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Israelitische Annalen · 1841-01-15 · Heft 3 (15.1.1841) · p. Seite 17

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Journal
Israelitische Annalen
Volume
1841
Issue
Heft 3 (15.1.1841)
Date
1841-01-15
Page
Seite 17 (sequence 1)
Language
German
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15. Januar. N^o 3. 1841. Israelitische Annalen. Ein Centralblatt für Geschichte, Literatue und Cultur -er Israeliten aller Zeiten und Länder. Herausgcgcben von vr. I. Nt. Jost. Von diesen Annalen erscheint jeden Freitag ein ganzer Bogen; Preis des Jahrganges Rthlr. 3. — fl. 5; man subscribirt bei allen löbl. Postämtern und in allen Buchhandlungen des In- und Auslandes. Briefe auS dem Elsaß, von vr. Maier: 1) Straßburg. — SpeciellcS aus Ungarn, von B. M— sch. — Bemerkungen gegen einen Aufsatz in der Didaskalia. — Kritische Bemerkungen von S. D. L. — Das israelitische Schulwesen in der Pfalz, von E. Grünebaum. — Nachrichten und <§orrespondcnzcn: Willna; Berlin. — Aeltere Literatur: Abr. b. Maimons Streitschrift, von K—m. Briefe aus dem Glfaß. Von vr. I. Mayer. 1) Straßburg. Anfang Januar 1841. Deutsche und französische Sitten in buntem Vereine gemischt, deutsche und französische Gesinnung innig miteinander verwebt, bilden die Jngredenzien des elsassischen Lebens im Allgemeinen, wie das der Israeliten insbesondere. Kein Thcil Frankreichs war in der Intelligenz wahrend des vorigen Jahrhunderts weiter zurückgeblieben, als das Elsaß. Der Grund dieses Verfalles lag in dem Umstande, daß man sich weder den wissenschaftlichen Eingebungen aus dem Innern Frankreichs, noch den aus Deutschland kommenden überlassen wollte. Weder die französische, noch die deutsche Sprache ward gehörig gepflegt, und was hätte denn.mehr Einfluß auf das Leben ganzer Generationen, als die Ausbildung jenes Himmelsgutes, das den Gedanken versinnlicht und ihn zum Gemeingute der Welt macht? — Die allgemeinen Einflüsse machten sich auch bei'm Israeliten geltend und unsere Glaubensgenossen nahmen dieselbe niedere Stellung ein, auf welcher sich die Bekenner anderer Religionen in jener Zeit befanden. Ja, man darf wohl annehmen, daß die Israeliten jener Epoche derselben Verwahrlosung angehörten, welcher unsere deutschen Glaubensbrüder viel früher und besonders zu den Zeiten Mendelssohns sich zu entziehen strebten. In diesem traurigen Zustande, in jener Zeit französischen Terrorismus und überall offen hervortretender Intoleranz und Mißachtung that sich ein Mann in Frankreich, und zwar im Elsasse, hervor, der von demselben Geiste der Humanität, von derselben Liebe für seine Rcligionsbrüder beseelt war, wie einst Mendelssohn. N. H. Ccrfberr, dessen Andenken nie verlöschen wird, so lange die Geschichte Zeugniß gicbt von rhatkräftigem und cdelm Auftreten, ist mit der Epoche emporsprosscnder Intelligenz in Frankreich, und namentlich im Elsasse, identisch. Er legte die Keime zu einer bessern Erziehung unter den Israeliten, er war bemüht, jene Nationalgefühlc in ihnen anzufachen, deren Erfolge später so glanzend für sie waren; er widmete sein Leben der moralischen und intellektuellen Verbesserung seiner Glaubensgenossen. Im steten Hinblicke auf den, von dem alles Heil ausgeht, war er der erste, rer für den Jugendunterricht einige Sorge trug, und würde ihn der Tod nicht zu früh erreicht haben, so stände wahrscheinlich das israelitische Elsaß auf einer höhern Stufe, als es wirklich der Fall ist.— Nichtsdestoweniger ist seit zwanzig Jahren viel geschehen, das zu den bessern Erscheinungen der Culturgeschichte überhaupt gehört, und die Einflüsse der Gesetzgebung, die keinen Unterschied der Religion kennt, hat mächtig auf alles eingewirkt. Der Cen-

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