waffen bekämpft werben mußten, zuzuschreiden ist. Das Schreiben beginnt mit einem sehr schönen Epigramm, in dem der Ooppeltsinn des Zeitworts -lyn herrlich angewendet ist. Er schildert sodann den religiösen Zustand seiner Zeitgenossen, die sich weder mit der sichern Erkenntniß der Gottheit, noch mit den religiösen Prinzipien überhaupt beschäftigten, und ihreGeistesthällgkeit nur auf irdischen Erwerb richteten. Bei der Ausübung der religiösen Vorschriften, schreibt derselbe, verlassen sie sich nur auf die Entscheidung der Gesetzkundigen, und auch diesen waren die spitzfindigen thalmudischen Fragen Hauptsache. Wahre Weise wären aber nur solche, die sich auch mit den Grunbprincipien der Religion, mit der Erken.ntniß der Wahrheit beschäftigten, und die Resultate ihrer Forschungen zu verbreiten strebten. So forschten und lehrten Saadias, R. Hai und viele Andere, schrieben über das Gesetz, den Thalmud und die Midraschim, suchten aber nicht minder die Wahrheiten unserer Religion mit Einsicht und Vernunft zu ergründen und zu verbreiten, und dem Volke eine vernünftige Vorstellung von dem höchsten Wesen, dessen Einheit und Unkörpcrliwkeit beizubringen. Auch sein Vater habe über diese Materie tief geforscht und viele Werke geschrieben, die bei seinen Zeitgenossen gebührende Anerkennung gefunden hatten. Selbst die aus Frankreich angekommenen Gelehrten R. Zoseph und seine Bruder, R. Abraham, Vater des R. Gerschon, die das Werk M. N. nur aus der mißlungenen Uebersetzung des Charisi kannten, hätten sich mit dem Inhalte* gefreuet, und wären nur der allgemeinen Verbreitung bei solchen, die seinen tiefen Sinn nicht fassen könnten, entgegen gewesen. Man habe zwar auszusprengen gesucht, baß R. Simson Mitarbeiter der Tvsaphet, während seines Aufenthaltes zu Akka manche Grundsätze seines Vaters bekämpft habe, er aber habe nichts bestimmtes darüber erfahren. (Ein Brief desselben gegen Maimonides befindet sich handschriftlich bei 66 itossi Nr. 772. Kerem Chemed 4. S. 24.) R. Abrb. M. wurde, nach seiner Erzählung, von dem berühmten Schüler seines Vaters. R. Zoseph Alkabi, der sich in Babylon niederließ (vergl. Maimons Brief an denselben, beginnend “GD) ausgefordert, einen gewissen Daniel aus Babylon, Schüler des R. Samuel, in den Bann zu thun, weil derselbe in seinem Eommcntar zum Buche Koheleth die Grundsätze seines Vaters verdeckt anzugreifen gewagt habe, er hätte es aber aus dem Grunde abgelehnt, theils, weil er hierin als Parthei nickt handeln dürfe, theils auch wer! derselbe nur rn der Dämonenlehre von seines Vaters Grundsätzen adweicke; außerdem habe er auch in Erfahrung gebracht, baß derjelbe in seinen öffentlichen Vorträgen das Volk zu bessern und ihm Tugend und wahre Gottesfurcht beizubringen strebe. (Nichtsdestoweniger wurde derselbe dennoch von dem Oberbaupte R. David in den Bann gelhan). Eben so gemüthlich ist des Verfassers Aeußerung zur Widerlegung eines verbreiteten Gerüchts, er habe den früher genannten R. Simson in den Baun gelhan: Ferne sei es von mir, schreibt er in frommer Demuth; keinen Laien würde ich meiner verletzten Ehre wegen in den Bann thun: um w»e viel weniger einen unserer Weisen und Gelehrten. (Schluß folgt.) Druck und Verlag von Johann David Sauerländer in Frankfurt am Main.

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